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Die Ernte einfahren

5. Juli 2021

„Die Kollegen und Kolleginnen werde ich am meisten vermissen“, sagt Heike Kampmeier an ihrem letzten Tag im SOS-Kinderdorf Lippe. Sieben Jahre hat sie hier unterrichtet. Ihre Kernkompetenz: Biologie. Dabei geht es nicht nur um das Vermitteln von Unterrichtsstoff. „Wir spannen für die jungen Menschen ein großes Netz aus Lehrkräften, Sozialpädagog:innen und Psycholog:innen. Dabei sind wir in allen Lebenslagen für die Jugendlichen da und stehen beratend zur Seite,“ erklärt die baldige Rentnerin.

Auch für Renate Stenner war diese Besonderheit immer eine Motivation Ihrer Arbeit. Nach 19 Jahren beginnt auch für sie ein neuer Lebensabschnitt. „Die klassische Schule heutzutage ist nicht so meine Welt, daher empfinde ich es als großen Vorteil, dass wir hier wirklich mit den Menschen arbeiten können. Wir arbeiten sehr eng im Team zusammen und nehmen den Menschen an, wie er ist. Das ist schon einzigartig“, beschreibt sie.

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Heike Kampmeier (li.) und Renate Stenner blicken stolz auf ihre Tätigkeit als Lehrerinnen zurück.

In verschiedenen Projekten und auch im Rahmen der Ausbildungen hat Stenner gelehrt. Dabei hat auch sie einiges dazugelernt. „Ich habe so ziemlich in allen Bereichen gearbeitet. Ob im Handwerk, zum Beispiel in der Ausbildung als Dachdecker oder Maurer oder im Holz- und Metallbereich. Da musste ich mich erst einmal einlesen und reinkommen.“ Doch auch klassische Unterrichtsfächer wie Deutsch hat die Lehrerin nach Lehrplan unterrichtet. „Wir möchten hier ja auch Jugendliche zum erfolgreichen Hauptschulabschluss bringen. Da arbeiten wir natürlich nach den aktuellen Vorgaben“, sagt sie.

Beide Lehrerinnen verbindet die Motivation, möglichst vielen Menschen den Weg in die Selbstständigkeit zu ebnen. „Wenn wir jemanden mit einem schwierigen Start so stabilisiert haben, dass er es plötzlich schafft und zum Beispiel eine Ausbildung in der Tasche hat. Da arbeitet man so lange dran und baut den jungen Menschen so auf. Und dann schafft dieser Mensch das. Das ist toll“, strahlt Stenner. Auch Heike Kampmeier verbindet mit Erfolgen wie diesem die schönsten Momente. „Es ist für mich wie eine Ernte. Die schönsten Momente sind für mich immer die, wenn die jungen Menschen ihre Prüfung bestanden haben,“ sagt sie. Gemeinsame Themen und die lange Zeit verbinden die Gruppen zusätzlich.

Nun wollen beide erst einmal Urlaub machen und entspannen. „Ich habe meine Kinder seit einem Jahr wegen der Pandemie nicht gesehen. Das holen wir jetzt nach“, freut Kampmeier sich. Renate Stenner möchte sich außerdem mehr Zeit für Yoga und Meditation nehmen. „Außerdem werde ich Vorlesepatin. Das wollte ich auch lange mal machen“, erzählt sie. Angst vor Langeweile haben beide nicht. Stenner lacht: „Ich werde die Zusammenarbeit mit den Kollegen und Kolleginnen sicherlich vermissen, aber ansonsten hoffentlich nicht so viel. Ich will meinen Ruhestand ja auch genießen.“