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Abschlussfest von „Schule macht Arbeit“

17. Juli 2018

Zwei Absolventinnen sitzen am Tisch und schreiben in ein Heft

„Non scholae, sed vitae discimus“ - „Nicht für die Schule, sondern für das Leben lernen wir“ (Seneca 4 v. Chr. bis 65 n. Chr.). Das Zitat von Seneca ist alt und hoch aktuell. Jüngst haben das zwölf junge Menschen wieder erfahren. Sie sind vor einem Jahr mit 14 anderen in das Projekt „Schule macht Arbeit“ eingestiegen. Alle im Alter zwischen 18 und 33 Jahre, alle mit bisher mäßigen schulischen Karrieren. Zwölf haben bis zum Ende durchgehalten.

Trotz Schwierigkeiten dran bleiben!

Auf ihrem Weg haben sie sich u.a. durch sprachliche Schwierigkeiten gekämpft, Grundzüge der deutschen Geschichte gepaukt und sich ihrer Prüfungsangst gestellt. Sie haben Praktika absolviert und dabei die Anforderungen des Berufslebens hautnah erfahren. Viele hatten zusätzlich private Fragen zu klären. Es galt, familiäre Verpflichtungen mit dem Projekt zu koordinieren oder Schulden abzubauen. Längere Phasen von Demotivation hatten viele von ihnen zu überstehen. Gemeinsam ist den Zwölfen: Sie haben durchgehalten! Das alleine ist schon eine große Leistung.

So war es zwangsläufig, dass auch der Abschluss des diesjährigen Projektes Ende Juni im Rahmen eines großen Grillevents gefeiert wurde. Während des Festes konnte neun SchülerInnen zum bestandenen Hauptschulabschluss gratuliert werden. Der Stolz und die Freude standen nicht nur den zwei SchülerInnen ins Gesicht geschrieben, die den Abschluss mit einem Qualifizierungsvermerk geschafft haben. Auch die Schülerin, die in der Nachprüfung das begehrte Zertifikat noch erreichen kann, war sichtlich stolz.

Anerkennung und Wertschätzung

Wie hoch die Leistung der SchülerInnen zu bewerten ist, spiegelt sich auch in der Teilnahme an der Feier wieder. Aus dem Jobcenter Lippe fand sich der Fachgebietsleiter U25, Herr Eidmann, mit neun BeraterInnen ein. Sie alle zollten den AbsolventInnen hohes Lob und Respekt für die erbrachte Leistung. In seiner Ansprache wies Herr Eidmann darauf hin, dass der erzielte Erfolg nun auch genutzt werden sollte, um „beruflich Fuß zu fassen“.

Der SOS-Bereichsleiterin Andrea Habig und den „Schule macht Arbeit“-Mitarbeitenden um Thomas Finkendey, seines Zeichens Mathematik- und Geschichtslehrer, war während der Zeugnisübergabe deutlich anzumerken, wie sehr sie mit den SchülerInnen mitgelitten, gekämpft und gebangt hatten. Für jede Absolventin und jeden Absolventen hatten sie bei der Zeugnisübergabe persönliche und stärkende Worte, die die nächsten Schritte nicht aussparten.

„Schule macht Arbeit“ ist ein Vollzeitprojekt im Rahmen des SGB II, das durch das Jobcenter Lippe finanziert und durch das SOS-Kinderdorf Lippe umgesetzt wird. Mittlerweile läuft das Projekt im fünften Jahr. Bislang haben 44 SchülerInnen das Projekt bis zum Ende durchgehalten. Davon haben 40 die Hauptschulprüfungen bestanden. 15 sind unmittelbar nach Projektende in Arbeitsverhältnisse eingemündet. Von vielen wurde im späteren Verlauf berichtet, dass sie nachträglich in ein Anstellungsverhältnis gefunden haben. Die ersten haben mittlerweile ihre Ausbildungen abgeschlossen.

„Die Praktikanten wissen gar nicht, was sie in „Schule macht Arbeit“ alles lernen"

Jüngst kam eine Absolventin aus dem Jahrgang 2016/2017 in die Einrichtung. In ihrer Hand hielt sie einen großen Strauß Rosen, den sie den „Schule macht Arbeit“-Mitarbeitenden überreichte. Sie erzählte von ihrem Berufsalltag im Altenheim, wie gut es ihr dort gehe und wie froh sie sei, nun eine feste Anstellung mit einem verlässlichen Verdienst zu haben. Und sie berichtete von Praktikanten, die immer wieder in ihren Betrieb kämen. „Die Praktikanten wissen gar nicht, was sie in „Schule macht Arbeit“ alles lernen. Es ist viel mehr, als das Wissen, das für die Abschlussprüfungen nötig ist. Doch das erkennen die erst viel später.“ Ihr sei es auch so gegangen, sagte die junge Syrerin.

Quelle: Team „Schule macht Arbeit“

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