Das Konzept der Mehrgenerationenhäuser verbindet professionelle Unterstützung mit bürgerschaftlichem Engagement; es stärkt das gemeinschaftliche Leben im Sozialraum und bringt Menschen aller Generationen zusammen.
SOS-Mehrgenerationenhäuser
Die Mehrgenerationenhäuser leisten einen wichtigen Beitrag zum sozialen Zusammenhalt vor Ort, indem sie offene Angebote, freiwilliges Engagement sowie Leistungen der Kinder-, Jugend- und Altenhilfe und Beratung unter einem Dach vereinen. Sie werden im Rahmen des Bundesprogramms „Mehrgenerationenhaus. Miteinander – Füreinander” des Bundesministeriums für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend gefördert.
Bereits in den 1980er-Jahren begann das SOS-Mütterzentrum Salzgitter mit der Umsetzung des generationsübergreifenden Ansatzes. Dieses Konzept diente als fachliche Grundlage für das Bundesprogramm. Die Mehrgenerationenhäuser von SOS-Kinderdorf zeichnen sich insbesondere durch folgende Merkmale aus:
Professionelle Hilfen und bürgerschaftliches Engagement
Mehrgenerationenhäuser sind offene Orte für Menschen aus dem Sozialraum – häufig auch für jene mit noch unklaren Anliegen. Viele von ihnen erleben dort, dass sie nicht nur Angebote nutzen, sondern sich aktiv einbringen können. Durch die Übernahme von Verantwortung und die Erfahrung von Selbstwirksamkeit stärken sie ihr Selbstvertrauen. Ob beim Kochen, in der Kinderbetreuung oder beim Sprachunterricht: Es entsteht ein vielfältiges Netzwerk gegenseitiger Unterstützung.
Vier Generationen unter einem Dach
Mehrgenerationenhäuser fördern den Austausch zwischen den Generationen – von der Kinderbetreuung über Qualifizierungsangebote für Jugendliche (z.B. lernen sie das Arbeitsfeld der Altenpflege kennen) bis zu Begegnungsformaten zwischen jungen Familien und älteren Menschen. Ältere Menschen bleiben aktiv eingebunden, geben Wissen und Erfahrung weiter und erhalten zugleich Unterstützung. So entsteht ein lebendiges Miteinander.
Integration und soziale Teilhabe
Besonders Menschen, die von sozialer Isolation bedroht oder betroffen sind – etwa ältere Alleinstehende, Alleinerziehende, von Armut betroffene Familien oder Menschen mit Zuwanderungsgeschichte – finden hier einen offenen und wertschätzenden Ort. Das Mehrgenerationenhaus nimmt Menschen in ihrer jeweiligen Lebenssituation an und eröffnet Möglichkeiten zur aktiven Teilhabe und Selbstwirksamkeit im gemeinsamen Tun.
Präventive Wirkung für Kinder und Familien
Eltern erhalten niedrigschwellige und unbürokratische Unterstützung. Zugleich werden sie ermutigt, eigene Kompetenzen einzubringen. Kinder erleben ihre Eltern so als aktiv handelnde Mitglieder einer Gemeinschaft. Gemeinsames Lernen, gegenseitige Unterstützung bei Hausaufgaben oder ergänzende Förderangebote stärken ihre soziale Kompetenzen und Bildungschancen.
Ein zukunftsweisendes Konzept
Gesellschaftliche Veränderungen – längere Lebensphasen im Alter, zunehmende Vereinzelung und räumliche Distanz zwischen Generationen – stellen neue Anforderungen an das Zusammenleben. Mehrgenerationenhäuser greifen diese Entwicklungen auf und verbinden Menschen und Generationen. Sie schaffen Orte der Begegnung, fördern das Einbringen eigener Kompetenzen, soziale Netzwerke und knüpfen an die Stärken einer Großfamilie an.
