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Die häufigsten Fragen

Alles was Sie rund um den Beruf SOS-Kinderdorfmutter / SOS-Kinderdorfvater wissen sollten

Wir haben für Sie die Antworten auf die häufigsten Fragen zusammengestellt

Was ist eine SOS-Kinderdorffamilie?

Eine SOS-Kinderdorfmutter oder ein SOS-Kinderdorfvater bildet zusammen mit den 6 anvertrauten Kindern und Jugendlichen eine Lebensgemeinschaft. Teil dieser Familie können auch die Partner/-innen der SOS-Kinderdorfmütter oder -väter sein genauso wie ein eigenes Kind. Die aufgenommenen Kinder kommen vor allem aus Familien, in denen die Eltern ihnen nicht die notwendige Erziehung und Geborgenheit geben können. Ziel ist es, die Entwicklung dieser Kinder aktiv zu begleiten, gemeinsam Krisen zu überwinden und Fortschritte zu erleben und die jungen Menschen schließlich in ein selbstständiges Leben zu führen. Die SOS-Kinderdorffamilie bietet hierfür einen Lebensraum, in dem Vertrauen und Beziehungen wachsen können.


Mehr Informationen über SOS-Kinderdorffamilien

Wie wohnen SOS-Kinderdorffamilien?

Jede SOS-Kinderdorffamilie lebt in einem eigenen Haus mit Garten. Für das gemeinsame Familienleben ist ein großzügiger Wohn- und Essbereich da, der von allen zusammen nach ihrem Geschmack gestaltet wird. Zum Spielen, Schlafen, Lernen gibt es Einzel- und Doppelzimmer für die Kinder und natürlich hat auch die Kinderdorfmutter oder der Kinderdorfvater ein eigenes Reich.

Die Häuser liegen in einem SOS-Kinderdorf, in dem mehrere Familien leben. Im Laufe der Jahre sind in den SOS-Kinderdörfern neben den SOS-Kinderdorffamilien weitere Angebote wie zum Beispiel Wohn- und Tagesgruppen entstanden. In den Kindertagesstätten werden auch Kinder aus der Umgebung betreut. SOS-Kinderdörfer sind heute Lebens- und Lernorte mit einer lebendigen Ausstrahlung in die Region. Der vielfältige Austausch mit anderen gibt den SOS-Kinderdorfmüttern und -vätern Rückhalt und immer wieder neue Impulse für den Berufsalltag.

Welche Aufgaben haben SOS-Kinderdorfmütter und -väter?

Die SOS-Kinderdorfmütter und -väter sind für die ihnen anvertrauten Kinder emotionale Bezugs- und zugleich Erziehungspersonen. Sie nehmen diese Rolle wahr, bis die Kinder selbstständig sind oder in ein anderes Betreuungsverhältnis wechseln. Sie gestalten das Familienleben, führen den Haushalt und sorgen für einen geregelten Tagesablauf. Als pädagogische Fachkräfte begleiten sie gemeinsam mit den anderen Mitarbeiter/-innen gezielt die Entwicklung der Kinder und Jugendlichen. Ebenso sind sie an der Kooperation mit den Jugendämtern beteiligt.

Wer unterstützt SOS-Kinderdorfmütter und -väter bei ihren Aufgaben?

SOS-Kinderdorfmütter und -väter arbeiten Hand in Hand mit weiteren Mitarbeiter/-innen des SOS-Kinderdorfes. Im Familienalltag werden sie von Erzieher/-innen und Hauswirtschaftskräften unterstützt. Außerdem können sie sich jederzeit an den pädagogischen Fachdienst wenden. Regelmäßige Supervision hilft ihnen dabei, ihre pädagogische Arbeit zu reflektieren.

Welche Kinder leben in einer SOS-Kinderdorffamilie?

Vor allem Kinder, deren Wohl in ihrem bisherigen Lebensumfeld trotz unterstützender und ergänzender Hilfen nicht gewährleistet werden kann. Zum Zeitpunkt der Aufnahme ist die kurz- oder mittelfristige Rückkehr in die Herkunftsfamilie üblicherweise nicht absehbar. Kinderdorffamilien nehmen Kinder bis zum Alter von 12 Jahren auf – bei Geschwistergruppen mitunter auch ältere Kinder, damit sie im SOS-Kinderdorf miteinander aufwachsen können. Durchschnittlich leben die Kinder 7 Jahre im SOS-Kinderdorf.

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Haben die Kinder weiterhin Kontakt zu ihren Eltern und Angehörigen?

Soweit dies möglich ist, legen wir sogar besonderen Wert darauf. Für die Entwicklung der Kinder und Jugendlichen ist der beständige Kontakt zu ihren Herkunftsfamilien sehr wichtig. Die Zusammenarbeit mit den Angehörigen erleichtert das Aufarbeiten des Erlebten und der oft problematischen Beziehungen zwischen den Kindern und ihren Herkunftsfamilien. Dieser Prozess ist ein wichtiger Schritt zur Identitätsfindung.

Wie sieht das Privatleben einer SOS-Kinderdorfmutter oder eines SOS-Kinderdorfvaters aus?

Der Beruf und die mit ihm verbundene ganzheitliche Lebensweise sind einzigartig: Kinderdorfmütter und -väter können Arbeit- und Privatleben miteinander verbinden. Jede SOS-Kinderdorffamilie gestaltet ihr Zusammenleben individuell und je nach Familiensituation. Zur Unterstützung im Alltag steht den SOS-Kinderdorfmüttern und -vätern ein Mitarbeiterteam professionell zur Seite. Das schafft auch Freiräume für private Kontakte, die Pflege der Partnerschaft und persönliche Interessen. Ihren freien Tag bzw. – je nach vertraglicher Regelung – zwei freie Tage pro Woche und ihren Urlaub verbringen Kinderdorfmütter und -väter meistens außerhalb des Dorfes und ohne die betreuten Kinder.

Ist die Tätigkeit als SOS-Kinderdorfmutter oder -vater auch mit einem eigenen Kind möglich?

Grundsätzlich ja. Voraussetzung dafür ist, dass die Bewerber/-innen das Aufwachsen ihres Kindes mit anderen Kindern als bereicherndes Lernfeld ansehen. Praxisjahr und Ausbildung sind meistens arbeitsintensiv und mit Ortswechseln verbunden. Diese Zeit kann mit einem jüngeren Kind belastend sein. Aus diesem Grund sollte das eigene Kind mindestens 4 Jahre alt sein.

Gibt es besondere Erwartungen an SOS-Kinderdorfmütter und SOS-Kinderdorfväter?

Der SOS-Kinderdorf e.V. legt in seinem pädagogischen Konzept großen Wert auf beständige Beziehungen zu den aufgenommenen Kindern. Es ist sehr wichtig, den Kindern weitere Beziehungsabbrüche zu ersparen und ihnen so eine möglichst optimale Entfaltung und Entwicklung zu ermöglichen. SOS-Kinderdorfmütter und -väter sollten deshalb dazu bereit sein, sich zeitlich und emotional auf diese längerfristige Aufgabe einzulassen.

Was ist, wenn die Kinder erwachsen werden?

Kehren die Kinder und Jugendlichen nicht in ihre Herkunftsfamilien zurück, bleiben sie bis zur Selbständigkeit in der SOS-Kinderdorffamilie. Auch die anschließende Aufnahme in eine Jugendeinrichtung des SOS-Kinderdorf e.V. ist möglich, wenn dies aufgrund der schulischen oder beruflichen Laufbahn sinnvoll ist. Mit dem Herauswachsen der Kinder stehen die Kinderdorfmütter und -väter vor der Entscheidung, ob sie eine neue Kindergeneration aufnehmen, in ihren alten Beruf zurückkehren oder sich neu orientieren wollen.

Wie sieht die fachliche Ausbildung der SOS-Kinderdorfmütter und -väter aus?

Der SOS-Kinderdorf e.V. bildet Bewerber/-innen ohne entsprechenden fachlichen Hintergrund zu staatlich anerkannten Erzieherinnen und Erziehern aus. Das Besondere an dieser berufsbegleitenden Ausbildung ist der Praxis-Theorie-Mix. Im berufspraktischen Teil arbeiten die Auszubildenden in SOS-Kinderdorffamilien mit. Die theoretische Ausbildung erfolgt an einer Erzieherfachschule. Neben Pädagogik und Psychologie werden auch allgemeinbildende Fächer unterrichtet. Die berufsbegleitende Ausbildung dauert in der Regel drei Jahre.

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Welche Vergütung erhalten SOS-Kinderdorfmütter und -väter?

Sofern die regionale Erzieherfachschule vor Ausbildungsbeginn ein Praktikum vorschreibt, beträgt die monatliche Vergütung in diesem Zeitraum ca. 1.800 Euro brutto. Die Vergütung von Kinderdorfmüttern und -vätern ist entsprechend der außergewöhnlichen Aufgabe und des besonderen persönlichen Einsatzes höher als die reguläre Vergütung für Erzieher/-innen. Je nach Berufserfahrung beträgt sie im ersten Beschäftigungsjahr inklusive Zulagen zwischen 4.200 und 4.800 Euro brutto – abhängig davon, ob ein oder zwei freie Tage pro Woche vereinbart sind. Für den Lebensunterhalt der Kinderdorffamilie gibt es zusätzlich Wirtschaftsgeld.

Wer ist der Arbeitgeber?

Arbeitgeber ist der SOS-Kinderdorf e.V. Er verfügt über jahrelange Erfahrung und umfassendes Spezialwissen in der familiennahen Betreuung von Kindern. Darüber hinaus engagiert sich der SOS-Kinderdorf e.V. auf vielfältige Weise für das Wohl und die Rechte von Kindern, Jugendlichen und Familien. Er arbeitet politisch und konfessionell unabhängig. Der Verein ist ein anerkannter Träger der freien Kinder- und Jugendhilfe. Er wurde 1955 in München gegründet, um in Not geratenen Kindern in Deutschland eine Familie und ein Zuhause zu geben. Ursprünglich fanden vor allem Waisen Aufnahme in ein Kinderdorf. Aufgrund der gesellschaftlichen Entwicklungen wachsen in den SOS-Kinderdorffamilien heute überwiegend Kinder auf, deren Eltern sich nicht im erforderlichen Umfang um sie kümmern können.

Gibt es ein ideales Einstiegsalter für Kinderdorfmütter oder -väter?

Die Aufgaben einer Kinderdorfmutter bzw. eines Kinderdorfvaters sind sehr vielfältig. Um ihnen gewachsen zu sein, sollten sie Lebenserfahrung mitbringen, einen eigenen Haushalt geführt und das Berufsleben einige Jahre kennen gelernt haben. Das Konzept der SOS-Kinderdorffamilie setzt auf Kinderdorfmütter und -väter, die mindestens eine Generation Kinder betreuen und begleiten – solange, bis die jungen Menschen selbstständig sind. Auch wenn diese das Haus verlassen haben, bleiben Kinderdorfmutter oder -vater meistens weiterhin eine wichtige Bezugsperson. Vor diesem Hintergrund liegen zwischen dem Ende der Praktikumszeit bzw. dem Abschluss der Ausbildung zum/zur staatlich anerkannten Erzieher/-in und dem Eintritt in den Ruhestand idealerweise noch mindestens 15 bis 20 Jahre.

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Ist eine Bewerbung auch für Quereinsteiger möglich?

Ja, die Tätigkeit der SOS-Kinderdorfmutter oder des SOS-Kinderdorfvaters kann Quereinsteigern eine neue Berufs- und Lebensperspektive bieten. Der SOS-Kinderdorf e.V. eröffnet ihnen die Möglichkeit, ohne fachliche Ausbildung in einen Sozialberuf einzusteigen. Die erforderliche Ausbildung absolvieren sie berufsbegleitend im Rahmen eines Anstellungsverhältnisses beim SOS-Kinderdorf e.V.


Voraussetzungen sind:

  • Mittlerer Bildungsabschluss
  • Bereitschaft zu längerfristigen Beziehungen
  • Organisationstalent
  • Körperliche und seelische Belastbarkeit
  • Teamfähigkeit
  • Bereitschaft, im SOS-Kinderdorf zu leben
  • Flexibilität
  • Vereinbarkeit mit der privaten Situation (Kind/Partner/-in)

Download Infobroschüre

Sie haben weitere Fragen oder möchten sich bewerben?

Unter der folgenden Kontaktadresse können Sie uns Ihre Bewerbung als SOS-Kinderdorfmutter / SOS-Kinderdorfvater zukommen lassen. Gerne stehen wir auch für Ihre Fragen zur Verfügung.

Personalservice
Frau Sabine Tulach
SOS-Kinderdorf e.V.
Renatastraße 77
80639 München
Tel: 089/12606-315
E-Mail: kdm@sos-kinderdorf.de