Hero Image
Nachbarschaftshilfe / Pflege vor Ort
in Cottbus und Spree / Neiße

Nachbarschaftshilfe / Pflege vor Ort in Cottbus und Spree/Neiße

Seit 2022 ist ein Schwerpunkt im Koalitionsvertrag, der Brandenburger Landesregierung, der „Pakt für Pflege“. Hier soll die Pflege vor Ort gestärkt und nachhaltig gestaltet werden. Das Herzstück des Paktes ist die Förderung der Landkreise und kreisfreien Städte, der Gemeinden und Ämter durch das Programm ‚Pflege vor Ort‘. Die Nachbarschaftshilfe „Von Mensch zu Mensch“ ist ein Angebot des SOS-Kinderdorf Lausitz/ MGH mit Förderung durch das Ministerium für Soziales, Gesundheit, Integration und Verbraucherschutz „Pakt für Pflege“.
Seit 2007 sind wir ein Mehrgenerationenhaus und stellen fest, dass es mehr einsame, zurückgezogene, alleinlebende, hilfebedürftige Menschen gibt, als angenommen und ihre Zahl wächst. Immer wieder besuchen uns SeniorInnen zu unseren niedrigschwelligen Angeboten und schildern uns Ihre Sorgen und Ängste, sowie Hindernisse im Alltag, bei Behörden und Ärzten. Ferner erzählen sie uns von abgelehnten Pflegeanträgen oder Hilfsleistungen.
Wenn die Kräfte eines älteren Menschen nachlassen, heißt das ja nicht, dass gleich eine pflegerische Betreuung nötig ist. Oft sind es eher die kleinen Dinge des Alltags, bei denen mit der Zeit Unterstützung erforderlich ist. Der Weg zu den gesetzlichen Hilfsangeboten jedoch, scheint nicht immer so leicht. Mit fortschreitendem Alter sind sie einfach auf Hilfen und Betreuungen angewiesen und das so einfach und unbürokratisch wie möglich!
Die meisten SeniorInnen also haben noch oder gar keinen Anspruch auf einen Pflegegrad oder Hilfeleistung, weil sie nicht hilfebedürftig genug sind bzw. den gesetzlichen Vorrausetzungen nicht gerecht werden. Dennoch haben diese SeniorInnen eine Not in ihrem Alltag. Aus dieser Not und den meist abgelehnten Bescheiden, ziehen sich die SeniorInnen zurück. Sie isolieren sich, verlieren den Kontakt zur Außenwelt und vereinsamen. Dieser tiefe Einschnitt im Leben, nicht mehr selbstständig sein zu können, auf Hilfe anderer angewiesen zu sein und damit auch die sozialen Kontakte zu verlieren, lässt den Lebensmut und Lebensfreude schwinden. Die Lebens- und Alltagssituation älterer Menschen wird somit zunehmend schwieriger.

Unsere Zielgruppe

Unsere Zielgruppe bezieht sich in erster Linie auf die ältere Generation, welche in ihrem Alltag eingeschränkt ist und noch in ihrer häuslichen Umgebung lebt. Egal ob sie einen Pflegegrad haben oder Angebote zur Unterstützung im Alltag beziehen, können sie uns in Anspruch nehmen. Aber auch Menschen, unabhängig von ihrem Alter, Gesundheitszustand und Herkunft, können von der Nachbarschaftshilfe unterstützt werden. Wir versuchen immer, gemeinsam mit unseren Netzwerkpartnern, eine Lösung zu finden.
Auch die Zielgruppe freiwillig engagierte Menschen in Cottbus und Spree/Neiße sind für unsere Arbeit wichtig und unverzichtbar. Sie sind die Nachbarn der Nachbarschaftshilfe „Von Mensch zu Mensch“. Sie unterstützen das Projekt und sichern dessen Erfolg und Stabilität.

Unser Ziel

Ziel unseres Projekts Nachbarschaftshilfe „Von Mensch zu Menschen“ ist es, Menschen aus ihrer Hilfslosigkeit und Isolation zu holen, sie zu unterstützen und den Lebensmut wieder zu finden. Durch gemeinsame Angebote, Aktivitäten und Hilfe wollen wir Erlebnisse, Abwechslung, Anregung, Aktivierung und neue soziale Kontakte schaffen. Dabei sind auch Entlastung, Beratung und Wertschätzung der Angehörigen und Freunde wichtig. Ein weiteres und für uns sehr wichtiges Ziel ist die Aktivierung freiwillig Engagierter, denn ohne Ehrenamtliche kann das ganze Projekt nicht am Leben gehalten werden. Somit ist es auch unser Ziel, eine gut aufgestellte Helferkartei mit Ehrenamtlichen weiter aufzubauen. Wenn wir ihr Interesse geweckt haben, dann melden Sie sich gerne bei uns in der Nachbarschaftshilfe. In einem persönlichem Gespräch besprechen wir gerne mit Ihnen genaueres.

Arten des Angebotes/ Methoden

Unser „Türöffner-Angebot“ ist das Nachbarschaftscafé in unseren Einrichtungen vor Ort. Hier treffen sich unsere SeniorInnen und andere Besucher aus der Umgebung zum gemütlichen Beisammensein. Ein liebevoll eingedeckter Tisch mit kleinen Naschereien, Getränken und Spielen erwarten sie. Hier wird dann empfangen, geplaudert, gebastelt, gespielt und Begleitungstermine zwischen SeniorInnen und SeniorenhelferInnen vereinbart.
Die SeniorenhelferInnen sind an diesem Tag immer vor Ort, dies fördert das gegenseitige Kennenlernen, hilft Vertrauen aufzubauen und unterstützt bei einer Terminvergabe und Aufgabenverteilung. Kurze und unkomplizierte Wege sind sehr wichtig für unsere Hilfesuchenden.
Beim Nachbarschaftscafé sorgen wir dafür, dass sich unsere Besucher wohl fühlen, aufgefangen werden, Sorgen und Ängste loswerden können und bieten Ihnen Hilfe bei anstehenden Aufgaben/Termine an. Aber nicht nur das „Türöffner-Angebot“ findet in diesem Projekt statt. Gemeinsam mit den Senioren gestalten wir Angebote, Feste, Themennachmittage und Ausflüge. Wir wollen, dass sie am öffentlichen Leben teilhaben.

SeniorenbegleiterInnen/Betreuungskräfte

Der Umgang mit SeniorInnen bedarf viel Mitgefühl, Verständnis und Wissen über Alterungsprozesse und Krankheiten im Alter. Hierbei sind pflegerische Kenntnisse aber nicht erforderlich, denn dazu gibt es das Pflegepersonal der Versicherten. Unsere Seniorenbegleiter kommen dennoch meist aus Pflegeberufen, Altenbetreuung oder haben Erfahrungen gesammelt, bei der Betreuung von Familienmitgliedern. Es ist aber nicht Voraussetzung, um in diesem Projekt zu unterstützen.
Die fachliche Anleitung und Unterstützung der SeniorenbegleiterInnen und HelferInnen erfolgt regelmäßig und bei Bedarf durch die Projektleiterin und Fachkräften des Hauses. Wöchentliche Teambesprechungen werden durchgeführt, um wichtige Informationen einerseits zu bündeln und andererseits im Krankheitsfall oder Abwesenheit des anderen, schnell und unkompliziert zu unterstützen und bei Anfragen der Hilfesuchenden Auskunft zu geben.
Die Erstgespräche führt immer die Koordinatorin des Projekts durch. Sie nimmt die Anfrage/Hilfebedarf auf, informiert über das Projekt und klärt über die Rahmenbedingung des Angebots auf. Danach koordiniert und organisiert sie den Einsatz der HelferInnen innerhalb der Betreuungsgruppe.

Kooperationen

Das Projekt ist ein Zusatzangebot des SOS-Kinderdorf Lausitz/Mehrgenerationenhauses. Unsere Netzwerk- und Kooperationspartner sind daher vielfältig. Zum Projekt bestehende Kooperationen haben wir zu:
Stadtverwaltung Cottbus Fachbereich Soziales, den Ämtern im Spree/Neiße Kreis, Pflegestützpunkten, Pflegeeinrichtungen und Krankenkassen, Johanniter und Malteser (erste Hilfe Kurs und Notrufknopf), Seniorenbeirat und Sanitätshäuser (Gehilfen und medizinische Einrichtungen), Seniorentreffs und Wohnungsbaugesellschaften. Eine kontinuierliche Kooperation besteht aber auch mit den engen Familienangehörigen.
Unser Projekt „Nachbarschaftshilfe von Mensch zu Mensch“ und das Angebot „Nachbarschaftscafé“ sind ein niedrigschwelliges Angebot und für alle Teilnehmer und Hilfesuchende kostenfrei. Lediglich eine Spende zur Umsetzung und Unterstützung des Nachbarschaftscafé (für Verpflegung und Ausflüge), darf von jedem freiwillig zugesteuert werden.

Kontakt

Koordinatorin des Projektes in Cottbus, Forst/Lausitz, Amt Burg/Spreewald:
Mandy Gärtner
Koordinatorin des Projektes in Laubsdorf, Döbern, Peitz:
Jana Röchow 
SOS-Kinderdorf Lausitz/ Mehrgenerationenhaus
Poznaner Str.1
03048 Cottbus
Kd-lausitz@sos-kinderdorf.de