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Aktuelles

Der Anstieg von häuslicher Gewalt – Eine Folge sozialer Isolation

14. April 2020

#gewaltankindernverhindern: soziale Isolation könnte Gewalt in Familien fördern

#gewaltankindernverhindern: soziale Isolation könnte Gewalt in Familien fördern




Wie bereits die Zahlen aus China zeigen, steigt häusliche Gewalt gegen Frauen und Kinder. Dies erwarten nun auch soziale Einrichtungen der Kinder- und Jugendhilfe in Deutschland. 

Die Welt bleibt Zuhause. Soziale Isolation gilt als notwendige Maßnahme um die Kurve des Covid-19 Virus flach zu halten. Eine große Herausforderung für uns alle, insbesondere für Familien, die bereits vor der aktuellen Krise den eigenen Grenzen des Möglichen unterliegen. In Zeiten sozialer Distanz treffen Alltag und Beruf auf engstem Raum zusammen. Das Vereinen von Homeschooling, Arbeiten und Freizeitgestaltung innerhalb der eigenen vier Wände kommt nun erschwerend dazu und paart sich mit Zukunftsängsten.

Die Gefahr, dass in per se belasteten Familien der Druck zunehmend zu Vernachlässigung, Gewalt oder Missbrauch führt, steigt. „Mit der Enge in den Wohnungen und der fehlenden sozialen Kontrolle durch Kitas und Schulen verschärft sich die Situation auf beängstigende Weise.“ Mit der schutzlosen Auslieferung der Kinder befürchtet der Leiter des SOS-Kinderdorf Hamburg Torsten Rebbe einen Anstieg häuslicher Gewalt.

Kontrolle von außen fehlt

Circa 70 solcher Familien betreut SOS-Kinderdorf Hamburg In den Bezirken Nord, Wandsbek und Eimsbüttel treffen die 20 Mitarbeiter*Innen normalerweise die Familien ein- bis dreimal wöchentlich in deren Zuhause und kennen somit das Familiengeschehen aus der Nähe. Die Pädagogen begleiten die Familien und Eltern in Erziehungsfragen und bei schulischen Problemen. Oft sind es Familien, die am Rand der Gesellschaft stehen und die es selbst nie anders gelernt haben als Konflikte mit Gewalt zu lösen. „In ihrer Kindheit waren sie meist ebenfalls Opfer von Gewalt. Missbrauch, Vernachlässigung und manchmal auch Drogen sind Themen, die dort anstehen“, so Rebbe. Doch diese Besuche können nur noch mit großen Einschränkungen stattfinden. Und durch geschlossene Schulen und Kitas fehlt jegliche Kontrolle von außen – ein ganzes Netzwerk der Kontrolle, auf das gerade Kinder und Jugendliche zählen müssen.

Das Wichtigste: Kommunikation aufrecht erhalten

Das Wichtigste in dieser Zeit ist die Kommunikation mit den betroffenen Familien aufrechtzuerhalten. Deshalb finden die Pädagogen von SOS-Kinderdorf Hamburg das Gespräch mit ihnen via WhatsApp, Telefon und per Videokonferenz. „Wir gehen mit Mutter oder Vater spazieren und sprechen über Probleme“, so Torsten Rebbe. Selbst Treffen in Räumen, wo der Sicherheitsabstand gewahrt werden kann, sind denkbar. Für den Ernstfall einer Kindeswohlgefährdung, muss man in die Wohnungen der Familien hinein. Zwar gibt es noch keine Coronafälle, aber auch darauf sind wir vorbereitet.   

#gewaltankindernverhindern

Ein Appell von Torsten Rebbe: „Seien Sie aufmerksam und informieren Sie im Verdachtsfall sofort die Polizei. Lieber einmal zu viel anrufen als einmal zu wenig.“

Im Rahmen eines Interviews für das Hamburger Abendblatt sprach Torsten Rebbe über die Auswirkungen der Krise auf die Arbeit seiner Einrichtung und die Angst vor Ansteigender Häuslicher Gewalt. Mehr dazu finden Sie ebenfalls in einem Podcast von „Hamburg Zwei Aktuell“ am 30.03.2020 um 17 Uhr.