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Der 14. Deutsche Kinder- und Jugendhilfetag 2011

Bundesweit tätig – Regional präsent


Der 14. Deutsche Kinder- und Jugendhilfetag (14. DJHT) stand unter dem Motto „Kinder. Jugend. Zukunft: Perspektiven entwickeln – Potenziale fördern!“ und fand vom 7. bis 9. Juni 2011 in der Messe Stuttgart statt. Die Veranstaltung stellte das Aufwachsen junger Menschen, deren Förderung, Schutz und Teilhabe in den Mittelpunkt. Es wurde danach gefragt, wie die Potenziale junger Menschen gefördert und Benachteiligungen beziehungsweise soziale Ungleichheiten abgebaut werden können.

Einrichtungen aus der Region stellen sich vor

Der SOS-Kinderdorf e.V. war als Aussteller auf dem 14. DJHT im Kontext der bundesweiten Träger für Kinder- und Jugendhilfe mit einem eigenen Stand vertreten. Hier gab es Einblick in die differenzierten Angebote der SOS-Einrichtungen und in die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen. Unter dem Motto "bundesweit tätig - regional präsent" stellten sich die drei SOS-Einrichtungen aus Baden-Württemberg gesondert vor: das SOS-Kinderdorf Schwarzwald, das SOS-Kinderdorf Württemberg und die SOS-Jugendhilfen Göppingen.

Fachforen mit aktuellen Fragestellungen aus der Praxisforschung

Der SOS-Kinderdorfverein, der im Vorfeld der Fachmesse auch im Programmbeirat vertreten war, beteiligte sich zudem mit zwei Fachforen am Kongress im Rahmen des Jugendhilfetags. Darin wurden Einblicke in aktuelle Fragestellungen aus Praxisforschung und -entwicklung gewährt, an denen sich der Verein mit eigenen Projekten beteiligt:

Forum 17: Verwirklichungschancen junger Menschen am Beispiel der SOS-Kinderdörfer
Der Capability-Ansatz geht davon aus, dass Menschen gesellschaftlich und institutionell gegebene Verwirklichungschancen benötigen, um ihre subjektiven Vorstellungen eines guten Lebens umzusetzen. Auf der strukturellen Ebene geht es um die realen Möglichkeiten und Angebote für die eigene Lebensführung, die einem Menschen zur Verfügung stehen. Das Pendant auf der individuellen Ebene ist die Handlungsbefähigung, die dazu beiträgt, dass eine Person real vorhandene Chancen erkennen und ergreifen kann.

Ein Praxisforschungsprojekt in Kooperation von Deutschem Jugendinstitut, Institut für Praxisforschung und Projektberatung München und dem SOS-Kinderdorf e.V. nutzt den Ansatz für die Analyse von Sozialisationsprozessen von Jugendlichen im Alter von 12 bis 18 Jahren, die für eine Zeit von mehreren Jahren in SOS-Kinderdörfern aufwachsen. Die Leitfrage lautet: Welche spezifischen Bedingungen des Aufwachsen in den stationären Erziehungshilfen sind es, die Jugendliche sich selbst als handlungswirksam erleben lassen, und wie und in welcher Form bewährt sich die eigene Handlungswirksamkeit beim Austritt aus der Hilfe?

Die konzeptionellen Überlegungen zum Projekt wurden in diesem Forum vorgestellt.
Als Referenten traten auf:
Prof. Dr. em. Heiner Keupp, Ludwig-Maximilians-Universität München
Dr. Christian Lüders, Deutsches Jugendinstitut, München
Dr. Florian Straus, Institut für Praxisforschung und Projektberatung München
Bernhard Babic, SOS-Kinderdorf International, Innsbruck
Dr. Kristin Teuber und Reinhard Rudeck, Sozialpädagogisches Institut des SOS-Kinderdorf e.V., München

Forum 18: Geschwisterbeziehungen in stationären Hilfen zur Erziehung

Eines von zwei Foren, die der SOS-Kinderdorf e.V. auf dem diesjährigen Deutschen Kinder- und Jugendhilfetag in Stuttgart abhielt, richtete den Blick auf Geschwister und ihre Beziehungen in den stationären Hilfen zur Erziehung. Die Veranstaltung bot Gelegenheit, auf die noch wenig erforschte Thematik aufmerksam zu machen und neue Erkenntnisse vorzustellen.

Der SOS-Kinderdorf e.V. hat dem Thema Geschwister einen mehrjährigen Forschungsschwerpunkt gewidmet, um das Wissen über die Dynamiken von Geschwisterbeziehungen zu mehren und die fachliche Arbeit mit Geschwistern weiterzuentwickeln. Zentrales Erkenntnisinteresse ist, mehr darüber zu erfahren, wie Kinder und Jugendliche in der Fremdunterbringung ihre Geschwisterbeziehungen als für sie förderlich leben können. 

Auf dem Forum berichteten Prof. Dr. Klaus Wolf von der Universität Siegen und Prof. Dr. Christian Schrapper von der Universität Koblenz/Landau aktuelle Ergebnisse aus den beiden zentralen Forschungsprojekten. Die Moderation der Diskussion übernahmen Reinhard Rudeck und Karin Weiß vom Sozialpädagogischen Institut des SOS-Kinderdorf e.V. in München.

Unter www.jugendhilfetag.de stellt die Arbeitsgemeinschaft für Kinder- und Jugendhilfe – AGJ laufend aktuelle Informationen über Rahmenprogramm, Fachkongress und Fachmesse zur Verfügung.