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Aktuelles

Erfolgsrezept der Schulmensa in Kevelaer: „Im geschützten Rahmen lernen“

12. Juli 2021

Christin Wenzel, Desiree Dix, Lena Hermann und Ashley Larissa Schoofs sowie Evelyn Gergert und Boris Bernsdorf können jetzt in der Küche oder in der Hauswirtschaft durchstarten. Sie alle haben in der Schulmensa in Kevelaer entsprechend ihrer persönlichen Lebenssituation und Neigungen eine Ausbildung oder Umschulung in Voll- oder Teilzeit absolviert. Die Prüfungen vor der Industrie- und Handelskammer und der Landwirtschaftskammer haben sie entweder als Koch oder Köchin, Hauswirtschafter oder Hauswirtschafterin oder theoriereduziert als Fachpraktiker und Fachpraktikerin Küche oder Hauswirtschaft erfolgreich bestanden. Die Agentur für Arbeit in Wesel und die Jobcenter im Kreis Kleve tragen die Kosten der Ausbildung und Umschulung im geschützten Rahmen.

Viel Zeit für jeden Einzelnen

„Mit unseren vier Anleiterinnen und Anleitern begleiten wir in der Lehrküche der Schulmensa unsere Schützlinge immer persönlich und individuell. Wir können auch kompliziertere Gerichte mehrfach ausprobieren und stellen die Prüfungssituation immer wieder nach, damit unsere Teilnehmenden Sicherheit bekommen“, sagt Anleiter und Koch Peter Becker. Sein Kollege Thomas Wanders pflichtet ihm bei: „Trotz Corona-Pandemie liefen Betrieb und Ausbildung in unserer Lehrküche der Schulmensa weiter. Wir mussten zwar auf Abstand und unter Wahrung der Hygiene-Richtlinien ausbilden, haben uns aber auch viel Zeit für jeden Einzelnen nehmen können. Vor allem die Auszubildenden mit Reha-Status waren immer vor Ort.“ In den Phasen des Lockdowns wurden weit weniger als der sonst üblichen 700 Essen gekocht. Mit Rückkehr der Schülerinnen und Schüler in den Präsenzunterricht hat auch die Zahl der Essen wieder zugenommen.

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Beim jährlichen Sommergrillfest freuen sich Azubis und Umschüler:innen der Schulmensa in Kevelaer gemeinsam mit ihren Anleiter:innen über den erfolgreichen Abschluss

Für Christin Wenzel war die persönliche Begleitung durch ihre Anleiterinnen Birgit Kuchenbecker und Heidi Korgel während ihrer Ausbildungszeit sehr wichtig: „Ich habe die Ausbildung in Teilzeit absolviert, weil ich alleinerziehende Mutter bin. Da hatten mein neunjähriger Sohn und ich auch schon mal gleichzeitig Homeschooling“, berichtet die 31-Jährige. Als Fachpraktikerin Hauswirtschaft sucht sie jetzt eine Anstellung, zum Beispiel im Pflegeheim oder in einem Privathaushalt in Geldern. „Ich bin teamfähig, zuverlässig und freundlich. Als mehrfache Mama kann ich natürlich auch gut organisieren.“

Vielfalt und Veränderung

Auch für Ashley Larissa Schoofs aus Goch kam die Ausbildung zur Köchin genau zum richtigen Zeitpunkt: „Vor drei Jahren, da war mein Leben im Wandel. Ich brauchte den geschützten Rahmen, um meine Ausbildung zu meistern. Jetzt will ich in der Gastronomie als Köchin durchstarten“, erzählt die 27-Jährige und berichtet so gleich über ihre Lieblingsaufgabe in der Küche der Schulmensa: „Der Soßenposten.“ Denn hier hat sie zum Beispiel gelernt, wie man eine „Demi-Glace“ – eine braune Grundsoße aus der französischen Küche – mit Knochen, dreifach konzentriertem Tomatenmark und Gewürzen ansetzt, über mehrere Stunden köcheln lässt, durchs Sieb passiert, mit einer Mehlschwitze verrührt und zum Schluss mit Salz und Pfeffer abschmeckt. Ashleys Geheimnis: „Ich füge meinen Soßen zum Schluss immer ein bisschen Zucker zu – das rundet den Geschmack ab.“ Ashley freut sich schon auf ihr neues Leben als Köchin: „Die Küche mit all ihrer Vielfalt ist immer in Veränderung. Es gibt neue Trends beim Garen oder bei der Kombination von Zutaten. Das passt zu mir und ich bin sehr dankbar, dass ich in den drei Jahren so gut ausgebildet wurde.“

Professionell im geschützten Rahmen zu lernen – das ist das Erfolgsrezept der Lehrküche der Schulmensa, die vom SOS-Kinderdorf Niederrhein betrieben wird. „Jede und jeder hier hat eine enorme Entwicklung gemacht. Wir sind immer erstaunt, wie viel unsere jungen Leute schaffen, wenn wir uns Zeit nehmen können und sie mit Förder- und Stützunterricht oder auch sozialpädagogische Beratung neben der fachlichen Ausbildung begleiten. Dann ist eine ganze Menge möglich“, fasst Anleiter Peter Becker das Konzept der Lehrküche in der Wallfahrtsstadt Kevelaer zusammen.