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Im Fokus

Rückblick des Fachtags am 20. Februar 2020

Unter diesem Titel wurden Risiken und Auswirkungen der zunehmenden Tendenz zur Steuerung, Kontrolle und Monetarisierung in der Jugendhilfe beleuchtet, damit ein wichtiges ganzheitliches Verständnis von Kindern, Jugendlichen und ihren Familien nicht zunehmend verloren geht. Wir wollten einen positiven Gegenentwurf skizzieren, zu dessen Gestaltung wir ein Stück beitragen können. Wie können wir als Mitarbeiter/innen im Jugendhilfesystem Mensch bleiben?

Für das Programm konnten wir Dr. Marie-Luise Conen (Context – Institut, Berlin) und Dr. Natalie Knapp (Philosophin und Autorin) und Dr. Agnieszka Maluga (zweite Vorsitzende der Janusz Korczak Gesellschaft) als Rednerinnen gewinnen. Ihre visionären Beiträge zu Gegenwart und Zukunft der Jugendhilfe haben insgesamt über 120 Teilnehmer*innen inspiriert. Dank des Entgegenkommens des gewählten Veranstaltungsortes und des Catering Unternehmens „Rolling Taste“ konnte bewusst der Inhalt des Tages und damit die „weichen“ Faktoren der sozialen Arbeit im besonderen Ambiente der Störtebecker-Sääle unterstrichen werden. Charmant, professionell und nah am Thema führte NDR2-Moderatorin Elke Wiswedel durch den Fachtag 2020. 

Den Anfang machten Sebastian Conradt, Laura Mans, Frank Untiedt. Als personifizierte Angst, Liebe und Kontrolle, teilten Sie Gedanken zum Thema. Im Anschluss berichtete eine Mutter über ihre Erfahrungen im Jugendhilfesystem. „Wir durften hautnah miterleben, wie die Ängste und der Druck zunächst eine konstruktive Zusammenarbeit verhindert haben“ berichtet Leiter des SOS-Kinderdorfs Hamburg Torsten Rebbe. Durch Vertrauen und Beziehung ist es gelungen, Veränderungen anzustoßen. Besonders gerührt waren die in diese Arbeit involvierten Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen. Für sie gab es im Anschluss an diesen Beitrag ein Überraschungsgeschenk.

Danach ging es auf eine Zeitreise mit Dr. Marie-Luise Conen in eine Zukunft, wo die Bedingungen der Sozialarbeit so erfüllt sind, dass sie gut gelingen kann beziehungsweise zu deren Gelingen beitragen. Dagegen stand die reelle Gegenwart, dass heutzutage unter Rahmenbedingungen gearbeitet wird, die das Gelingen z.B. durch Zeit und Kostendruck eher behindert.

Die Versöhnung mit der Unsicherheit war Inhalt des zweiten Vortrags von Dr. Natalie Knapp. Sehr anschaulich und mitreißend machte sie deutlich, dass Unsicherheit zum Leben dazu gehört. Doch wenn man sie entsprechend aufnimmt, kann sie der Motor für viele positive Veränderungen sein.

Der dritte Beitrag von Dr. Agnieszka Maluga lies uns in die Gedankenwelt und pädagogischen Vorstellungen von Janusz Korzcak eintauchen. Schon vor 100 Jahren lehrte dieser wirklich besondere Mensch nicht nur konsequent Beteiligung und das Recht des Kindes auf sein eigenes Leben – vor allem lebte er es auch.

Als Rahmenprogramm und Ergänzung gab es über den Tag die Möglichkeit Yoga in der Pause auszuprobieren und an einer Postkartenaktion teilzunehmen. Hier konnte man sich selbst wichtige Gedanken zum Thema per Postkarte schicken, die einem 3 Monate nach der Veranstaltung zugesandt werden. Praxisbeispiele und Interviews zum Thema wurden dafür auf Stellwänden und im Video bereitgestellt.

Der Fachtag 2020 zum Thema „Liebe, Angst und Kontrolle in der Jugendhilfe – Herausforderung Menschsein“ inspirierte und motivierte alle Beteiligten, die sich bereits auf den nächsten freuen.