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Bäume schubsen...

23. November 2018

Waldspaziergang

Wer weiß denn noch die Regeln?

...oder wie kommen die Tannennadeln in den Tee?

Freitag ist normalerweise „Waldtag“ bei der Rasselbande. Inge verbringt dann den Vormittag mit den Kindern im großen Wohnzimmer am Rande einer Lichtung unterhalb des Bismarckturmes. Leider konnte der Ausflug auf Grund von Personalmangel ca. ein halbes Jahr nicht stattfinden. Als mich Inge dann fragte, habe ich gerne zugesagt – denn Freitag habe ich frei und bin gerne für Abenteuer zu haben.

Der Weg vom MüZe zieht sich ganz schön hin. Deshalb wird der erste Teil mit dem Linienbus bewältigt. Also Inge voraus, die Kinder Hand an Hand hinterher und das Schlusslicht bilde ich mit dem Bollerwagen. Für so einen Ausflug muss man ja auch einiges mitnehmen. Die Kinder tragen zwar ihr Frühstück in ihrem Rucksack dabei, aber es werden auch Sitzkissen, Tee, Tücher - und für alle Fälle – ein Verbandskasten gebraucht.

Mit dem Bus geht’s schneller

An der Bushaltestelle müssen wir gar nicht auf die „richtige“ Linie warten. Der Busfahrer der ähnlichen Route nötigt uns fast, einzusteigen. Bei ihm wäre das Ein- und Aussteigen mit dem Bollerwagen viel einfacher, da er den Bus hydraulisch zur Seite neigen kann. O.k., sind wir eher an unserer Haltestelle. Jetzt kommt noch ein etwas anstrengender Weg bergauf an der Straße entlang und dann sind wir endlich im Wald.

Bevor alle losrennen können, gibt es noch eine Ermahnung. „Wer weiß noch unsere Regeln im Wald? Iffy ist das erste Mal mit und kennt diese noch nicht“, so Inge. „Nur so weit weglaufen, dass wir uns nicht aus den Augen verlieren. Und der Bollerwagen ist immer unser Treffpunkt. Keinen Müll in den Wald werfen und wenn wir etwas Komisches finden, nicht anfassen und Bescheid sagen …“ Die Kinder kennen sich aus.

Dann sind wir am Lager angekommen. Etwas auseinander gefallen sind die geflochtenen „Wände“ – nach einer so langen Zeit der Nichtnutzung kein Wunder. Aber jetzt wird erst einmal gefrühstückt. Dann alles wieder in die Rucksäcke, die ab an „Haken“ am Baum.

Waldspaziergang

Hier muss mal wieder aufgeräumt werden!

Es rieseln die Nadeln

Während die Kinder Holzstämme für eine Brücke sammeln, inspiziert Inge den Baumbestand. Morsch, morsch, morsch. „Los, bevor die Bäume eine Gefahr für die Kinder sein können, schubsen wir sie um.“ Ich bin da erst etwas skeptisch – aber kracks liegt der erste um. Und es macht Spaß! Sogar die Kinder machen jetzt mit.

Alles hat (leider) ein Ende, noch einen warmen Tee und der Weg führt wieder zurück zur Bushaltestelle. Weil Warten total langweilig ist, spinnt Inge wieder eine von ihren schönen Geschichten, in dem jedes der Kinder vorkommt. Diesmal hat der Bus einfach nicht am MüZe gehalten, sondern ist bis zum Rammelsberg in  Goslar durchgefahren. Und dann … Und dann am anderen Tag sitze ich in einer Besprechung, gieße mir aus meiner Thermoskanne Tee ein – huch, da ist eine Tannennadel drin. Bei der zweiten Portion auch. Hmm. Am nächsten Tag spricht mich Inge an. „Hast Du auch überall Tannennadeln vom Bäume schubsen gehabt? Bei mir waren die sogar in der Unterwäsche …“ Stimmt, Nadeln waren überall, auch natürlich in meinen Haaren und von dort aus müssen sie sich den Weg in meine Thermoskanne erschlichen haben!

Quelle: Dagmar Frommelt