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Zukunftsängste und -hoffnungen

07. Dezember 2022

Familien in Hamburg geraten durch die Aneinanderreihung von Krisen zunehmend unter Druck. Zu den einflussreichsten Ereignissen dieses Jahres für die Menschen in der Metropolregion Hamburg gehören die steigenden Lebenshaltungskosten. Sieben von zehn Hamburger/-innen (70 Prozent) gaben an, dass die Inflation sie am stärksten trifft. Jede zweite bzw. jeder zweite Befragte (56 Prozent) gab den Ukraine-Krieg als Ereignis mit Auswirkung auf das eigene Leben an. An dritter Stelle (38 Prozent) folgt der Wegfall von Kontakten mit Freunden und Bekannten durch die Corona-Beschränkungen. Das ergab eine Toluna-Umfrage des SOS-Kinderdorfes Hamburg.
„Wir spüren in unserer täglichen Arbeit, dass die Familien in Hamburg immer besorgter sind über ihre aktuelle Lebenssituation und wie es in Zukunft weiter geht“, sagt Torsten Rebbe, Leiter von SOS-Kinderdorf Hamburg. „Gerade jetzt lassen wir die Familien nicht allein und halten den Kontakt.“

Umfeld als Unterstützung

Wie gehen die Menschen mit ihren Ängsten und Sorgen um? Knapp die Hälfte der Befragten (52 Prozent) bekommen Unterstützung aus ihrem Umfeld. Auffällig: Je jünger die Erwachsenen sind, umso mehr Hilfe erhalten sie. So gaben fast drei Viertel (69 Prozent) der 18 bis 39-Jährigen an, dass sie unterstützt werden. Bei den über 60-Jährigen sind es knapp ein Drittel (33 Prozent). Wer hilft? An erster Stelle stehen die Verwandten (35 Prozent), dann kommen Nachbarn/Nachbarinnen sowie Freunde (24 Prozent), gefolgt von Arbeitgebern (10 Prozent). An vierter Stelle sind soziale Einrichtungen platziert (8 Prozent).
Gewünscht wird sich von den Menschen, die keine Unterstützung aus dem Umfeld bekommen, mehr Einsatz vom Staat (69 Prozent) oder dem Arbeitgeber (31 Prozent). Überdurchschnittlich häufig Unterstützung vom Arbeitgeber erhoffen sich Befragte mit sehr starken Zukunftsängsten (44 Prozent) sowie Familien mit Kindern (42 Prozent). Lediglich jeder zehnte Befragte ohne Unterstützung aus dem Umfeld wünscht sich keine Hilfe.
„Gerade soziale Einrichtungen sind nicht nur wichtig, wenn es im Familienleben klemmt oder gar brennt“, erläutert Rebbe. Auch im Vorfeld beziehungsweise präventiv sei beispielsweise der „Hafen für Familien“ von SOS-Kinderdorf Hamburg ein wichtiger Anlaufpunkt. Das beginnt schon in der Schwangerschaft: Eine Hebamme und Kinderkrankenschwester beraten und begleiten die Schwangeren. Kleine und größere Kinder lernen in den Musikkursen, Sportangeboten und im Ferienprogramm Neues und neue Freunde/Freundinnen kennen. Der Kinderkleiderladen bietet günstige sehr gut erhaltene Kinderkleidung und im Familiencafé können sich Eltern und Nachbarschaft austauschen und miteinander klönen.
Über die Umfrage:
Für die Umfrage „Zukunftsängste und Hoffnungen“ wurden 300 deutschsprachige Bürger ab 18 Jahren aus Hamburg oder den umliegenden Landkreisen befragt. Die Umfrage wurde im September von Toluna und Faktenkontor für das SOS‑Kinderdorf Hamburg durchgeführt.