Zum Warenkorb 0

Zum Warenkorb hinzugefügt:

Schutzgebühr:

Zum Warenkorb
Drei junge Menschen zeigen sich gegenseitig etwas am Laptop-Bildschirm
Faktencheck in Corona-Zeiten

Fake-News enttarnen und den Durchblick behalten

Ein Beitrag von Bianca Beham, Referentin für Angebots- und Qualitätsentwicklung im SOS-Kinderdorf e.V.

Es war einmal ein kleines Virus, das die gewohnte Ordnung ganz schön durcheinanderbrachte. Niemand konnte sagen, wie lange das „Durcheinander“ bleiben und wann das Gefühl der Unbeschwertheit und Sicherheit wiederkehren würde. Die Ängste der Menschen wurden von einigen Schurken medial schamlos ausgenutzt. 

In lang anhaltenden, ungewissen und unsicheren Situationen treibt die Fantasie bei einigen Menschen außerordentliche Blüten. Wer sich einen sachlichen Überblick über aktuelle Themen verschaffen will, findet daher in solchen Zeiten leider nicht nur seriöse und gut recherchierte Informationen, sondern auch Berichte mit erfundenen Inhalten und zweifelhaften Botschaften. Im Internet und in den sozialen Medien tummeln sich Meldungen, Meinungen und Videos mit geradezu abenteuerlichen Ansichten, Verschwörungstheorien und so weiter. Es besteht die Gefahr, auf eine dieser zahlreichen Fake News hereinzufallen. 

Entsprechend ist es wichtiger denn je, Meldungen und Berichte auf ihren Wahrheitsgehalt hin zu überprüfen. Die Überprüfung der Glaubwürdigkeit von Texten und Bildern ist allerdings nicht immer ganz einfach – insbesondere dann nicht, wenn der Urheber alles daransetzt, seine unwahren Geschichten unters Volk zu bringen. Daher haben wir eine medienpädagogische Übersicht zum Faktencheck zusammengestellt.

Checkliste für die Überprüfung des Urhebers

Für eine erste Prüfung, ob man einer Meldung oder einer Internetseite trauen kann, gelten folgende vier Tipps:

  1. Das Impressum prüfen: Für Deutschland gilt die Impressumspflicht. Eine Seite ohne Impressum sollte daher misstrauisch machen. Der Autor des Artikels/der Nachricht sollte angegeben sein: Zur Sicherheit recherchieren, was er noch geschrieben und veröffentlicht hat.
  2. Die Inhalte verifizieren: Datum und Überschrift einer Meldung in eine Suchmaschine eingeben. Wenn niemand anderes über denselben Sachverhalt berichtet und es keine weiteren Quellen gibt, dann sollte man der Nachricht kritisch gegenübertreten. Quellen und Zitate überprüfen: Zu welchen Nachrichten und auf welchen Seiten sind diese noch zu finden? Wirken die anderen Nachrichten glaubwürdig und seriös?
  3. Die URL kontrollieren: Manche Falschmeldungen nutzen unerlaubt das Design bekannter Medienmarken. Daher die Webadresse in der Browser-Zeile überprüfen. Meist unterscheidet sich die Fake-URL vom seriösen Original nur durch einen Zusatz wie einen Bindestrich oder eine Endung wie „.net“.
  4. In sozialen Netzwerken den Absender überprüfen: Das Profil des Absenders kontrollieren, bevor man ein Posting teilt. An bisher veröffentlichten Beiträgen prüfen, ob die Tweets und Postings zeitlich wie inhaltlich schlüssig und konsistent sind. Hat der Account einen blauen Verifizierungshaken?

Online-Tools zur Überprüfung von Fotos und Videos 
Gefälschte Fotos und Videos zu erkennen ist eine besondere Herausforderung. Durch das Zeigen von Bildausschnitten ohne den ursprünglichen Kontext der Aufnahme wiederzugeben und durch nachträgliche Bildbearbeitung werden Aussagen von Fotos und Filmen manipuliert. An Werbetafeln, Verkehrsschildern oder Autokennzeichen kann man jedoch eventuell ablesen, wo die Bilder wirklich aufgenommen wurden. 

Fazit: Fakten-Checken lohnt sich

[---Image_alt---] 18_Fake News_Junge Frau Handy

Fake News sind nicht wahr, nur weil sie im Internet zu finden sind oder weil jemand voller Überzeugung etwas behauptet. Dies ist auch eine wichtige Botschaft an die von uns betreuten Kinder und Jugendlichen. Mit ein bisschen Unterstützung können sie zu begeisterten Fakten-Checkern werden. Bleiben wir also kritisch, ohne übertrieben misstrauisch zu sein, und nutzen wir die vielfältigen Möglichkeiten, Nachrichten zu prüfen, uns zu informieren und uns eine eigene Meinung zu bilden!

Quelle 
Die Inhalte für diesen Artikel wurden der Internetseite der Bundeszentrale für politische Bildung (bpb) entnommen. Dort gibt es weitere hilfreiche und interessante Informationen. Viel Spaß beim Googeln, Surfen und Faktenchecken!

Inhaltlicher Faktencheck: Websites und Online-Tools 

Beim Überprüfen von Meldungen helfen professionelle Faktencheck-Tools:

  • Hoaxmap: Auf dieser Seite findet man bereits enttarnte Fake News und Gerüchte, die in Deutschland in Umlauf waren. 
    www.hoaxmap.org
  • Faktenfinder: Die JournalistInnen der ARD-Redaktion untersuchen den Wahrheitsgehalt von Meldungen aus dem In- und Ausland und stellen die Ergebnisse auf dieser Plattform zur Verfügung. Außerdem finden Nutzer/-innen dort Tutorials, etwa zum kritischen Umgang mit Statistiken.
    http://faktenfinder.tagesschau.de/index.html
    http://faktenfinder.tagesschau.de/tutorials/fakenews-erkennen-tutorial-101.html
  • Mimikama und Hoaxsearch: Der Verein Mimikama will Internetbetrug und -missbrauch sowie Falschmeldungen aufdecken. Fragwürdige Nachrichten von Twitter, Facebook oder Whatsapp können zur Überprüfung an die Redaktion gesendet werden. Mit der zugehörigen Suchmaschine Hoaxsearch lassen sich Fakes gezielt per Schlagwortsuche finden.
    www.mimikama.at
    www.hoaxsearch.com

Tools zum Foto- und Video-Check

  • Google Bildersuche: Google bietet die Möglichkeit, gezielt nach dem Ursprung eines Fotos zu suchen. Die Datenbank wird nach Websites, die das Bild enthalten, und nach ähnlichen oder identischen Fotos durchforstet. Einfach die URL oder das Foto eingeben und auf das Kamerasymbol klicken, um den Suchdurchlauf zu starten.
    www.google.de/imghp
  • First Draft News: Die Seite erklärt, wie man Gerüchte, Bilder und Videos verifiziert, die sich in sozialen Netzwerken verbreiten. Basis ist ein internationales Partnernetzwerk aus Redaktionen und Menschenrechtsorganisationen, in Deutschland etwa dpa, Zeit, ARD und ZDF. 
    www.firstdraftnews.com
  • Tineye: Durch eine Rückwärts-Bildersuche lässt sich prüfen, ob es sich bei einem Bild um ein Originalfoto handelt. Einfach Foto-URL oder -Upload eingeben und starten.
    www.tineye.com (englischsprachig)
  • Youtube Dataviewer: Die Hilfsorganisation Amnesty International hat dieses Online-Tool entwickelt, um die Verbreitung von Fake News und Videos auf Youtube zu erschweren. Nach Eingabe einer Youtube-URL erkennt das Programm Ort und Zeitpunkt der Aufnahme. 
    https://citizenevidence.amnestyusa.org