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Martina van Offern SOS-Kinderdorf Niederrhein
Martinas Rückkehr

Vom SOS-Kinderdorfkind zur Erzieherin

Als Achtjährige kam Martina nach Jahren der Vernachlässigung mit ihren vier Geschwistern ins SOS-Kinderdorf Niederrhein. Heute arbeitet sie dort als Erzieherin für die Kita am Wald.

Jeden Morgen, wenn Martina zur Arbeit geht, ist das für sie eine kleine Reise in die Vergangenheit. Denn der Arbeitsplatz der 34-jährigen Kita-Erzieherin liegt nur wenige Meter von dem Haus entfernt, mit dem sie ihre schönsten und auch ihre ersten richtigen Kindheitserinnerungen verbindet: das Haus D des SOS-Kinderdorfs Niederrhein.

Eine schwierige Kindheit

Mit acht Jahren war Martina mit ihren vier Geschwistern in das SOS-Kinderdorf gekommen. Zuvor hatten die Behörden erfolglos versucht, die Zustände, in denen die Kinder aufwuchsen, zu ändern. Martinas Mutter war selbst in schlechten Verhältnissen aufgewachsen und jung schwanger geworden. Die Beziehung zu Martinas Vater hielt nicht. Außerdem kämpfte die Mutter mit Alkohol- und Drogenproblemen. „Sie hat uns geliebt, aber sie konnte sich nicht aus diesem Sumpf befreien“, beschreibt Martina den Kampf ihrer Mutter.

Im Kinderdorf konnten Martina und ihre Geschwister zusammen in einer Kinderdorffamilie untergebracht werden. Für die Kinder ein Glücksfall. Auch wenn Martina als älteste der Geschwister erst lernen musste, nicht mehr die Rolle der Ersatzmutter für ihre Brüder und Schwestern zu spielen. „Wir mussten uns hier erst ganz neu kennenlernen“, erzählt sie. Auch der strukturierte Alltag bereitete ihr anfangs Schwierigkeiten. Doch sie lebte sich ein und baute eine enge Beziehung zu ihrer Kinderdorfmutter auf. „Sie war und ist immer für mich da – wie eine richtige Mutter eben“, schildert Martina.

In dieser liebevollen Umgebung wird Martina schnell bewusst: Ein Leben wie das ihrer leiblichen Mutter möchte sie nicht führen: „Ich wollte Freunde, ich wollte eine Ausbildung machen und später mal eine eigene Familie“, erzählt sie.  

Es gibt immer einen Ausweg

Und nach und nach setzt Martina diese Ziele um. Nach dem Schulabschluss macht sie eine Ausbildung zur Erzieherin. „Ich wollte schon immer mit Menschen arbeiten und als ich bei einem Praktikum in den Beruf reinschnuppern konnte, war es sofort um mich geschehen“, erinnert sie sich. Als ausgebildete Erzieherin kehrt Martina schließlich an den Ort zurück, der so lange ihr Zuhause war: zunächst als Erzieherin in der InKita des SOS-Kinderdorfs Niederrhein und schließlich, nach einer Babypause, als stellvertretende Leiterin der Kita am Wald.

Hier kümmert sie sich auch um Kinder, die wie sie damals, heute im SOS-Kinderdorf aufwachsen. „Ich glaube schon, dass ich mich in diese Kinder anders hineinversetzen kann“, sagt die 34-Jährige und erklärt: „Ich hinterfrage zum Beispiel viel weniger, wenn die Kinder traurig oder wütend sind, denn ich weiß: Jedes von ihnen macht gerade eine Grenzerfahrung durch.“ Mittlerweile arbeitet Martina seit elf Jahren bei SOS-Kinderdorf und kann sich aktuell keinen anderen Arbeitsplatz vorstellen: „Ich fühle mich hier regelrecht verwurzelt“, sagt sie und lacht.

Und sie möchte den Kindern eine wichtige Sache mitgeben, die sie durch ihre eigene, nicht immer einfache Kindheit gelernt hat: „Es gibt immer einen Ausweg und jemand, der einem helfen kann. Man muss die Hilfe nur annehmen. Gemeinsam kann man alles schaffen.“

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