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Stark für Kinder und Jugendliche

17. Dezember 2018

Peter Schönrock leitet das SOS-Kinderdorf Niederrhein

Das SOS-Kinderdorf in Kleve feiert im kommenden Jahr sein 50-jähriges Bestehen. Die NRZ berichtet in einer neuen Serie über die größte SOS-Einrichtung in Deutschland

Peter Schoenroeck

Arbeit gibt es genug. Peter Schönrock weiß gar nicht, wo er zuerst anfangen soll, wenn er über die Tätigkeitsbereiche des SOS-Kinderdorfs im Kreis Kleve reden soll. 50 Jahre nach Gründung der Einrichtung in Materborn sind die Angebote so vielfältig, dass sie nahezu alle wichtigen Lebensbereiche von Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen ansprechen. Was ursprünglich mit der Umsetzung von Kinderdorffamilien begann, ist heute zu einem wichtigen Baustein der sozialen Fürsorge in Kleve und Umgebung geworden. Einrichtungsleiter Peter Schönrock blickt auf viele Aufgaben, die das SOS-Kinderdorf heute übernimmt: Von der Führung einer integrativen Kindertagesstätte über ambulante erzieherische Hilfen bis hin zur Integration von Flüchtlingen.

Das SOS-Kinderdorf kennt viele Facetten und diese möchte die NRZ in einer neuen Serie vorstellen. Anlässlich des 50-jährigen Bestehens werden wir in neun Folgen jeden Montag einen Bereich des Sozialhilfeträgers beleuchten. Denn das SOS-Kinderdorf Niederrhein ist nicht nur die größte SOS-Einrichtung in Deutschland, sondern mit 300 Mitarbeitern auch einer der größten Arbeitgeber in der Region. Als vor gut 50 Jahren das Kinderdorf in Materborn an den Start ging, hat man sich die heutige Fülle an Aufgaben noch nicht vorstellen können. Aber Peter Schönrock erkennt einen deutlichen roten Faden in der Arbeit des Vereins: „Wir wollen Beziehung leben“, sagt er. Und das umfasst zwangsläufig ein breites Spektrum.

Herzlich Willkommen: die ersten Kinder, die vor 50 Jahren eingezogen sind, sind längst erwachsen

Herzlich Willkommen: die ersten Kinder, die vor 50 Jahren eingezogen sind, sind längst erwachsen

So gibt es heute das klassische Kinderdorf in Materborn, welches nach wie vor der wichtigste Baustein der Vereinsarbeit ist. Doch darauf aufbauend haben sich in den vergangenen Jahren neue Angebote etabliert, die zum Teil aus den Erfahrungen des Kinderdorfes erwachsen sind. An der Kalkarer Straße führt das SOS heute eine neue Kindertagesstätte mit angeschlossenem Familienzentrum, in dem zahlreiche Kurse und Beratungsangebote gemacht werden. Es gibt zahlreiche Ausbildungs- und Qualifizierungsangebote für Jugendliche und auch auf dem Gebiet der ambulante Familienhilfen ist das SOS-Kinderdorf heute nicht mehr wegzudenken.

Dabei ist man nicht allein: „Das Arbeiten in Netzwerken ist heute wichtiger denn je“, sagt Schönrock. Denn oft ist eine Problembewältigung in Familien nur mit mehreren Einrichtungen möglich. „Kooperation geht immer vor Konkurrenz“, sagt Schönrock. 

© Quelle: Neue Rhein Zeitung NRZ; 17.12.18 / Andreas Gebbink