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Wohngemeinschaft für minderjährige Flüchtlinge

Wohngemeinschaft mit Klärung von Perspektiven für unbegleitete minderjährige Geflüchtete

Bei unseren Angeboten handelt es sich um betreute Wohnformen für minderjährige unbegleitete Flüchtlinge, welche ohne Eltern oder sonstige Bezugspersonen nach Deutschland gekommen sind.

Die Kinder und Jugendlichen haben i. d. R. traumatische Erlebnisse nicht zuletzt hervorgerufen durch die Trennung von ihrem gewohnten Umfeld und ihren engen Bezugspersonen durchlebt, bevor sie in unserer Einrichtung ankommen. Wir geben den jungen Menschen zunächst ein sicheres Umfeld, in dem sie sich willkommen fühlen sollen. Bereits ab dem ersten Tag besteht die Möglichkeit, die deutsche Sprache zu erlernen. In der Folge geht es darum, die jungen Menschen bei dem Start in die Schule und bei der Integration in die deutsche Gesellschaft zu unterstützen. Wir gehen hierbei von einem respektvollen und wertschätzenden Umgang mit den unterschiedlichen Kulturen aus und beteiligen die jungen Menschen angemessen an der Entwicklung ihrer Lebensperspektive in Deutschland.

Unser Selbstverständnis

Die Wohngruppe ist ein vollstationäres Angebot. Die Basis unserer Arbeit ist der ressourcenorientierte Ansatz. Interkulturelle Orientierung und eine geschlechterdifferenzierte Betrachtungsweise gehören zu unserem Selbstverständnis. Wir bieten eine lebensweltorientierte Pädagogik und begegnen den Jugendlichen mit Offenheit und Transparenz. Die Rechtsgrundlage für die Aufnahme der unbegleiteten minderjährigen Ausländer sind die §§ 27 ff., insbesondere §§ 34, 41 und 42 in Verbindung mit § 36 des SGB VIII.

In der täglichen Betreuung und Beratung verfolgen wir folgende Ziele:

  • Orientierung und Integration im Sozialraum
  • Erlernen bzw. Förderung der deutschen Sprache in Wort und Schrift
  • Abklärung des Gesundheitsstatus (allgemeiner Gesundheitszustand, Impfstatus, etc.)
  • Förderung eines ganzheitlichen Gesundheitsbewusstseins
  • Unterstützung im Asylverfahren
  • Sicherung der physischen und psychischen Grundbedürfnisse
  • achtsamer Umgang mit kulturell, religiös und ethnisch unterschiedlichen Bedürfnissen
  • Strukturierung des Alltags und Vermittlung von Alltagskompetenzen
  • Anleitung zur eigenständigen Lebensgestaltung
  • Förderung sozialer Kompetenzen und emotionaler Ausdrucksfähigkeit
  • Unterstützung bei der schulischen und beruflichen Integration (z. B. durch Unterstützung bei Hausaufgaben, Hilfe bei Ausbildungsplatzsuche etc.)
  • Entwicklung einer individuellen, planvollen und aktiven Freizeitgestaltung


Unsere tägliche Arbeit mit den Jugendlichen (UMA) basiert auf Empathie und Vertrauensgewinn auf der einen Seite und Mitwirkung bei der interkulturellen Öffnung der Gesellschaft auf der anderen Seite:

  • empathische und unterstützende Beziehungsangebote
  • therapeutische Aufarbeitung individueller posttraumatischer Belastungsstörungen
  • lösungsorientierte Krisen- und Konfliktbegleitung
  • Stärkung und Mobilisierung der persönlichen Fähigkeiten
  • emotionale Stabilisierung
  • Förderung der Eigeninitiative von Jugendlichen
  • Vorbereitung möglicher Familienzusammenführungen
  • Förderung der kulturellen Vielfalt und der interkulturellen Begegnung mit dem Ziel, Vorurteile abzubauen und zu einer interkulturellen Öffnung von Angeboten im Gemeinwesen beizutragen sowie ein gemeinsamer Mehrwert der Interkulturalität in der Gesellschaft

Jugendhilfeleistungen über das 18. Lebensjahr hinaus

Aufgrund des häufig schon fortgeschrittenen Alters der unbegleiteten minderjährigen Ausländer (16-17 Jahre) ist der Zeitraum für deren pädagogische und psychologische Betreuung oft nur sehr begrenzt. Das SOS-Kinderdorf Sauerland bietet die Möglichkeit, die Jugendlichen nach Erreichen der Volljährigkeit in das „Betreute Wohnen“ überzuleiten. Dort werden sie weiterhin von pädagogischem Fachpersonal im Hinblick auf die Entwicklung ihrer Selbständigkeit sowie auf die Entfaltung einer adäquaten Lebensperspektive unterstützt.


MitarbeiterInnen und Rahmenbedingungen

In den Wohngruppen UMA arbeiten pädagogische Fachkräfte, ein Bundesfreiwilligendienstleistender sowie eine Reinigungskraft in Teilzeit. Das Team wird durch einen Bereichsleiter in Bezug auf die Koordination von  Fallbesprechungen, Hilfe- und Erziehungsplanung und Zusammenarbeit mit den belegenden Jugendämtern begleitet. Unser fachlicher Standard wird durch regelmäßige Supervision und durch Teilnahme an Fort- und Weiterbildungen sichergestellt und weiterentwickelt.

Weitere unterstützende Angebote

Unterstützt und zusätzlich qualifiziert wird die Arbeit der UMA-Wohngruppen in pädagogischen und sozialpsychologischen Fragestellungen bei Bedarf durch den Fachdienst, der z.B. die Eingliederung in das Schulsystem begleitet und die Flucht- und Familiengeschichte im Rahmen von Genogrammarbeit mit den jungen Menschen aufarbeitet.

Ihr Ansprechpartner

Detlef Palme

SOS-Kinderdorf Sauerland
Bereichsleitung Stationäre Hilfen

Claudiusstraße 34
58513 Lüdenscheid

Telefon: 02351 67240-23
Fax: 02351 67240-22
detlef.palme@sos-kinderdorf.de