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Aktuelles

Treffen im Freien und mehr Miteinander für Kinder erlauben

19. Mai 2021

Sie sind die Jüngsten in unserer Gesellschaft und sie leiden seit Beginn der Corona-Pandemie besonders stark: Kindern und Jugendliche. Ihnen sind in diesem Zeitraum rund 20 bis 25 Prozent an Entwicklungsmöglichkeiten in einer für sie sehr wichtigen Lebensphase genommen worden, sagen Expert*innen. Denn viele notwendige Entwicklungsschritte in der Pubertät sind nur mit der Peergroup, also mit Freund*innen in der Schule, im Sportverein oder einfach nur beim gemeinsamen Chillen zu bewältigen. Dazu gehören zum Beispiel der Ablösungsprozess aus dem Elternhaus und die Entwicklung der eigenen Persönlichkeit und Identitätsfindung. Dies spielte jedoch von Beginn der Pandemie an kaum eine Rolle, kritisieren Pädagog*innen.

Massive Auswirkungen auf Entwicklung und Psyche

Neueste Forschungsergebnisse sind erschütternd: Nach einer Umfrage des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf (UKE) fühlen sich mehr als 70 Prozent der befragten Kinder und Jugendlichen durch die Corona-Krise seelisch belastet. Stress, Angst und Depressionen hätten zugenommen. Das Risiko für psychische Auffälligkeiten habe sich fast verdoppelt.

„Das nahe vollständige Fehlen von kulturellen und künstlerischen Betätigungs- und Ausdrucksmöglichkeiten für Kinder und Jugendliche können wir als Gesellschaft so nicht länger akzeptieren“, sagen die Arbeitsgemeinschaft der Freien Wohlfahrtspflege in München (Arge Freie München), der Kreisjugendring München-Stadt und der Münchner Trichter in einem gemeinsamen Positionspapier. Das dauerhafte Fehlen dieser Möglichkeiten habe nicht nur massive Auswirkungen auf die Entwicklungen der einzelnen Kinder und Jugendlichen, sondern auch auf unsere Gesellschaft, die neben Corona noch andere große Herausforderungen zu meistern habe wie zum Beispiel die aktive Gestaltung unserer demokratischen Grundordnung und eines guten Miteinanders, Diversität, Klimawandel und sozialer Ungerechtigkeit. Um Hemmnisse und Schäden in der Entwicklung zu vermeiden, müsse deshalb dringend gehandelt werden, fordern die Münchner Träger der Bildungs- und Jugendhilfemaßnahmen zusammen mit dem Stadtjugendamt München.

Forderung nach Lockerungen für Kinder und Jugendliche

In ihrem Schreiben fordern die Initiator*innen den Freistaat Bayern unter anderem auf, die Kontaktbeschränkung für Kinder und Jugendliche – zumindest im Freien – auf mindestens fünf Personen zu erweitern. Alle jungen Menschen sollten sich draußen in kleinen Gruppen treffen dürfen, nicht nur die unter 14-jährigen zum gemeinsamen Sport. Außerschulische Bildungsangebote müssten mit Hygienekonzept und Abstandsregeln möglich bleiben. Und es brauche ein „Testen und Treffen“, das für junge Menschen wieder Begegnung, Ausgleich und gemeinsame Freizeiterlebnisse möglich mache. Dafür müssten kostenlose Tests zur Verfügung gestellt werden.


„Diese Forderungen unterstützen wir in vollem Umfang“, sagt Dr. Michael Balk, Einrichtungsleiter von SOS-Kinderdorf München. „Kinder und Jugendliche sind unsere Zukunft und brauchen gute Bedingungen für ihre eigene Zukunft. Von ihrer Entwicklung hängt auch ab, wie sich unsere Gesellschaft weiter entwickelt – sozial, solidarisch, leistungsfähig, verantwortungsvoll und in gegenseitiger Anerkennung. Für sie muss es Lösungen geben, damit sie in einem lebensbejahenden und entwicklungsfördernden Umfeld aufwachsen können. Dazu wollen wir auch mit unseren Angeboten in unseren SOS-Familien-, Beratungs- und Kindertageszentren einen Beitrag leisten.“


Mehr Informationen zum Positionspapier und zu den Forderungen gibt es unter https://www.arge-freie-muenchen.de/files/images/Aktuelles/Mai%202021/PP_Kinder%20und%20Jugendliche%20in%20der%20Pandemie%20staerken_30.04.2021.pdf