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Aktuelles

Raumausstatter*in – neues Gewerk im BAZ Nürnberg

1. Oktober 2021

Nürnberg – Tapezieren, Vorhänge nähen oder einen Stuhl neu polstern: In das Berufsausbildungszentrum des SOS-Kinderdorfs Nürnberg ist im September ein neues Gewerk eingezogen und damit auch eine neue Ausbildungsmöglichkeit für Jugendliche und junge Erwachsene. Dank der Förderung eines Spenders,  dem die berufliche Bildung am Herzen liegt, konnten nun drei junge Frauen in die dreijährige Ausbildung als Raumausstatter*in starten.

Was macht ein/e Raumausstatter*in eigentlich? Sebastian Weiß (27) lacht und antwortet: „Sehr viel.“ Seit Februar ist der Raumausstatter-Meister als neuer Ausbilder im SOS-Kinderdorf Nürnberg angestellt, hat in den vergangenen Monaten das neue Gewerk, das an die Abteilung Maler angegliedert ist,  aufgebaut. Und freut sich nun, drei jungen Menschen sein Wissen weiterzugeben. „Polstern, Gardinen nähen, natürlich Böden verlegen, aber auch Tapezieren und Streichen gehören dazu“, zählt er auf. „Das sind aber nur ein paar Bereiche, die ein Raumausstatter abdeckt, die Arbeit ist noch um einiges vielfältiger.“  Die drei Frauen hatten in einem einwöchigen Bewerbungspraktikum bei Sebastian Weiß bereits in den Beruf hineingeschnuppert. „Danach war mir klar – das will ich lernen!“, sagt Alicia.

Alicia (22), Maryam (22) und Marija (18) haben die erste Zeit unter anderem damit verbracht, an den Stellwänden in der Abteilung Maler das Tapezieren zu lernen und sich Gestaltungstechniken, wie Wisch- oder Stupf-Technik anzueignen. Aktuell sind die drei damit beschäftigt zu gurten, also einen Holzrahmen mit Gurten zu bespannen. „Daraus wird dann ein Polstergrund, der mit Schaumstoff belegt wird“, erklärt der Ausbilder. Die Schreiner-Kollegen aus der ebenfalls im SOS-Berufsausbildungszentrum angesiedelten Schreiner-Werkstatt haben hierfür Hocker hergestellt, die die drei Frauen dann polstern dürfen. 

Danach ist das Nähen dran: Drei verschiedene Nähmaschinen stehen in den neuen Ausbildungsräumen bereit, an denen die Auszubildenden unterschiedliche Stoffe von Gardinen bis Leder nähen können. „Wir beginnen mit Nähübungen, zum Beispiel einfach gerade Linien zu nähen“. Hört sich leichter an, als es ist.

Sebastian Weiß ist in die Ausbildung zu SOS-Kinderdorf gewechselt, weil er es „erfüllend und spannend“ findet, „jungen Menschen das Handwerk näher zu bringen.“ Der Raumausstatter sei ein Nischen-Beruf, „mir ist es wichtig zu zeigen, wie toll er ist, was man damit alles machen kann.“ Das Handwerk sterbe immer mehr aus, von Generation zu Generation gehe viel verloren, so Weiß.

Die drei jungen Frauen sind begeistert dabei. Alicia hatte zunächst soziale Berufe ausprobiert und ist über eine Berufsvorbereitungsmaßnahme auf die Stelle gestoßen. „Ich mag es zu gestalten. Ich könnte mir gut einen Job in einem Einrichtungshaus vorstellen“, sagt sie und die beiden anderen nicken. Gestaltung, Design, etwas mit den Händen machen, das schön aussieht – das eint sie.