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Weil jedes Kind eine Familie braucht

Werden Sie Kinderdorfmutter oder –vater

In Duls­berg ent­steht 2021 das erste SOS-Kin­der­dorf mitten in Ham­burg, in dem drei Kin­der­dorf­fa­mi­li­en ein neues, ge­bor­ge­nes Zu­hau­se fin­den: Der „Hafen für Fa­mi­li­en“.

Wir suchen SOS-Kinderdorfmütter / -väter

Jedes Kind, das nicht mehr zu Hause leben kann, hat seine ei­ge­ne Ge­schich­te - meist tra­gisch, wie Ver­nach­läs­si­gung, häus­li­che Ge­walt, Miss­brauch oder Er­kran­kun­gen der El­tern. Als SOS-Kin­der­dorf­mut­ter oder -vater geben Sie die­sen Kin­dern wie­der Halt. Sie woh­nen mit ihnen wie eine nor­ma­le Fa­mi­lie zu­sam­men und sind von Beruf „Mut­ter“ oder „Vater“. Eine Le­bens­auf­ga­be.

Neues Kinderdorf – neue Ideen

Die Kinderdorffamilien in Hamburg sind kleiner. Wir wollen damit noch mehr Familie ermöglichen, indem Sie als Kinderdorfmutter oder Kinderdorfvater Ihren Alltag mit den Kindern gemeinsam teilen. Als feste Bezugsperson für die Ihnen anvertrauten Kinder und Jugendlichen leben Sie mit den jungen Menschen unter einem Dach und bieten ihnen eine Familie mit allem, was dazu gehört. Sie geben Halt und gestalten ein Umfeld, in dem Geborgenheit und Vertrauen wachsen können. Unterstützt werden Sie von einem Team pädagogischer Fachkräfte, die nach Bedarf von Ihnen, in Abstimmung mit den beiden anderen Kinderdorffamilien, hinzugezogen werden können.

Als Kin­der­dorf­mut­ter/-vater hel­fen Sie den Kin­dern, An­er­ken­nung und Liebe zu er­fah­ren sowie ver­lo­ren ge­gan­ge­ne Wertvorstellungen zu­rück zu er­lan­gen. Ver­läss­lich­keit ist einer der zen­tra­len Werte. Die Jungen und Mädchen seh­nen sich da­nach, „an­zu­do­cken“ und wie­der Boden unter den Füßen zu be­kom­men. Dazu ge­hört auch die Mög­lich­keit, ge­mein­sam mit Ge­schwis­ter­kin­dern in einer Fa­mi­lie auf­wach­sen zu kön­nen. In dem neuen „Hafen für Fa­mi­li­en“ fin­den die Kin­der wie­der einen fes­ten An­ker­platz. Ziel ist, dass am Ende ein Mensch das Kin­der­dorf ver­lässt, des­sen Wun­den weit­ge­hend ge­heilt sind und der auf sich al­lein ge­stellt, ein nor­ma­les Leben füh­ren kann.

Wir haben für Sie die Antworten auf die häufigsten Fragen zusammengestellt

Was ist eine SOS-Kinderdorffamilie?

Eine SOS-Kinderdorfmutter oder ein SOS-Kinderdorfvater in Hamburg bildet zusammen mit den anvertrauten Kindern und Jugendlichen eine Lebensgemeinschaft. Teil dieser Familie können auch die Partner/-innen der SOS-Kinderdorfmütter oder -väter sein genauso wie ein eigenes Kind. Die aufgenommenen Kinder kommen vor allem aus Familien, in denen die Eltern ihnen nicht die notwendige Erziehung und Geborgenheit geben können. Ziel ist es, die Entwicklung dieser Kinder aktiv zu begleiten, gemeinsam Krisen zu überwinden und Fortschritte zu erleben und die jungen Menschen schließlich in ein selbstständiges Leben zu führen. Die SOS-Kinderdorffamilie bietet hierfür einen Lebensraum, in dem Vertrauen und Beziehungen wachsen können.

Wie wohnen SOS-Kinderdorffamilien?

Jede SOS-Kin­der­dorf­fa­mi­lie in Hamburg lebt in einer eigenen Wohnung. Für das ge­mein­sa­me Fa­mi­li­en­le­ben ist ein gro­ß­zü­gi­ger Wohn- und Ess­be­reich da, der von allen zu­sam­men nach ihrem Ge­schmack ge­stal­tet wird. Zum Spie­len, Schla­fen, Ler­nen gibt es Ein­zel­zim­mer für die Kin­der und na­tür­lich hat auch die Kin­der­dorf­mut­ter oder der Kin­der­dorf­va­ter ein ei­ge­nes Reich.

Die Wohnung ist Teil des „Hafen für Familien“. Insgesamt leben dort drei Kinderdorffamilien und haben einen engen Anschluss an das SOS-Familienzentrum. Der viel­fäl­ti­ge Aus­tausch mit an­de­ren gibt den SOS-Kin­der­dorf­müt­tern und -vä­tern Rück­halt und immer wie­der neue Im­pul­se für den Be­rufs­all­tag.

Welche Aufgaben haben SOS-Kinderdorfmütter und -väter?

Die SOS-Kinderdorfmütter und -väter sind für die ihnen anvertrauten Kinder emotionale Bezugs- und zugleich Erziehungspersonen. Sie nehmen diese Rolle wahr, bis die Kinder selbstständig sind oder in ein anderes Betreuungsverhältnis wechseln. Sie gestalten das Familienleben, führen den Haushalt und sorgen für einen geregelten Tagesablauf. Als pädagogische Fachkräfte begleiten sie gemeinsam mit den anderen Mitarbeiter/-innen gezielt die Entwicklung der Kinder und Jugendlichen. Ebenso sind sie an der Kooperation mit den Jugendämtern beteiligt.

Wer unterstützt SOS-Kinderdorfmütter und -väter bei ihren Aufgaben?

SOS-Kinderdorfmütter und -väter arbeiten Hand in Hand mit weiteren Mitarbeiter/-innen des SOS-Kinderdorfes. Im Familienalltag werden sie von Erzieher/-innen und Hauswirtschaftskräften unterstützt. Außerdem können sie sich jederzeit an alle pädagogischen Fachkräfte der Einrichtung wenden. Regelmäßige Supervision hilft ihnen dabei, ihre pädagogische Arbeit zu reflektieren.

Welche Kinder leben in einer SOS-Kinderdorffamilie?

Vor allem Kinder, deren Wohl in ihrem bisherigen Lebensumfeld trotz unterstützender und ergänzender Hilfen nicht gewährleistet werden kann. Zum Zeitpunkt der Aufnahme ist die kurz- oder mittelfristige Rückkehr in die Herkunftsfamilie üblicherweise nicht absehbar. Kinderdorffamilien nehmen Kinder bis zum Alter von 12 Jahren auf – bei Geschwistergruppen mitunter auch ältere Kinder, damit sie im SOS-Kinderdorf miteinander aufwachsen können. Durchschnittlich leben die Kinder 7 Jahre im SOS-Kinderdorf.

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Haben die Kinder weiterhin Kontakt zu ihren Eltern und Angehörigen?

Soweit dies möglich ist, legen wir sogar besonderen Wert darauf. Für die Entwicklung der Kinder und Jugendlichen ist der beständige Kontakt zu ihren Herkunftsfamilien sehr wichtig. Die Zusammenarbeit mit den Angehörigen erleichtert das Aufarbeiten des Erlebten und der oft problematischen Beziehungen zwischen den Kindern und ihren Herkunftsfamilien. Dieser Prozess ist ein wichtiger Schritt zur Identitätsfindung.

Wie sieht das Privatleben einer SOS-Kinderdorfmutter oder eines SOS-Kinderdorfvaters aus?

Der Beruf und die mit ihm verbundene ganzheitliche Lebensweise sind einzigartig: Kinderdorfmütter und -väter können Arbeit- und Privatleben miteinander verbinden. Jede SOS-Kinderdorffamilie gestaltet ihr Zusammenleben individuell und je nach Familiensituation. Zur Unterstützung im Alltag steht den SOS-Kinderdorfmüttern und -vätern ein Mitarbeiterteam professionell zur Seite. Das schafft auch Freiräume für private Kontakte, die Pflege der Partnerschaft und persönliche Interessen.

Ist die Tätigkeit als SOS-Kinderdorfmutter oder -vater auch mit einem eigenen Kind möglich?

Grundsätzlich ja. Voraussetzung dafür ist, dass die Bewerber/-innen das Aufwachsen ihres Kindes mit anderen Kindern als bereicherndes Lernfeld ansehen. Praxisjahr und Ausbildung sind meistens arbeitsintensiv und mit Ortswechseln verbunden. Diese Zeit kann mit einem jüngeren Kind belastend sein. Aus diesem Grund sollte das eigene Kind mindestens 4 Jahre alt sein.

Gibt es besondere Erwartungen an SOS-Kinderdorfmütter und SOS-Kinderdorfväter?

Der SOS-Kinderdorf e.V. legt in seinem pädagogischen Konzept großen Wert auf beständige Beziehungen zu den aufgenommenen Kindern. Es ist sehr wichtig, den Kindern weitere Beziehungsabbrüche zu ersparen und ihnen so eine möglichst optimale Entfaltung und Entwicklung zu ermöglichen. SOS-Kinderdorfmütter und -väter sollten deshalb dazu bereit sein, sich zeitlich und emotional auf diese längerfristige Aufgabe einzulassen.

Was ist, wenn die Kinder erwachsen werden?

Kehren die Kinder und Jugendlichen nicht in ihre Herkunftsfamilien zurück, bleiben sie bis zur Selbständigkeit in der SOS-Kinderdorffamilie. Auch die anschließende Aufnahme in eine Jugendeinrichtung des SOS-Kinderdorf e.V. ist möglich, wenn dies aufgrund der schulischen oder beruflichen Laufbahn sinnvoll ist. Mit dem Herauswachsen der Kinder stehen die Kinderdorfmütter und -väter vor der Entscheidung, ob sie eine neue Kindergeneration aufnehmen, in ihren alten Beruf zurückkehren oder sich neu orientieren wollen.

Wie sieht die fachliche Ausbildung der SOS-Kinderdorfmütter und -väter aus?

Der SOS-Kinderdorf e.V. bildet Bewerber/-innen ohne entsprechenden fachlichen Hintergrund zu staatlich anerkannten Erzieherinnen und Erziehern aus. Das Besondere an dieser berufsbegleitenden Ausbildung ist der Praxis-Theorie-Mix. Im berufspraktischen Teil arbeiten die Auszubildenden in SOS-Kinderdorffamilien mit. Die theoretische Ausbildung erfolgt an einer Erzieherfachschule. Neben Pädagogik und Psychologie werden auch allgemeinbildende Fächer unterrichtet. Die berufsbegleitende Ausbildung dauert in der Regel drei Jahre.

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Welche Vergütung erhalten SOS-Kinderdorfmütter und -väter?

Die Vergütung von Kinderdorfmüttern und -vätern ist entsprechend der außergewöhnlichen Aufgabe und des besonderen persönlichen Einsatzes höher als die reguläre Vergütung für Erzieher/-innen. Während der Ausbildung beträgt die monatliche Vergütung ca. 2.400 Euro brutto. Je nach Berufserfahrung beträgt sie im ersten Beschäftigungsjahr inklusive Zulagen ca. 5.000 Euro brutto. Für den Lebensunterhalt der Kinderdorffamilie gibt es zusätzlich Wirtschaftsgeld.

Wer ist der Arbeitgeber?

Arbeitgeber ist der SOS-Kinderdorf e.V. Er verfügt über jahrelange Erfahrung und umfassendes Spezialwissen in der familiennahen Betreuung von Kindern. Darüber hinaus engagiert sich der SOS-Kinderdorf e.V. auf vielfältige Weise für das Wohl und die Rechte von Kindern, Jugendlichen und Familien. Er arbeitet politisch und konfessionell unabhängig. Der Verein ist ein anerkannter Träger der freien Kinder- und Jugendhilfe. Er wurde 1955 in München gegründet, um in Not geratenen Kindern in Deutschland eine Familie und ein Zuhause zu geben. Ursprünglich fanden vor allem Waisen Aufnahme in ein Kinderdorf. Aufgrund der gesellschaftlichen Entwicklungen wachsen in den SOS-Kinderdorffamilien heute überwiegend Kinder auf, deren Eltern sich nicht im erforderlichen Umfang um sie kümmern können.

Gibt es ein ideales Einstiegsalter für Kinderdorfmütter oder -väter?

Die Aufgaben einer Kinderdorfmutter bzw. eines Kinderdorfvaters sind sehr vielfältig. Um ihnen gewachsen zu sein, sollten sie Lebenserfahrung mitbringen, einen eigenen Haushalt geführt und das Berufsleben einige Jahre kennen gelernt haben. Das Konzept der SOS-Kinderdorffamilie setzt auf Kinderdorfmütter und -väter, die mindestens eine Generation Kinder betreuen und begleiten – solange, bis die jungen Menschen selbstständig sind. Auch wenn diese das Haus verlassen haben, bleiben Kinderdorfmutter oder -vater meistens weiterhin eine wichtige Bezugsperson. Vor diesem Hintergrund liegen zwischen dem Ende der Praktikumszeit bzw. dem Abschluss der Ausbildung zum/zur staatlich anerkannten Erzieher/-in und dem Eintritt in den Ruhestand idealerweise noch mindestens 15 bis 20 Jahre.

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Ist eine Bewerbung auch für Quereinsteiger möglich?

Ja, die Tätigkeit der SOS-Kinderdorfmutter oder des SOS-Kinderdorfvaters kann Quereinsteigern eine neue Berufs- und Lebensperspektive bieten. Der SOS-Kinderdorf e.V. eröffnet ihnen die Möglichkeit, ohne fachliche Ausbildung in einen Sozialberuf einzusteigen. Die erforderliche Ausbildung absolvieren sie berufsbegleitend im Rahmen eines Anstellungsverhältnisses beim SOS-Kinderdorf e.V.


Voraussetzungen sind:

  • Mittlerer Bildungsabschluss
  • Bereitschaft zu längerfristigen Beziehungen
  • Organisationstalent
  • Körperliche und seelische Belastbarkeit
  • Teamfähigkeit
  • Bereitschaft, im SOS-Kinderdorf zu leben
  • Flexibilität
  • Vereinbarkeit mit der privaten Situation (Kind/Partner/-in)

So erreichen Sie uns

Torsten Rebbe

Alle Ansprechpartner auf einen Blick finden Sie hier.

SOS-Kinderdorf Hamburg
Einrichtungsleitung: Torsten Rebbe

Straßburger Straße 19
22049 Hamburg

Telefon
Familienzentrum: 040 69207650-20
Verwaltung: 040 69207650-10

KD-Hamburg@sos-kinderdorf.de