29441_KD-Oberpfalz_18.04.2017_MaximilianGeuter_6680.tif
Kinderdorffamilien

Aufwachsen in sicheren Beziehungen

In einer Kinderdorffamilie leben bis zu sechs Kinder und Jugendliche, die gemeinsam mit ihrer fachlich qualifizierten Kinderdorfmutter, ihren Lebensmittelpunkt in der Kinderdorffamilie haben. Zusammen mit ein bis zwei weiteren pädagogischen Fachkräften gestaltet die Kinderdorfmutter einen sicheren familialen Rahmen und leitet das Team.

Kinder und Jugendliche können aus unterschiedlichen Gründen nicht mehr in ihrem Herkunftssystem leben und benötigen einen dauerhaften Lebensort und ein Zuhause.

Die Kinderdorffamilie bietet emotionale und soziale Stabilität in alltäglichen Zusammenhängen. Dabei werden familiäre, kulturelle und religiöse Hintergründe der Kinder  berücksichtigt. Das Erleben von kontinuierlichen und verlässlichen Beziehungen, bietet den Kindern und Jugendlichen die Chance, Bindungen einzugehen und Identifikationen zu erfahren. Jede Familie ist eingebettet in die Lebens- und Arbeitsgemeinschaft des Dorfes, so können die Kinder und Jugendlichen  lernen, Mitglied einer Gemeinschaft zu sein, respektvoll miteinander umzugehen und Verantwortung zu übernehmen. Ziel der Unterbringung ist die Verselbständigung der Kinder und Jugendlichen, auch über das 18. Lebensjahr hinaus.

Auf der Grundlage der im Hilfeplan vereinbarten Unterbringungsperspektive und Zielplanungen erfolgt die regelmäßige Erziehungsplanung für jedes Kind, das seinem Alter entsprechend beteiligt wird. Die Zusammenarbeit mit den Eltern und anderen wichtigen Bezugsperson der jungen Menschen ist notwendiger und selbstverständlicher Bestandteil des erzieherischen Auftrages.

Das Team der Kinderdorffamilie erhält fachliche Unterstützung und Beratung durch den pädagogischen Fachdienst, externe Therapeuten und die zuständige Bereichsleitung. Regelmäßige Supervision und Fort-und Weiterbildungen des Teams gehören zum Standard einer Kinderdorffamilie.

Pädagogischer Fachdienst

Wir pflegen eine Kultur des Miteinanders und wirken mit Fachkompetenz – der Fachdienst

Der gruppenübergreifende pädagogische Fachdienst besteht aus vier Mitarbeitende mit umfangreichen Fort- und Weiterbildungen u.a. im systemischen Bereich. Er unterstützt die Kinderdorffamilien und familienorientierten Wohngruppen in ihrer Arbeit und berät bei pädagogischen und sozialpsychologischen Fragen.

Die Arbeit mit den Herkunftssystemen, die Begleitung von Eltern- und Verwandtenkontakten, das Führen von Eltern- und Familiengesprächen, Biographiearbeit, die Beratung der Teams und MitarbeiterInnen, Kriseninterventionen und Netzwerkarbeit gehören zu den Kernaufgaben des Fachdienstes.

Zudem führen die FachdienstmitarbeiterInnen geschlechtsspezifische Kinder- und Jugendgruppen in speziell dafür eingerichteten Räumlichkeiten durch.

Bei individuellem Förder- oder Unterstützungsbedarf, der den Rahmen der familienorientierten  Wohngruppen oder der Kinderdorffamilien überschreitet, begleitet der Fachdienst einzelne Kinder- und Jugendliche auf der Grundlage der Hilfeplanung und in Absprache mit allen Beteiligten.

Durch den vom Fachdienst organisierten und koordinierten Freizeit- und Förderbereich haben die Kinder und Jugendlichen die Möglichkeit an regelmäßigen Sport-, Bewegungs-, Spiel-, Kreativ-, Musik- oder erlebnispädagogischen Angeboten teilzunehmen um sich dabei zu erproben, Ressourcen zu entdecken oder Gemeinschaft zu erleben. Die Angebote werden von den MitarbeiterInnen des Fachdienstes oder von qualifizierten Honorarkräften begleitet. Eine Kooperation und Hinführung zu den umliegenden Vereinen wird dabei stets unterstützt.

Die Entwicklung, Fortschreibung und Durchführung des Konzeptes zur umfänglichen Beteiligung von Kindern und Jugendlichen gehört ebenfalls zu den Arbeitsfeldern des Fachdienstes.

Ihre Ansprechpartner

Geschichten aus den SOS-Kinderdorffamilien in Deutschland