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Kinderschutz zu Corona-Zeiten

Eindrücke zum Kinderschutz aus dem SOS-Familienhilfezentrum Kaiserslautern

Michael Breiner, Bereichsleiter SOS-Kinderdorf Kaiserslautern – Jugendhilfen und Beratung

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Das SOS-Familienhilfezentrum in Kaiserslautern ist eine Fachberatungsstelle für Kinder und Jugendliche, die von Gewalt und sexueller Misshandlung betroffen sind. Seit jeher ist das Zentrum rund um die Uhr erreichbar. In der aktuellen Corona-Situation machen wir auf dieses Angebot ganz besonders aufmerksam, bemerkt Michael Breiner, Bereichsleiter im SOS-Kinderdorf Kaiserslautern: Wir haben deshalb Berichte in der Tageszeitung und in Wochen- oder Amtsblättern veröffentlicht. Auf unserer Einrichtungs-Webseite ist ein kurzes Video für Kinder und Jugendliche eingestellt, das ausdrücklich auf die Erreichbarkeit des Familienhilfezentrums hinweist. Zwei unserer Mitarbeiter/-innen sind besonders intensiv damit befasst, für Kinder und Jugendliche in belasteten Situationen neue Zugänge zu unserer Einrichtung zu schaffen, z.B. über Videotelefonie.

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Aktuell telefonieren wir mit allen Klienten/-innen regelmäßig. In dringenden Fällen finden auch persönliche Kontakte statt –  etwa wenn eine 9-Jährige ihrer Mutter von sexuellen Übergriffen durch den Stiefvater berichtet, oder im Fall einer 16-Jährigen, die mit den sozialen Einschränkungen nicht zurechtkommt. Unsere Mitarbeiter/-innen treffen sich mit Kindern oder Jugendlichen beispielsweise im nahegelegenen Stadtpark mit dem gebührenden Abstand. Mit zunehmender Dauer der Ausgangsbeschränkungen nehmen immer mehr Jugendliche dieses Angebot in Anspruch.

Dennoch erreichen uns im Augenblick weniger Anfragen von jungen Menschen als sonst. Diese Beobachtung bereitet uns große Sorgen, denn wir gehen nicht davon aus, dass dies einer verbesserten Situation der Kinder in ihren Familien geschuldet ist. Im Gegenteil: Vielmehr scheint sich darin widerzuspiegeln, dass Kinder und Jugendliche mit ihren familiären Problemen, wie Schlägen von überforderten Eltern oder Streitereien über Umgangskontakte bei getrennt lebenden Eltern, aus dem Blick geraten und allein gelassen sind – nicht zuletzt weil Kitas, Schulen, Jugendzentren usw. geschlossen sind. 

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Vor einer besonderen Schwierigkeit stehen Kinder und Jugendliche, deren Eltern auch schon vor der Ausgangsbeschränkung die Kontakte zum Familienhilfezentrum unterbunden oder nur unzureichend unterstützt haben. Gerade mit diesen jungen Menschen zu Hause in Kontakt zu treten und ungestört zu telefonieren, ist kaum möglich. Sie dürfen häufig auch nicht zu uns kommen, weil ihre Eltern sie mit Verweis auf die Ausgangsbeschränkungen nicht gehen lassen. Meist sind es jedoch genau diese Mädchen und Jungen, die besonders von den Kontakten profitieren und die unsere Unterstützung dringend benötigen. Manchmal gelingt es in Kooperation mit dem Jugendamt oder über Lehrer/-innen, Kontakt zu den Kindern oder Jugendlichen herzustellen. Die Mitarbeiter/-innen des Familienhilfezentrums versuchen, auch in der aktuellen Situation an den jungen Menschen dranzubleiben und einen Weg dafür zu finden.

Wir Mitarbeiter/-innen im SOS-Familienhilfezentrum müssen nun abwarten, wie sich die Corona-Situation bzw. die damit verbundenen Beschränkungen entwickeln werden. Für die Zeit, in der Schulen und Kitas wieder öffnen, rechnen wir mit einem deutlichen Anstieg der Anfragen für Vorgespräche sowie für Beratungsgespräche nach §8a SGB VIII und bereiten uns darauf vor: Die Zahl der Neuanmeldungen ist in den vergangenen vier Wochen im Vergleich zu den üblichen Anfragezahlen in demselben Zeitraum des Vorjahres auf ein Viertel zurückgegangen. Wir gehen davon aus, dass sich sehr viele Kinder und Jugendliche bei uns melden werden, sobald sie das Haus wieder verlassen und die Schule oder Kita besuchen dürfen.

Ihre Ansprechpartnerinnen

Bei Fragen zum Umgang mit dem Coronavirus beim SOS-Kinderdorf e.V. und zu den besonderen Herausforderungen, die sich für die Jugendhilfe aktuell stellen, wenden Sie sich gerne an:

SOS-Kinderdorf e.V.
Ressort Pädagogik

Ilona Fuchs
Leiterin Referat Angebots- und Qualitätsentwicklung

ilona.fuchs@sos-kinderdorf.de

Dr. Kristin Teuber
Leiterin Sozialpädagogisches Institut (SPI)

kristin.teuber@sos-kinderdorf.de

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