Cyberheld - Digitale Mediennutzung
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Digitale Mediennutzung

Der Umgang mit den „neuen“, digitalen Medien ist für Jugendliche und junge Erwachsene als Digital Natives heute ganz selbstverständlich. Doch auch Kinder und Jugendliche müssen einen richtigen und verantwortungsvollen Umgang erst erlernen – ähnlich wie man als Kind lernt, wie man sich im Straßenverkehr zu verhalten hat. Wann und vor allem wie führen Eltern ihr Kind in die digitalen Medien ein? Gibt es Sicherungsmaßnahmen und sind diese auch sinnvoll?

Müssen Digital Natives den Umgang mit digitalen Medien überhaupt noch lernen?

Meistens wissen Digital Natives bereits wie man die verschiedenen Kanälen, wie Facebook, Instagram, Snapchat benutzt. Allerdings müssen auch Digital Natives erst einen kompetenten, sicheren und kritisch-reflektierten Umgang mit digitalen Medien erlernen. Sie müssen lernen Quellen zu prüfen, Werbung von Fakten zu unterscheiden und so die sogenannten Fake-News zu erkennen. Gerade im Netz verschwimmen die Grenzen zwischen Wahrheit und Lüge stark. In Facebook, Instagram, etc. existieren zahlreiche Fake-Accounts. Aber das Internet birgt nicht nur zahlreiche Gefahren sondern auch viele Möglichkeiten.

Ab wann führe ich mein Kind in die digitale Welt ein?

Hinweis: Mediennutzung in der Schule sollten Eltern nicht anrechnen.

Wie kann Mediennutzung in Zeiten von Smartphones und Tablets funktionieren?

Mediennutzungsvertrag aufsetzen

Eltern können zusammen mit ihren Kindern einen Mediennutzungsvetrag vereinbaren. Dieser Vertrag dient dem Schutz der Kinder, kann aber auch als „Digitaler Knigge“ dienen. Sie können festlegen, wie das Kind beim Essen, bei den Hausaufgaben, vor dem Schlafengehen mit den digitalen Medien umgehen sollte. Aber auch, was konsumiert werden darf und wie lange, können Sie hier mit Ihrem Kind vereinbaren. Im Vorfeld sollten sich Eltern unbedingt mit den Inhalten der Spiele, Videos, Apps, Kanäle beschäftigen, die das Kind nutzen möchte.

Altersfreigaben beachten

Bei Spielen kann die Altersfreigabe eine erste Orientierung sein. Sie sollten der Altersempfehlung unbedingt folgen. Aber auch hier gilt: noch wichtiger ist es, sich gemeinsam mit dem Kind Spiele und Apps anzusehen und individuell zu entscheiden, ob sie geeignet erscheinen. Die Kenntnis der Eltern ist ein wichtiger Schutz, „Fallen“ wie In-App-Käufe oder ähnliches zu erkennen.

Vorbild sein

Eltern sollten nie vergessen, dass sie die Vorbilder ihrer Kinder sind. Wenn das Kind nicht ständig am Handy rumdaddeln soll, dann sollten Eltern das auch nicht tun.

Mediennutzungsvertrag regelmäßig anpassen

Außerdem ist es sehr wichtig den Mediennutzungsvertrag mit dem steigenden Alter der Kinder regelmäßig neu zu verhandeln und anzupassen.

Bei Freunden gelten andere Mediennutzungsregeln als bei uns. Wie erkläre ich das meinem Kind?

Eltern sollten mit ihren Kindern in den Dialog treten und erklären, warum sie denken, dass die zu Hause geltenden Mediennutzungsregeln angemessener sind.

Aktualität des Mediennutzungsvertrags prüfen

Allerdings sollte man überlegen, ob die zu Hause geltenden Mediennutzungsregeln veraltet sind und angepasst werden sollten. Wenn es allerdings um die gesetzlichen Altersbegrenzungen bei Computerspielen geht, sollten Eltern nicht nachgeben.

Welche technischen Sicherungsmaßnahmen gibt es, um die Mediennutzung sicher zu gestalten?

Es gibt einige technische Möglichkeiten, die Mediennutzung der Kinder sicher zu gestalten: Zeitkonten, App- und Adtracking, Einstellung immer erforderliches Passwort für App-Einkäufe in App-Stores oder SafeSearch Filter. Nicht alles davon ist sinnvoll. Zeitkonten sind es beispielsweise oft nicht. Denn es ist auch für Kinder ärgerlich, wenn die Zeitschaltuhr das Fußballspiel kurz vor Schluss automatisch abschaltet. Besser: Mediennutzungsvertrag vereinbaren, in dem man „Zeitkonten“ festlegen kann, also Zeiten pro Woche. So kann das Kind flexibler entscheiden, ob es an einem Tag das Medium länger, dafür am anderen kürzer nutzen möchte.

Die wichtigste Schutzmaßnahme ist das Gespräch mit den Kindern. Eltern sollten wissen, was ihre Kinder im Netz tun.

Bei jüngeren Kinder im Grundschulalter ist noch eine enge Begleitung (welche Apps benutzt werden) notwendig. Mit steigendem Alter der Kinder darf das gerne abnehmen. Es genügt ein Interesse: Was schaust du dir im Internet an? Welche YouTube Filme schaust du? Welche YouTuber, Blogger, Influencer findest du gut? Ähnlich wie bei der Straßenverkehrserziehung: anfangs dürfen Kinder auf keinen Fall alleine auf die Straße, später mit wachsender Erfahrung und dem Wissen Dinge einzuschätzen, dürfen sie sich alleine auf den Schulweg machen.

Wusstest du schon...

… woher der Begriff „im Internet surfen“ kommt? 

Die Bibliothekarin Jean Polly aus dem US-Bundesstaat New York suchte im Frühjahr 1992 nach einezeitkontm geeigneten Titel für ihren Aufsatz zum Thema Internetbenutzung. Sie schaute auf das Mousepad neben sich, auf dem ein Surfer abgebildet war. Da kam ihr die zündende Idee den Aufsatz „Surfing the Internet“ zu nennen. Seitdem ist diese Begrifflichkeit in aller Munde.