Publikationen

Verwirklichungschance SOS-Kinderdorf

Handlungsbefähigung und Wege in die Selbstständigkeit

Renate Höfer, Ylva Sievi, Florian Straus, Kristin Teuber

2017

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Sozialpädagogisches Institut (Hrsg.)

ISBN: 978-3-8474-2037-8

Im Buchhandel erhältlich.

Die vorliegende Studie nimmt das Aufwachsen von Jugendlichen in SOS-Kinderdörfern in den Blick und fragt, was diese jungen Menschen auf ihrem Weg in die Eigenständigkeit brauchen.

Beschreibung

Was stärkt junge Menschen in der stationären Erziehungshilfe auf ihrem Weg in die Eigenständigkeit und wie können Fachkräfte sie am besten unterstützen?  Die vorliegende Studie untersucht, wie junge Menschen in SOS-Kinderdörfern aufwachsen, sich entwickeln und selbstständig werden. Unter Rückgriff auf den Capability-Approach wird in den Blick genommen, welche Chancen sich den Kindern und Jugendlichen bieten, ihr Leben in die Hand zu nehmen und nach den eigenen Vorstellungen zu führen. Diese Verwirklichungschancen werden auf zwei Ebenen beleuchtet:

  • Auf der persönlichen Ebene geht es neben den verschiedenen Fertigkeiten, die ein junger Mensch entwickelt, vor allem darum, ob er seine Lebenssituation einschätzen, Chancen für sich erkennen und ergreifen sowie die dafür nötigen Ressourcen aktivieren kann. All das wird im Konzept der Handlungsbefähigung theoretisch gefasst und empirisch beschrieben.
  • Auf der Ebene der Einrichtungen steht im Vordergrund, welche Möglichkeiten die SOS-Kinderdörfer den Jugendlichen bei der Entwicklung eines individuellen Lebensentwurfs und auf dem Weg zu einer eigenen Lebensführung eröffnen und wie sie sie dabei unterstützen. Dabei richtet sich das Augenmerk auf zwei zentrale Prozesse: die Herstellung von Gemeinschaft als Grundlage von Zugehörigkeit und die Verselbstständigung als essentielle Entwicklungsaufgabe im Hinblick auf das Erwachsenwerden.

Mit seinen Ergebnissen bietet das Projekt Anregungen für die Weiterentwicklung der pädagogischen Praxis in den SOS-Kinderdörfern. Vor allem aber leistet es einen Beitrag zur Heimerziehungsforschung, die letztlich Auskunft darüber zu geben hat, was junge Menschen beim Aufwachsen in der stationären Erziehungshilfe brauchen.

Inhaltsverzeichnis

Verwirklichungschance SOS-Kinderdorf – Einleitung und konzeptioneller Rahmen

Die Jugendlichen in den SOS-Kinderdörfern unter dem Gesichtspunkt einer Belastungs-Bewältigungs-Perspektive

  • Wer sind die Jugendlichen? Soziodemografischer und biografischer Hintergrund
  • Psychische Belastungen und Verhaltensprobleme
  • (Bewältigungs-)Ressourcen
  • Verschränkung der Belastungs- und Bewältigungsperspektive

Gemeinschaft als Verwirklichungschance im SOS-Kinderdorf

  • Das pädagogische Setting SOS-Kinderdorf
  • Die SOS-Kinderdorfgemeinschaft aus der Perspektive der Jugendlichen

Handlungsbefähigung als Schlüsselkompetenz für ein gelingendes Leben

  • Konzeptionelle Überlegungen zur Handlungsbefähigung
  • Empirische Ergebnisse zum Stand der Handlungsbefähigung bei Jugendlichen in SOS-Kinderdörfern
  • „Dazwischen“ – Die Konstruktion von Zugehörigkeit
  • Fazit

Verselbstständigung als Verwirklichungschance im SOS-Kinderdorf

  • Die Perspektive der Fachkräfte
  • Verselbstständigung aus der Sicht der Jugendlichen
  • Statt eines Fazits: Ein kurzer systematischer Epilog

Verwirklichungschance SOS-Kinderdorf – Konzeptionelle Überlegungen und Implikationen für die pädagogische Praxis

  • Die Analyse institutioneller Verwirklichungschancen und der Capability-Approach
  • Pädagogische Settings als Verwirklichungschance
  • Ein Brückenkonzept: Lerners „Positive Jugendentwicklung“
  • Das Konzept der Handlungsbefähigung als individuelle Metaressource
  • Ausgewählte Verwirklichungschancen und die Herausforderungen in der praktischen Umsetzung
AutorInnen

Dr. phil. Renate Höfer

Diplompsychologin, Architektin, wissenschaftliche Mitarbeiterin im Institut für Praxisforschung und Projektberatung (IPP) München. Arbeitsschwerpunkte: Salutogenese und Gesundheit bei benachteiligten Kindern und Jugendlichen, Beschwerde- und Ombudsverfahren in der Kinder- und Jugendhilfe, Identitätsentwicklung und soziale Netzwerke. (Stand der Veröffentlichung 2017)

Ylva Sievi

Diplomsoziologin, wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Universität der Bundeswehr München sowie im Deutschen Jugendinstitut e.V. (DJI), zurzeit selbstständig tätig. Arbeitsschwerpunkte: Jugendhilfeforschung, Genderforschung, Methoden empirischer Sozialforschung. (Stand der Veröffentlichung 2017)

Dr. phil. Florian Straus

Jahrgang 1952, Studium der Soziologie, Psychologie und Philosophie in München; Geschäftsführer des Instituts für Praxisforschung und Projektberatung (IPP) München, von 1989 bis 2009 Mitglied der Sonderforschungsbereiche 333 und 536 an der Ludwig-Maximilians-Universität München. Arbeitsschwerpunkte: Netzwerkanalysen, Handlungstheorie, Identitätsforschung, Arbeitsmarktforschung, Missbrauch in Institutionen. (Stand der Veröffentlichung 2017)

Dr. phil. Kristin Teuber

Jahrgang 1963, Diplompsychologin; seit 2015 Leiterin des Sozialpädagogischen Instituts (SPI) des SOS-Kinderdorf e.V., langjährige wissenschaftliche Mitarbeiterin im SPI in den Bereichen Praxisforschung und Fachöffentlichkeitsarbeit. Arbeitsschwerpunkte: Ressourcenunterstützende Handlungsansätze in der Jugendhilfe, Forschung im Bereich der stationären Hilfen zur Erziehung, Entwicklungsprozesse im Jugend- und frühen Erwachsenenalter, Leaving Care, familiale Betreuungsformen. (Stand der Veröffentlichung 2017)

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