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Parlamentarischer Abend im Schweriner Landtag

02. November 2022

Das SOS-Kinderdorf Vorpommern zu Gast beim Parlamentarischen Abend im Schweriner Landtag

Am 27.09.2022 lud der Paritätische MV zum Parlamentarischen Abend in das Schlosscafé im Landtag Mecklenburg-Vorpommern ein. Im Mittelpunkt der Veranstaltung stand die  Kinder- und Jugendhilfe. Von den insgesamt rund 60 Gästen haben neben Landtagspräsidentin Birgit Hesse aus den Reihen der Politik 14 Abgeordnete und  Staatssekretärin Silvia Grimm teilgenommen.
Auch das SOS-Kinderdorf Vorpommern war als Mitgliedorganisation beim Parlamentarischen Abend vertreten. Hannes Masloboy, Koordinator des SOS-Familienzentrums in Grimmen, sowie Kollegin Melanie Hoenig, Bereichsleiterin der Ambulanten Hilfen zur Erziehung beim SOS-Kinderdorf Vorpommern, berichteten vor den Abgeordneten des Parlamentes über die aktuelle Situation und die Herausforderungen im Bereich der Kinder- und Jugendhilfe des SOS-Kinderdorf-Vereins, die auch hier immer mehr an Bedeutung gewinnt. „Das SOS-Familienzentrum ist mit seinem großen Spektrum an Angeboten und der Verbindung interdisziplinärer Bereiche (Fachkräfte und Netzwerke) ein unverzichtbares Bindeglied der Kinder- und Jugendhilfe der Region. Die Anzahl der Nutzerkontakte sowie die Rückmeldungen der Adressat*innen und Kooperationspartnern zeigt die Notwendigkeit der Angebote im präventiven Bereich.“ so Hannes Masloboy.

Jugendhilfe unter Druck

In der Pandemie ist die Jugendhilfe durch nie dagewesene Anforderungen erheblich unter Druck geraten. Die Lebenssituation von Kindern und Jugendlichen spielten politisch kaum eine Rolle. Dabei wirkt sich die Krise nach wie vor erheblich auf das Leben junger Menschen und ihre Zukunft aus. Die Kinder- und Jugendhilfe ist unverzichtbar und wird auch beim SOS-Kinderdorf Vorpommern immer bedeutender. Größte Herausforderung ist, wie in anderen Bereichen auch, die Finanzierung. „Aktuell werden die Angebote im Familienzentrum über 14 verschiedene Projektanträge finanziert. Der Verwaltungsaufwand für die bedarfsorientierten Angebote in der Einrichtung ist sehr hoch. Projekte welche leistungsübergreifend orientiert sind wie z.B. die Jugend(sozial)arbeit und die Familienbildung scheitern oftmals an bürokratischen Hürden.“ so Masloboy. 
In ihrem Impulsvortrag schilderten die beiden Fachkollegen die Angebote des SOS-Familienzentrums in Grimmen und die Vernetzungsstrukturen zwischen den freiwilligen Leistungen der Jugendhilfe und den personenbezogenen Hilfen nach §§ 27 ff SGB VIII..

Jungen Menschen eine Stimme geben

Im Anschluss gab es die Möglichkeit für Rückfragen und zum Austausch, welche rege genutzt wurde. Insbesondere zur Situation von Kindern und Jugendlichen in den Einrichtungen der Jugendhilfe wurden viele Nachfragen gestellt, hier waren die Abgeordneten sehr bewegt durch die lebensnahe Schilderung der Schicksale. An einem sehr konkreten Beispiel aus der stationären Jugendhilfe wurde deutlich, dass Jugendliche in schwierigen Lebensverhältnissen keine Lobby haben, und dass über ihre Lebenswelten wenig bekannt ist bei den politischen Entscheidungsträgern. Es ist auch Aufgabe der Kinder- und Jugendhilfe, jungen Menschen eine Stimme zu geben und dazu beizutragen, dass diese Stimme in Politik und Gesellschaft gehört wird. Dazu hat der Parlamentarische Abend sicher beigetragen.
„Es war für uns ein sehr wichtiger  und aufregender Abend. Wir sind froh und dankbar, dass wir die Chance bekommen haben, unsere Arbeit und die damit verbundenen Herausforderungen vor einem solchen Publikum  zu präsentieren. Fazit des gut besuchten Parlamentarischen Abends für alle Beteiligten war: Die Kinder- und Jugendhilfe muss stärker in den Fokus rücken. Es gibt viele Herausforderungen und dazu wollen wir miteinander im Gespräch bleiben.“ resümiert Hannes Masloboy den Abend.
Text: Andrea Kunath