Medienkompetenz kann man lernen
Medienkompetenz kann man lernen

Erwachsene sollten sich für die digitale Welt interessieren

Im Jugendzentrum „Spinnwebe“ des SOS-Kinderdorfs Zwickau geht es heiß her. Am Computer und der Spielekonsole wird konzentriert gespielt und gleich nebenan tüfteln einige Jugendliche daran, alte Windows-Spiele für moderne Rechner umzuschreiben. 

Erzieher Jonny Meinel sieht die Aktivitäten gelassen, denn die Kinder dürfen täglich eine Stunde die Spielemedien nutzen: „Die Teenager wachsen heute ganz selbstverständlich mit Smartphones auf. Dementsprechend haben sie eine wesentlich höhere Anwendungskompetenz als Erwachsene. Doch im Gegensatz zu ihnen wissen wir um die Gefahren, die damit einhergehen können – sei es eine Spielsucht, ein falscher Umgang mit Daten oder das Konsumieren von jugendgefährdenden Medien.“ Die Kids dürfen sich also ruhig mal aus der realen Welt verabschieden, aber gleichzeitig wird aufgepasst, dass sie den Weg aus dem Datennetz wieder zurückfinden. Ein Grundsatz, mit dem man auch als Familie in den eigenen vier Wänden Medienkompetenz leben kann. Und die Erfahrung zeigt, dass die Selbstkontrolle unter den Jugendlichen wunderbar funktioniert.

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Die Altersfreigabe auf den Spielen hat in jedem Fall  ihren Sinn. Sie besagt, dass Kinder und Jugendliche ab dem angegebenen Alter keinen Schaden nehmen, wenn sie ein Spiel spielen.

Erwachsene sollten für die digitale Welt Interesse zeigen

„Es hat keinen Sinn, Medien wie Computer, Videospiele und natürlich das Handy pauschal zu verurteilen, sonst entsteht eine Kluft zwischen der Welt der Jugendlichen und der der Erwachsenen“, erklärt Heico Engelhardt, Einrichtungsleiter des SOS-Kinderdorf Zwickau und Mitglied des Beirats der Unterhaltungssoftware Selbstkontrolle (USK). Viel wichtiger sei es, dass die Erwachsenen sich für die Welt ihrer Kinder interessieren und akzeptieren, dass die Medien einfach dazu gehören, so Heico Engelhardt weiter.

In der Spinnwebe wird oft gemeinsam mit den Spielern mitgefiebert. Manche Computerspiele sind mehr als nur Unterhaltung, sie sind richtiger Sport, findet der Medienexperte des SOS-Kinderdorfs. Er rät, die Kinder nicht allein zu lassen, sondern sich ruhig mal das ein oder andere Spiel von ihnen erklären zu lassen. Oft hilft einem das zu verstehen, warum Kinder und Jugendliche diese virtuelle Welt so fasziniert. Und: Die Altersfreigabe auf den Spielen hat in jedem Fall  ihren Sinn. Sie besagt, dass Kinder und Jugendliche ab dem angegebenen Alter keinen Schaden nehmen, wenn sie ein Spiel spielen. Sie stellt allerdings keine pädagogische Empfehlung für ein Computerspiel dar, betont  Heico Engelhardt.

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