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Aktuelles

„Wir müssen der Fels in der Brandung sein“

KLEVE, 16. Juli 2021

Julia Bigler und Lea Jansen SOS-Kinderdorf Niederrhein

Erzieherin Julia Bigler und Sozialpädagogin Lea Jansen freuen sich nach Ausbildung und Studium auf ihre pädagogische Arbeit beim SOS-Kinderdorf Niederrhein

Lea Jansen und Julia Bigler starten als pädagogische Fachkräfte beim SOS-Kinderdorf Niederrhein durch

Julia Bigler ist 22 Jahre alt, kommt aus Goch und hat jetzt ihre praxisintegrierte Erzieherinnen-Ausbildung (PIA) am Berufskolleg Kleve und in der SOS-InKita in der Klever Unterstadt absolviert. Drei Jahre lang war sie montags und dienstags für 20 Stunden im Klassenraum, mittwochs bis freitags ging es dann für 18,5 Stunden in die inklusive Kindertagesstätte an der Kalkarer Straße.

„Die Ausbildung war schon sehr intensiv und fordernd, da Praxis und Theorie Hand in Hand laufen. Aber es lohnt sich“, ist sich Julia Bigler sicher. „Die Kita ist genau der Ort, an dem ich sein möchte. Hier findet so viel Kommunikation auf Augenhöhe statt. Mit den Kindern, aber auch mit den Eltern. Gerade jetzt in der Corona-Pandemie ist Reden das A und O. Wir führen sehr viele Tür- und Angel-Gespräche, da die Eltern ja die Einrichtung nicht betreten dürfen“, berichtet Bigler. Dienstbeginn für die staatlich anerkannte Erzieherin ist um 6.00 Uhr in der Früh. Denn die InKita möchte auch Eltern im Schichtdienst ein gutes Betreuungsangebot machen und hat deshalb von 6 bis 20 Uhr an Werktagen geöffnet.

Gemeinsam Erlebnisse sind wichtig

Als Familienmensch mit zwei Geschwistern und jede Menge Cousins und Cousinen weiß die Gocherin aus eigener Erfahrung, wie wichtig gemeinsame Erlebnisse sind. „Bei unseren Familienfeiern haben die Großen immer auf die Kleinen aufgepasst und wir haben coole Sachen miteinander gemacht. Daher war schnell für mich klar, dass ich Erzieherin werden möchte.“ Nach einem Praktikum hat sie zuerst ein Jahr lang den Bundesfreiwilligendienst in der InKita absolviert, bevor sie sich dann für die Ausbildung beworben hat. „Ich versuche den Kindern in unserer Gruppe jeden Tag eine schöne Erinnerung mit auf den Weg zu geben, die sie später positiv auf ihre Kita-Zeit zurückblicken lässt. Sei es durch gemeinsames Basteln, besondere Ausflüge oder neue Turnübungen, die sie geschafft haben.“

Sternstunden für schöne Momente

„Zeit für schöne Erinnerungen“ – so lautete auch das Thema der Bachelor-Arbeit von Lea Jansen. Die 23-Jährige kommt aus Kranenburg und hat an der Hochschule Arnhem-Nijmegen Sozialpädagogik studiert. Schon während ihrer Studienzeit hat sie parallel in Haus p, der Intensivwohngruppe für traumatisierte Kinder, im SOS-Kinderdorf Niederrhein in Kleve-Materborn gearbeitet. „Als Pädagogen in der Kinder- und Jugendhilfe müssen wir sehr häufig der Fels in der Brandung sein, wenn sich Wut, Druck und Belastung der Kinder, die bei uns aufwachsen, entladen“, erklärt Jansen und führt weiter aus: „Sie alle kommen aus unklaren Verhältnissen, haben ihre Päckchen zu tragen. Wir versuchen ihnen wenige, aber dafür klare, einfache und deutliche Regeln an die Hand zu geben. Denn feste Strukturen geben den Mädchen und Jungen in der Bewältigung ihres Alltags ganz viel Halt und Sicherheit.“

Schöne Momente entstehen häufig in den so genannten Sternstunden. Dies sind Zeiten, in denen sich die pädagogischen Fachkräfte im Kinderdorf einem Kind mit voller und ungeteilter Aufmerksamkeit widmen. Bei einem Ausflug oder beim gemeinsamen Lesen schaffen sie einen angenehmen Rahmen, um auch mal über heiklere Themen zu sprechen. „Wir wollen mit unserem Koffer voll pädagogischem Repertoire die persönliche Widerstandskraft stärken, damit sich die Kinder auch in schwierigen Situationen, die ihnen im Leben begegnen, selbst zu helfen wissen.“

Ihr Studium mit verpflichtenden Praxisstunden beim SOS-Kinderdorf hat sie gut auf ihre anspruchsvolle Aufgabe als Sozialpädagogin in der Intensivwohngruppe vorbereitet: „Ich bin froh, hier in Haus p bleiben zu können. Mit meinen Kolleginnen und Kollegen arbeite ich gerne im Team zusammen. Wir alle bringen viel Empathie und Verständnis für die ganz unterschiedlichen Schicksale der Kinder und Jugendlichen mit. Und wenn wir dann am Frühstückstisch mit den Mädchen und Jungen gut in den Tag starten, zahlen sich die Mühen des Studiums direkt aus.“