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Aktuelles

Jugendberufshilfen: Viele brauchen psychologische Unterstützung

14. April 2020

Ob Posttraumatische Belastungsstörung (PTB), Persönlichkeitsstörung und/oder Panikattacken – eine Vielzahl unserer Teilnehmenden in den Jugendberufshilfen leidet unter psychischen Belastungen.

So individuell wie die Auszubildenden und Projektteilnehmenden, die Tag für Tag die Angebote der Jugendberufshilfen des SOS-Kinderdorf Lippe nutzen, sind auch ihre Persönlichkeiten, Problemlagen, Ressourcen und Entwicklungspotenziale.

Claudia Gostomski, Psychologische Fachkraft im Projekt „Schritt für Schritt“ bei den Jugendberufshilfen im SOS-Kinderdorf Lippe

Claudia Gostomski, Psychologische Fachkraft im Projekt „Schritt für Schritt“ bei den Jugendberufshilfen im SOS-Kinderdorf Lippe

Individuelle Förderung

Die individuelle „Palette“ der jungen Menschen reicht dabei von einer fehlenden Tagesstruktur und Zukunftsorientierung, über alltägliche Herausforderungen wie die Wohnungssuche oder den Umgang mit zur Verfügung stehenden Finanzen, bis hin zu gravierenden psychischen Belastungen, wie Depressionen, Angst-, Persönlichkeits- oder Traumafolgestörungen.

Wie und in welchem Ausmaß Menschen es schaffen mit den Herausforderungen des Lebens umzugehen, hängt von vielen Faktoren ab. Einer dieser Faktoren wird als Resilienz bezeichnet. Sie ist die psychische Widerstandskraft, die Menschen befähigt, schwierige Lebenssituationen ohne anhaltende Beeinträchtigung zu überstehen. Oder um es plakativ auszudrücken: Resilienz ist die Kraft, mit der man es vom Boden wieder auf die Beine schafft (Ronald Lengyel). Sie kann im Laufe des Lebens weiterentwickelt und gefestigt werden. Dies geschieht durch zahlreiche pädagogische und ressourcenorientierte Angebote der SOS-Mitarbeitenden in den Jugendberufshilfen und wird durch psychologische Unterstützung ergänzt.

Ein Projekt, welches in erster Linie auf die Unterstützung psychisch belasteter junger Menschen ausgerichtet ist, ist „Schritt für Schritt“. Ein wichtiger Bestandteil der Projekttage sind diverse Workshops zu Themen, mit denen die Teilnehmenden tagtäglich konfrontiert werden, so z.B. Umgang mit Stress, Stärkung der Resilienz und des Selbstbewusstseins, Psychoedukationseinheiten zu psychischen Störungen, aber auch Entspannungs- und Achtsamkeitsübungen. Im Einzelsetting können die Betroffenen dann in regelmäßigen Abständen psychologische Unterstützung – beispielsweise in Form von Skillstraining, Beratungs- und Entlastungsgesprächen und Konfrontationsübungen – erfahren.

Einige Teilnehmende merken zwar, dass es ihnen nicht gut geht oder dass sie mit einigen Situationen nicht konstruktiv umgehen können, schaffen es aber (noch) nicht, sich für Hilfsangebote wie eine Psychotherapie oder einen stationären Aufenthalt zu öffnen. In solchen Fällen liegt die Aufgabe der psychologischen Fachkraft darin, aufzuklären und u.U. gemeinsam mit den Betroffenen eine „Krankheitseinsicht“ zu erarbeiten, um sich dann gemeinsam auf die Psychotherapeutensuche zu begeben.

Ein umfassendes Unterstützungsangebot

Diese Bedarfe begrenzen sich bei den Jugendberufshilfen im SOS-Kinderdorf Lippe nicht nur auf die Projektteilnehmenden, sondern psychologische Unterstützung wird auch immer häufiger von den Auszubildenden eingefordert. Diese Entwicklung macht deutlich: von Krisen oder Belastungen betroffen sein kann jeder. Das Bewusstsein dafür wird durch den vertrauensvollen und professionellen Austausch unter den SOS-KollegInnen geschärft und trägt zusätzlich zu einem umfangreichen und stabilen Unterstützungsangebot der Jugendberufshilfen bei.