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Aktuelles

Das Projekt "In Job" während der Corona-Krise

29. April 2020

Über Kommunikation, Unterstützung und Motivation von Teilnehmenden während der Kontaktbeschränkungen

Das Hauptziel des Projekts „In Job“ bei den Jugendberufshilfen ist es, junge grundlegend arbeitsmotivierte Menschen unter 25 Jahren verschiedener Nationalitäten und sozialer Hintergründe in ein sozialversicherungspflichtiges Beschäftigungsverhältnis oder in eine Ausbildung zu vermitteln. Hierfür gilt es, die jungen Menschen so zu motivieren, dass sie den Einstieg in den ersten Arbeitsmarkt schaffen. Die Problemlagen der Teilnehmenden sind dabei so vielschichtig, dass es die pädagogischen Fachkräfte im Tagesgeschäft mit den unterschiedlichsten Herausforderungen zu tun haben. Vom Herausarbeiten benötigter Schlüsselqualifikationen, über das Erstellen und Aktualisieren von Bewerbungsunterlagen, der Simulation von Vorstellungsgesprächen, der Begleitung bei Ämterangelegenheiten bis hin zur Zeugnisanerkennung oder -wiederbeschaffung etc.

SOS-Kinderdorf Lippe hilft jungen Menschen beim Berufseinstieg

Christian Schweimler unterstützt als sozialpädagogischer Mitarbeiter im Projekt „InJob“ junge Menschen beim Einstieg ins Berufsleben

Unser Team besteht aus zwei sozialpädagogischen Mitarbeitern, von denen einer den Arbeitsschwerpunkt „Jobcoach“ und der andere die sozialpädagogische Betreuung übernimmt. Unterstützt werden wir durch die anleitenden SOS-Fachkräfte der verschiedenen Gewerke. Als zusätzliches Angebot können die Teilnehmenden bedarfsorientiert Deutschunterricht erhalten sowie die psychologische Unterstützung einer SOS-Fachkraft in Anspruch nehmen.

Lange und intensive Telefonate

Mit dem „Shutdown“ zum 17.03.2020, als Folge der Corona-Pandemie, änderten sich von einem auf den anderen Tag unsere Arbeitsbedingungen im Projekt. Eine motivierende und praktische Unterstützung der Teilnehmenden, als Hauptaufgabe unseres Arbeitsfeldes, fand sodann per Telefon, E-Mail, Messenger-Dienst oder Brief statt. Wir stellten fest, dass das Telefon/Smartphone von vielen der Teilnehmenden in erhöhtem Maße genutzt wird. Lange und intensive Telefonate waren und sind die Folge.

Jede Woche verschicken wir zudem individuelle „Arbeitspakete“ mit Rückumschlag per Post. Ausgewählte Teilnehmende bekommen zudem Deutschübungsblätter, die wir zeitnah korrigieren und telefonisch mit ihnen besprechen.

So sieht unsere Unterstützung konkret aus

Um die Arbeit im Projekt „In Job“ ein wenig plakativer zu machen, haben wir einige konkrete Beispiele zusammengestellt, wie wir die Teilnehmenden – trotz der erschwerten Bedingungen – unterstützen:

So bekam z.B. ein Teilnehmer einen Vollstreckungsbescheid von der Stadt Detmold, da er der Zahlungsaufforderung von GEZ-Gebühren bislang nicht nachgekommen war. Sein Antrag auf Befreiung sei nicht eingegangen. Nach einem Telefonat mit der Service-Hotline der GEZ und einem weiteren mit dem zuständigen Sachbearbeiter der Stadt Detmold, der sich im „Homeoffice“ befand, konnte der Sachverhalt geklärt und die Forderung aufgehoben werden. Der Antrag war in der GEZ- Zentrale in Köln eingegangen, aber bislang aufgrund der allgemeinen Situation nicht bearbeitet worden.

Ein anderer Teilnehmer, den wir nach seiner Arbeitsaufnahme noch drei Monate nachbetreuen, erschien laut Aussage seines Standortleiters zwei Tage ohne Meldung nicht am Arbeitsplatz. Nach der Kontaktaufnahme unsererseits, stellte sich heraus, dass er sich lediglich beim Vorarbeiter per Messenger über sein Smartphone abgemeldet hatte und dieser die Information nicht weitergab.

Wir empfahlen dem Teilnehmer, sich generell beim Vorarbeiter und beim Standortleiter abzumelden und die Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung am nächsten Tag abzugeben. Der junge Mann beherzigte unseren Rat und meldete sich umgehend auch beim Standortleiter ab. Somit klärte er den Sachverhalt eigenständig auf und der Standortleiter war zufrieden.

Drei weitere Teilnehmende absolvierten in den vergangenen vier Wochen eine betriebliche Erprobung, um sich für ein sozialversicherungspflichtiges Arbeitsverhältnis zu empfehlen. Neben der Abwicklung der vertraglichen Formalitäten und der Regelung für die Anreise zur Arbeitsstelle, waren wir in einem stetigen telefonischen Austausch, sowohl mit den Personalverantwortlichen der Unternehmen als auch mit den Teilnehmenden. Das verlief nicht immer reibungslos und stets war diplomatisches Geschick gefragt. Dennoch ist es uns gelungen, zwei Teilnehmende in ein sozialversicherungspflichtigesArbeitsverhältnis zu vermitteln. Ein weiterer Teilnehmer wartet aktuell noch auf seinen Arbeitsvertrag.

Bei allen Einschränkungen und Sorgen können manche Auswirkungen der Corona-Pandemie für unsere Teilnehmenden aber vielleicht auch etwas Gutes bedeuten. Besonders im Versandhandel und im Gesundheitswesen gibt es einen erhöhten Personalbedarf. Ein Teil unserer Teilnehmenden hat gute Chancen, hier beruflich „Fuß zu fassen“.

Persönlicher Austausch als tragende Säule pädagogischer Arbeit

Wir freuen uns in jedem Fall darauf, wenn wir im Projektalltag wieder Teilnehmende in den Räumlichkeiten der Jugendberufshilfen betreuen und motivieren können. Denn trotz der guten alternativen Möglichkeiten und der hohen Akzeptanz durch die Teilnehmenden ist und bleibt der „face to face“-Kontakt und der persönliche Austausch mit den jungen Menschen die tragende Säule pädagogischer Arbeit.