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SOS-Kinderdorf Worpswede blüht auf

24. Juli 2019


Auch die Kleinsten hatten viel Freude auf der Wildblumenwiese

Auch die Kleinsten hatten viel Freude auf der Wildblumenwiese

Eine Blühwiese für Wildbienen

Das SOS-Kinderdorf Worpswede blüht auf: Gemeinsam mit der Deutschen Wildtier Stiftung und der finanziellen Unterstützung durch die Dr. Marion Meyenburg-Stiftung entsteht derzeit auf zwei Fußballfeldern im Kinderdorf neuer Lebensraum für die bedrohten Wildbienenarten.

Ohne Bestäubung durch die Wildbienen würde es viele Nahrungsmittel nicht geben. Der Lebensraum für Bienen wird jedoch immer knapper. „Wir möchten in Worpswede unseren Beitrag leisten und einen neuen Lebensraum für die Wildbienen schaffen“, erklärt Joachim Schuch, Gesamtleiter vom SOS-Kinderdorf Worpswede. „Es ist uns wichtig, ein Bewusstsein bei uns im Team und bei unseren Kindern und Jugendlichen für den Natur- und Artenschutz zu schaffen und sich nachhaltig zu engagieren“, so Schuch weiter.

Ein wichtiges Projekt für die Artenvielfalt

„Die Anlage der Blühwiese im SOS-Kinderdorf ist eine ideale Kombination aus Artenschutz und Naturbildung für Kinder

„Wir möchten in Worpswede unseren Beitrag leisten und einen neuen Lebensraum für die Wildbienen schaffen“, erklärt Joachim Schuch, Gesamtleiter vom SOS-Kinderdorf Worpswede.

„Die Anlage der Blühwiese im SOS-Kinderdorf ist eine ideale Kombination aus Artenschutz und Naturbildung für Kinder, was wir sehr gern unterstützen“, betont auch Gaby Schürmann, Leiterin Strategisches Marketing der Deutschen Wildtier Stiftung. Denn Wildbienen sind hochbedroht und unverzichtbar. Der Lebensraum für Wildbienen und andere Insekten wird knapp. Es fehlt es an Nahrungsquellen und Nistmöglichkeiten! Daher packt die Crew vom SOS-Kinderdorf mit an und schafft für die nützlichen Bestäuber neuen Lebensraum. Mit 4,5 Hektar Geländefläche konnten für die artenreiche Blühwiese 2.000 Quadratmeter zur Verfügung gestellt werden. Die Arbeit mit Tieren ist im Kinderdorf nicht neu und so war Joachim Schuch gleich überzeugt, als der Dorfgärtner Bernd Fust ihm die Idee der Wildbienenwiese unterbreitete. Im Kinderdorf Worpswede ist bereits das Angebot der tiergestützten Pädagogik eine feste Größe zur Stärkung der Kinder und wird mit Hilfe von Unterstützern weiter ausgebaut. Die Arbeit mit Pferden, Schafen und seit neustem auch Kleintieren, wie Meerschweinchen und Hasen, stärkt das Selbstbewusstsein der Kinder und hilft dabei, Traumata mit ruhigen Weggefährten zu verarbeiten. Auf dem Kooperationshof Fabelhof – der direkt gegenüber vom Kinderdorf liegt und auf dem ebenfalls die Reittherapien stattfinden - wird regelmäßig gemeinsam mit den Kindern auch Apfelsaft gemostet. Da ist die bunte Blühwiese für Wildbienen ein weiterer Baustein, um mehr Nachhaltigkeit im Kinderdorf zu leben. Neu gesetzte Obstbäume ergänzen das Nahrungsangebot für die Bestäuber.

Ein Hobbyimker unterstützt mit Know-How

„Wir freuen uns sehr darüber, dass die Deutsche Wildtier Stiftung uns unterstützt und uns sowohl mit der Saat, den Wildbienenhotels als auch mit dem geballten Know-How zur Seite steht“, so Bernd Fust. Mit dem Landschaftsgärtner hat das Kinderdorf Worpswede aber auch einen Experten an Bord. Denn er ist gleichzeitig Hobbyimker und betreut die Gartengruppe mit den Kindern seit Jahren. Im Kinderdorf wurden Anfang des Jahres Bodenarbeiten durch ihn vorbereitet und das regional zertifizierte Saatgut der Deutschen Wildtier Stiftung ausgesät, um Blühflächen für die Wildbienen zu schaffen. Zusätzlich wurden zwei große Wildbienenhotels aufgestellt, die den Bestäubern, neben den natürlichen Niststrukturen im Boden und im Totholz, weitere Nistmöglichkeiten bieten. Informationstafeln auf der Rückseite erläutern kindgerecht, was Wildbienen in ihrem Lebensraum brauchen. Ermöglicht wurde dieses Projekt durch die finanzielle Förderung der Dr. Marion Meyenburg-Stiftung, denen ein großer Dank gilt. Denn Wildbienen sichern als Bestäuber vor allem im Obst- und Gemüsebau landwirtschaftliche Erträge. Darüber hinaus erhalten sie durch ihre Bestäubungsleistung die Vielfalt an Wildblumen. Schon 52 Prozent unserer heimischen Wildbienenarten stehen auf der Roten Liste, die letztmalig 2011 für ganz Deutschland erarbeitet wurde.

Bernd Fust hat gemeinsam mit den Kindern aus dem Kinderdorf genau diese Thematik aufgegriffen und die Saat ausgebracht. Ziel ist es, auch bei den kleinsten Bewohnern das Bewusstsein zu schaffen, dass Lebewesen und Tiere schützenswert sind. „Die Kinder sind so interessiert und neugierig. Wir werden Entdeckerpfade durch die Blühwiese anlegen, so dass die Kinder die Möglichkeit bekommen, gemeinsam Honigbienen, Wildbienen, Schmetterlingsarten und weitere Tiere zu entdecken und an den beiden Wildbienenhotels zu beobachten“, so Bernd Fust.