10. 08. 2018Quelle: Hildegard Schooß

Uralte Steine vom Kloster Helfta im MÜZE verbaut

Weg zum Eingang eines Gebäudes

Alte Steine im neuen Glanz – verlegt im SOS-Mütterzentrum Salzgitter.

In den letzten Tagen waren die Handwerker damit beschäftigt den Hauptweg zum Hauseingang neu zu verlegen. Die buckligen Stellen und Stolpersteine, die sich im Laufe von 20 Jahren aus ihrem Bett herausbewegt hatten, sollten begradigt werden. Und als die alten Steine alle auf einer Stelle aufgeschichtet waren, fiel mir die Geschichte dieser Steine wieder ein.

Kirche mit Menschen davor Bild vergrößern

Das Kloster Helfta in Sachsen-Anhalt, Quelle der gut 700 Jahre alten Steine.

Als das Mütterzentrum gebaut wurde war es mir wichtig, nicht nur Neues in unser neues Haus einzubauen, sondern auch was Altes, das schon Geschichten mitbrachte. Und so kam es mir gerade recht, als die DEUMU (Salzgitter AG) uns als Spende einen Tieflader voll historischer Sandsteine ablud. Eine Rarität! Sie wurden nach einem Plan des Landschaftsplaners in die Wege und die Wiese verbaut. Damit hatten die alten Steine einen neuen Platz gefunden, wo sie auch noch viele Jahre liegen bleiben sollen um an dieser Stelle Altes mit Neuem zu verbinden.
Pflastersteine Bild vergrößern

Alt und Neu nebeneinander im Kloster Helfta.

Diese Bruchsteine stammen aus dem Zisterzienserinnenkloster Helfta, das in Sachsen-Anhalt liegt. Dort waren sie etwa seit dem 13. Jahrhundert verbaut; also sind sie mindestens 720 Jahre alt. Ein stolzes Alter und immer noch nützlich. Früher hat man sie sicher zum Hausbau gebraucht, aber heute wurden sie auch im wieder aufgebauten Kloster für die Wege und eine kleine Straße verwendet. Eine schöne Geschichte, die uns vielleicht motiviert, hin und wieder einen ehrfurchtsvollen Blick auf unsere Wege zu werfen und uns darüber zu freuen.

Steingeschichte

Gehäufte Steine Bild vergrößern

Historische Steine warten auf ihren neuen Einsatz im Mütterzentrum.

Historische Bruchsteine sind handgehauene, gebrauchte Mauersteine, Pflastersteine usw. Dieses Material wurde vor hunderten von Jahren von unseren Vorfahren in mühsamer Kleinarbeit per Hand, ohne moderne Maschinen, aus dem Stein gehauen. Man kann sich heutzutage nur schwer vorstellen, wieviel Arbeit, Mühe, Schweiß und oft auch Blut in jedem einzelnen dieser Steine steckt. Wir sind der Überzeugung, dass dieses historische Baumaterial nicht achtlos zerstört oder weggeschmissen werden darf. Der Respekt vor den unglaublichen Leistungen unserer Vorväter und -mütter gebietet es hier mit Achtung und Vorsicht dieses historische Kulturgut zu retten und zu schützen.
(Quelle: www.natursteinpark.de)