Aktuelles

Projekt Stadtteilmütter

28. Oktober 2017

Koordinatoring

Claudia Töllner-Heinrich koordiniert das Projekt Stadtteilmütter

Im Stadtteil Dulsberg leben einige Familien mit Migrationshintergrund isoliert. Viele Frauen sind alleinerziehend. Das Projekt Stadtteilmütter Dulsberg hilft Kindern, Jugendlichen und Familien zum einen sich in Dulsberg heimisch zu fühlen und zum anderen den Familienalltag zu bewältigen.

Stadtteilmütter sind Mütter aus unterschiedlichen Herkunftsländern, die neben ihrer Muttersprache gut deutsch sprechen. Sie arbeiten ehrenamtlich und erhalten eine kleine Aufwandsentschädigung.Im September startete der erste Durchgang der Stadtteilmütter. Die Sozialpädagogin Claudia Töllner-Heinrich koordiniert das Projekt und beantwortete im Interview die Fragen dazu.

Bitte erklären Sie doch das Projekt Stadtteilmütter Dulsberg in einem Satz.

"Stadtteilmütter helfen jungen Familien mit Migrationshintergrund im Stadtteil Anschluss zu finden und sich zu integrieren – also eine Form von organisierter Nachbarschaftshilfe."

Wie sieht das konkret aus?

"Eine Stadtteilmutter geht mit ihrem Wissen über Einrichtungen und Angebote im Stadtteil direkt in die Familien. Sie informiert die besuchten Familien in deren Muttersprache oder auf Deutsch. Außerdem gibt sie Infos zu Familienthemen jeglicher Art und bespricht die individuellen Familienangelegenheiten. Eine Stadtteilmutter begleitet eine Familie maximal sechs Monate."

Wie wird man Stadtteilmutter?

"Nach einem Aufnahmegespräch entscheiden wir, ob die sprachlichen und persönlichen Voraussetzungen zur Aufgabe passen. Anschließend wird die neue Stadtteilmutter drei Monate lang für den Einsatz im Stadtteil geschult."

Wie gestalten Sie die Schulung?

"Die Schulung findet zweimal wöchentlich am Vormittag statt. Über die Themen Gesundheit, Bildung, Erziehung in Familien und Einrichtungen wie Kita und Schule referieren SOS-Mitarbeiter und andere Experten aus vielen Institutionen des Stadtteils. So bekommen die angehenden Stadtteilmütter einen bunten Strauß an Infos und Möglichkeiten für Familien in Dulsberg. Am Ende der Schulung erhalten die Frauen ein Zertifikat."

Was ist das Tolle an den Stadtteilmüttern?

"Die Stadtteilmütter erweitern ihren eigenen persönlichen Wissensschatz. Sie wachsen im Laufe der Schulung in erster Linie persönlich und auch in ihre Rolle als Stadtteilmutter hinein. Die Frauen erwerben zu ihren Erfahrungen als Mutter weitere Kompetenzen und auch ein anderes Selbstverständnis. Zum Beispiel finden sie mehr Zutrauen in ihre eigenen Fähigkeiten. Dadurch können sie die eigene Stärke und Motivation mit in die Familien nehmen und den besuchten jungen Müttern als Vorbild dienen."

Was beeindruckte Sie bisher am meisten?

"Ich habe so viele positive Rückmeldungen im Stadtteil erhalten. Besonders schön finde ich, dass das Projekt vor Ort so viel Unterstützung erhält und viele Referenten sich einbringen. Aber das Schönste ist, mit welcher Begeisterung die zukünftigen Stadtteilmütter an der Schulung teilnehmen."

Welche Unterstützung benötigt das Projekt?

"Das erste, was das Projekt braucht, sind viele Menschen, die darüber reden und die gute Idee im Stadtteil verbreiten. Ich glaube, dass es viele Frauen gibt, die Freude als Stadtteilmutter hätten. Diese zu finden ist eine große Herausforderung. Wir wollen noch mehr Frauen erreichen und müssen daher neue Wege finden, die Infos an die entsprechenden Frauen zu bringen. Wir würden uns auch sehr über Menschen freuen, die die Arbeit der Stadtteilmütter finanziell unterstützen möchten."

Ihre Ansprechpartnerin für Presse und Öffentlichkeitsarbeit

Annika Bach