Publikationen

Handlungsbefähigung und Zugehörigkeit junger Menschen

Ergebnisse aus einer Längsschnittstudie in SOS-Kinderdörfern

Florian Straus, Renate Höfer

2017

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Thema 1 der SPI-Schriftenreihe

Sozialpädagogisches Institut (Hrsg.)

ISBN: 978-3-936085-82-2

Schutzgebühr: 3,50 €

Handlungsbefähigung versetzt Menschen in die Lage, ihre Fähigkeiten und Ressourcen tatsächlich und möglichst effizient zu nutzen. Wie können junge Menschen in der stationären Erziehungshilfe zu einem eigenverantwortlichen Leben befähigt werden?

Beschreibung

Die stationäre Erziehungshilfe soll Mädchen und Jungen auf ein eigenständiges Leben vorbereiten. Was befähigt junge, benachteiligte Menschen, ihr Leben in die Hand zu nehmen und den Übergang zu bewältigen und wie können pädagogische Fachkräfte sie dabei unterstützen?

Das Institut für Praxisforschung und Projektberatung (IPP) hat dazu Jugendliche, die in SOS-Kinderdorffamilien oder -Wohngruppen leben, und deren Bezugsbetreuerinnen und -betreuer befragt. In diesem Band stellen Florian Straus und Renate Höfer Teilergebnisse daraus vor. Ausführlich erörtern sie das Konzept „Handlungsbefähigung“ und stellen fest: Handlungsbefähigung lässt sich fördern, und dies sollte auch Ziel der Kinder- und Jugendhilfe sein. Es ist zu vermuten, dass Jugendliche, die ein hohes Maß an Handlungsbefähigung entwickeln konnten, im Erwachsenenleben besser zurechtkommen werden.

Allerdings zeigt sich, dass nicht alle betreuten Mädchen und Jungen die Entwicklungsmöglichkeiten im Kinderdorf in gleichem Maße für sich nutzen können. Dabei scheint eine wesentliche Rolle zu spielen, wie sie sich zwischen ihrer Herkunftsfamilie und dem Lebensort Kinderdorffamilie oder Wohngruppe verorten können. Wo sehen fremduntergebrachte Jugendliche ihr Zuhause? Straus und Höfer haben fünf Typen von „Zugehörigkeitskonstruktionen“ ausgemacht und Bezüge zur Handlungsbefähigung herausgearbeitet.

Inhaltsverzeichnis

Handlungsbefähigung

  • Handlungsbefähigung – ein zentrales Thema der Jugendhilfe
  • Handlungsbefähigung als Versprechen
  • Was versteht man unter Handlungsbefähigung?
  • Theoretische Bezugspunkte der Handlungsbefähigung
  • Sechs Faktoren der Handlungsbefähigung
  • Wie entsteht Handlungsbefähigung?
  • Handlungsbefähigung lässt sich fördern

Zugehörigkeitskonstruktionen

  • Wie verorten sich Jugendliche, die in der stationären Jugendhilfe leben?
  • Fünf Typen von Zugehörigkeitskonstruktionen
  • Die Beziehungen zur Fachkraft und zur Mutter und ihre Auswirkung auf die Zugehörigkeit
  • Welche Auswirkungen haben die verschiedenen Zugehörigkeitskonstruktionen?

Fazit

AutorInnen

Dr. phil. Florian Straus

Jahrgang 1952, Studium der Soziologie, Psychologie und Philosophie in München; Geschäftsführer des Instituts für Praxisforschung und Projektberatung (IPP) München, von 1989 bis 2009 Mitglied der Sonderforschungsbereiche 333 und 536 an der Ludwig-Maximilians-Universität München. Arbeitsschwerpunkte: Netzwerkanalysen, Handlungstheorie, Identitätsforschung, Arbeitsmarktforschung, Missbrauch in Institutionen. (Stand der Veröffentlichung 2017)

Dr. phil. Renate Höfer

Diplompsychologin, Architektin, wissenschaftliche Mitarbeiterin im Institut für Praxisforschung und Projektberatung (IPP) München. Arbeitsschwerpunkte: Salutogenese und Gesundheit bei benachteiligten Kindern und Jugendlichen, Beschwerde- und Ombudsverfahren in der Kinder- und Jugendhilfe, Identitätsentwicklung und soziale Netzwerke. (Stand der Veröffentlichung 2017)

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