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Kinderdorffamilien

Das Herzstück der SOS-Kinderdorfarbeit

In einer Kinderdorffamilie leben fünf bis sechs Kinder und Jugendliche mit einer erwachsenen Bezugsperson zusammen. Diese Kinderdorfmutter/Kinderdorfvater ist eine ausgebildete pädagogische Fachkraft und hat ihren Lebensmittelpunkt in der Kinderdorffamilie.
Diese Lebensgemeinschaft von Kindern und Erwachsenen ist sehr familienähnlich aufgebaut. Viele Geschwisterkinder leben in einer Kinderdorffamilie zusammen.
Ein wesentliches Element der Pädagogik in den Kinderdorffamilien ist der Aufbau und die Bewahrung von positiven stabilen Beziehungen zwischen den Erwachsenen und den in der Kinderdorffamilie lebenden Kindern sowie Jugendlichen.
Der Alltag wird von der Kinderdorfmutter zusammen mit ihren Teamkollegen und unter Beteiligung der in der Familie lebenden Kinder gemeinsam gestaltet. Die Kinder und Jugendlichen finden in einer Kinderdorffamilie einen geregelten Alltag vor, der ihnen Orientierung gibt und die notwendigen Fördermöglichkeiten bereithält. Hausaufgabenbetreuung und Freizeitgestaltung sind beispielsweise wichtige Elemente in der Pädagogik einer Kinderdorffamilie.

Das Haus der Kinderdorffamilie und das Kinderdorf

Jede Kinderdorffamilie bewohnt ein eigenes Haus und regelt dort ihr gemeinsames familiäres Leben weitgehend eigenständig. Die Kinderdorffamilie kauft selbständig ein, kocht ihre Mahlzeiten selbst und organisiert alle hauswirtschaftlichen Tätigkeiten weitgehend eigenständig. Hierbei werden die Kinderdorfmutter und die Erzieherinnen von einer Reinigungskraft unterstützt.
Alle Familienhäuser haben ein  Wohnzimmer, Küche und Essbereich. Die Kinderdorfmutter bewohnt ein eigenes Zimmer im Haus. Auch die Kinder und Jugendlichen bewohnen allein oder zu zweit ihr eigenes Zimmer.
Auf die Wohnatmosphäre legen wir im SOS-Kinderdorf Pfalz großen Wert. Die Kinderdorfmütter und die Kinder sollen sich im Kinderdorf zuhause fühlen können.
Zu jedem Familienhaus gehört ein kleiner Garten, der im Frühling und Sommer gern von allen Hausbewohnern genutzt wird.
Alle Häuser der Kinderdorffamilien befinden sich im SOS-Kinderdorf. Man versteht sich als eine Dorfgemeinschaft, die sich gegenseitig stützt und unterstützt.

Die Ziele der Kinderdorffamilie

Eine Kinderdorffamilie versteht sich als ein besonderes sozialpädagogisches Angebot, das Kindern und Jugendlichen eine mittel- bis langfristige Lebensperspektive bietet, wenn diese aus unterschiedlichen Gründen nicht mehr in ihrer Herkunftsfamilie verbleiben können.
Durch eine Kombination von Alltagserleben, pädagogisch geplanter Arbeit und therapeutischen Angeboten werden die Kinder und Jugendlichen in der Kinderdorffamilie individuell gefördert, können in einem stabilen familiären Rahmen heranwachsen und schließlich im Zuge der Verselbständigung die Kinderdorffamilie verlassen.
Jede Kinderdorffamilie arbeitet eng mit den leiblichen Eltern der Kinder zusammen. Die Eltern sollen weitest möglich in die pädagogische Arbeit miteingebunden werden. Dies ist insbesondere dann von hoher Bedeutung, wenn die Kinder nach einiger Zeit wieder in ihre Herkunftsfamilie zurückkehren sollen.

Kooperation und Zusammenarbeit

Jede Kinderdorfmutter und ihr Team arbeitet eng mit weiteren pädagogischen, medizinischen und therapeutischen Fachkräften und Institutionen inner- und außerhalb des SOS-Kinderdorfes Pfalz zusammen.
Zum SOS-Kinderdorf Pfalz gehören ein sozialpädagogischer Fachdienst und ein Beratungszentrum, die entsprechend ihrer Zielsetzung die Arbeit in den Kinderdorffamilien begleiten und unterstützen.
Mit externen Therapeuten, Ärzten und Einrichtungen wird vertrauensvoll zusammengearbeitet. Dies gilt auch für die enge Kooperation mit den belegenden Jugendämtern, die sich auch an der Mitwirkung an der Hilfeplanung zeigt.
Einen engen Kontakt halten die Kinderdorfmütter und die Erzieherinnen zu Lehrern der verschiedenen Schulen und zu Ausbildungsbetrieben.

Der Fachdienst: kompetente Vermittlung und Zusammenarbeit

Die Aufgabe des pädagogischen Fachdienstes besteht in der Begleitung und Unterstützung der pädagogischen Arbeit in den Kinderdorffamilien.

Ein Sozialpädagoge mit systemischer Zusatzausbildung und ein Heilpädagogearbeiten eng mit den Kinderdorffamilien zusammen.

Zu ihren Kernaufgaben gehören:

  • Heilpädagogische Einzel- und Gruppenangebote wie z.B.
    • Bauen von Baumhütten  
    • Kletteraktionen
    • Sportliche Aktivitäten
  • Kooperation und Vernetzung mit pädagogischen und therapeutischen bzw. psychiatrischen Institutionen und niedergelassenen Therapeuten
  • Zusammenarbeit mit den Herkunftsfamilien wie z.B.
    • Begleitung von Elternbesuchen im SOS-Kinderdorf
    • Aufsuchende Elternarbeit
  • Unterstützung bei Krisen und Konflikten wie z.B
    • Betreuung einzelner Kinder in Belastungssituationen
    • Beraterische Tätigkeit bei der Bewältigung von Krisen
    • Anbahnung von Kontakten mit anderen Helfern zur besseren Krisenbewältigung
  • Teamberatung wie z.B.
    • Fallbesprechungen
    • Unterstützung bei der Erziehungsplanung
    • Beratung beim Teamaufbau und Teamstruktur
  • Durchführung und Koordination von freizeitpädagogischen Angeboten wie z.B
    • Ferienfreizeiten und Ferienprogramm / Dorfveranstaltungen
    • Jugendtreff
    • Fahrradwerkstatt

Vermittlung und Zusammenarbeit

Die Fachdienstmitarbeiter treffen sich regelmäßig zu Fallbesprechungen und koordinieren ihre Tätigkeit intern im SOS-Kinderdorf Pfalz.
Sie nehmen bei Bedarf an Hilfeplangesprächen mit den Jugendämtern teil.
Bei Aufnahmeanfragen werden die sozialpädagogischen Fachdienstmitarbeiter regelmäßig zur Beratung von den Bereichsleitern hinzugezogen.
Im Regelfall stellt der Fachdienst den Erstkontakt zwischen Kinderdorffamilie und Therapeuten her.

Drei weitere Mitarbeiterinnen sind dem Fachdienst zugeordnet:

Die Werklehrerin bietet regelmäßig den Kindern und Jugendlichen im SOS-Kinderdorf Pfalz Kurse im Werken, Malen, Kochen und Backen an. Sie arbeitet eng mit den Fachdienstmitarbeitern zusammen und stimmt ihr Angebot auf die Bedürfnisse und Fördermöglichkeiten der jungen Menschen ab.

Die Praxisanleiterin / Praxisberaterin begleitet die Praktikanten und Praktikantinnen des SOS-Kinderdorfes Pfalz während der Ausbildung. Insbesondere ist sie für die Begleitung von Männern und Frauen zuständig, die im SOS-Kinderdorf berufsbegleitend ihre Ausbildung zum staatlich anerkannten Erzieher mit dem Berufsziel „Kinderdorfmutter / Kinderdorfvater“ durchlaufen. Regelmäßige Anleitungsgespräche sind Bestandteil der Praxisanleitung.

Eine Sozialpädagogin des SOS-Kinderdorfes Pfalz ist in der Eisenberger Realschule plus für die Schulsozialarbeit zuständig.

So erreichen Sie uns

Irene Jennes

SOS-Kinderdorf Pfalz
Einrichtungsleitung: Irene Jennes

Kinderdorfstraße 54
67304 Eisenberg

Telefon: 06351 4902-0
Fax: 06351 4902-114
kd-pfalz@sos-kinderdorf.de

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