Wohngruppen
Jede einzelne Bedarfssituation ist anders und erfordert individuelle Hilfemaßnahmen. Um den verschiedenen Bedürfnissen der Kinder besser gerecht zu werden, haben wir neben der klassischen Kinderdorffamilie weitere Wohngruppenformen entwickelt. Mittlerweile bestehen im SOS-Kinderdorf Worpswede, in Osterholz-Scharmbeck und Bremen-Nord insgesamt sieben Wohngruppen mit unterschiedlichen pädagogischen Ausrichtungen.
Im sicheren Raum zur Ruhe kommen
Basis unserer pädagogischen Betreuung ist wie in klassischen Kinderdorffamilien der familienorientierte Ansatz. Denn Geborgenheit ist für die Entwicklung der Kinder wichtig. Häufig haben sie in ihren Herkunftsfamilien über einen längeren Zeitraum seelische Verletzungen, Ängste und viele Unsicherheiten erlebt. Anstelle einer SOS-Kinderdorfmutter als Hauptbezugsperson ist bei den Wohngruppen der bzw. die Bezugsbetreuer:in für die persönlichen Belange des Kindes besondere Ansprechperson. Gemeinsam mit einem Team von mindestens fünf pädagogischen Mitarbeitenden im Schichtdienst, ist er oder sie an sieben Tagen die Woche, rund um die Uhr für die Kinder da.
Im familiären Rahmen, mit festem Tagesablauf und klaren Regeln können die Kinder zur Ruhe kommen, Vertrauen und Mut fassen und sich neu ausrichten. Im täglichen Zusammenleben in der Wohngruppe erfahren sie Aufmerksamkeit, Halt, Gemeinschaft und emotionale Stabilität. Auch der Kontakt zur Herkunftsfamilie wird, soweit möglich, wertschätzend gepflegt.
Entwicklungsförderung im Fokus
Kinder mit Entwicklungsdefiziten oder mit besonderem Förderbedarf finden in unseren heilpädagogischen Wohngruppen in Worpswede und Bremen-Nord ein neues Zuhause. Ein fachlich versiertes Team aus Sozialpädagog:innen, Heilpädagog:innen, Erzieher:innen und Psycholog:innen gewährleistet, dass jedes einzelne Kind genau die individuelle Förderung erhält, die es benötigt, um gestärkt und neugierig den weiteren Lebensweg bestreiten zu können. Zweimal jährlich legen die Verantwortlichen in einem Hilfeplan fest, ob weitere Experten hinzugezogen werden, um die Kinder motorisch, psychisch, sozial und kognitiv bestmöglich zu unterstützen. So werden z. B. schulische Anforderungen zielgerichtet unterstützt und soziale Einbindung und Verständigung immer wieder eingeübt.
Traumata überwinden
Wer früh Opfer von Gewalt wurde oder Mängel im Elternhaus erlebt hat, braucht besondere Zuwendung, um sich positiv entwickeln zu können. Daher ergänzt in einigen Fällen ein Traumapädagoge bzw. eine Traumapädagogin das Betreuungsteam. Negative Erfahrungen können z. B. in einer Gesprächs- oder Gestalttherapie oder durch therapeutisches Reiten behutsam verarbeitet werden.
Eigene Perspektiven entwickeln
Zentrales pädagogisches Prinzip der Jugendwohngemeinschaft ist die Beteiligung. Das bedeutet: Entscheidungen werden gemeinsam mit den Jugendlichen getroffen.
Im täglichen Zusammenleben lernen die Jugendlichen kooperatives Verhalten und eine angemessene Konfliktlösung. Auch hier wird großer Wert auf Familiarität und Gemeinschaft gelegt. Als wichtige Bezugspersonen sind die pädagogischen Betreuer:innen rund um die Uhr vor Ort und haben immer ein offenes Ohr – ob es um schulische Konflikte, Berufsfindung oder um ganz persönliche Probleme geht. Dabei steht jedem Jugendlichen ein:e persönliche:r Bezugsbetreuer:in in besonderer Weise zur Seite.
Die zentrale Lage der Jugendwohngemeinschaft in Pennigbüttel in Osterholz-Scharmbeck bietet Jugendlichen zugleich eine geeignete Infrastruktur zur eigenständigen Gestaltung ihres täglichen Lebens: Weiterführende Schulen, Ausbildungsstätten und Freizeitangebote sind gut mit Fahrrad oder öffentlichen Verkehrsmitteln zu erreichen.
Unsere Wohngruppen im Überblick:
- Sozialpädagogische Hausgemeinschaft
- Systemisch-naturpädagogische Wohngruppe
- Heilpädagogische Integrationsgruppe
- Heilpädagogische Kinderwohngruppe
- Jugendwohngruppe
- Wohngruppe für unbegleitete minderjährige Geflüchtete
