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Auch kleine Köche können in der Küche kochen und backen.
Einsatzbereich

Im Fokus: Inobhutnahme

Die Mitarbeit in einer Inobhutnahmestelle unterscheidet sich z.T. deutlich von der Mitarbeit in anderen stationären Angeboten. Wer sich bewusst auf diese Betreuungsform einlässt, der wird Kinder und Jugendliche während einer sehr verunsichernden Phase in ihrem Leben begleiten und dabei eine wichtige Rolle übernehmen.

Im SOS-Geschwisterhaus Bremen werden bis zu 10 Kinder und Jugendliche gleichzeitig in Obhut genommen. Dabei handelt es sich um Geschwisterreihen von zwei oder mehr Geschwistern, nur der zehnte Platz wird bei entsprechenden Fallkonstellationen für einen befristeten Zeitraum einzeln belegt.

Eines haben so gut wie alle Kinder gemeinsam: Sie möchten wieder nach Hause, egal wie schlimm es dort war, denn sie kennen es ja nicht anders.

Das Geschwisterhaus wurde im Juni 2020 eröffnet. In den ersten drei Jahren haben wir wichtige Erfahrungen gemacht, die sich auf den Einsatzbereich auswirken:

Anzahl der Inobhutnahmen

In 36 Monaten wurden insgesamt 88 Kinder und Jugendliche in Obhut genommen, darunter 10 Einzelaufnahmen. Das bedeutet, dass die Mitarbeitenden eine ungleich höhere Anzahl an Kindern und Jugendlichen kennenlernen, betreuen und verabschieden als in anderen Angeboten.

Größe der Geschwisterreihen

Die Anzahl der Geschwister, die bei uns untergebracht werden, variiert. Die größte Gruppe bestand aus acht Schwestern und Brüdern, die häufigste Größe sind zwei und drei Geschwister.

Aufnahmealter

Mehr als die Hälfte der Kinder befindet sich zum Zeitpunkt der Aufnahme im Vorschulalter, darunter eine hohe Zahl an Wickelkindern.

Kindertagesbetreuung/Schule

Während schulpflichtige Kinder i.d.R. eine der nächstgelegenen Schulen besuchen, werden die Kinder im Vorschulalter rund um die Uhr von uns betreut.

Dauer der Unterbringung

Unser Ziel, die Unterbringungsdauer auf max. 12 Wochen zu begrenzen, gelingt leider häufig nicht. So werden Geschwisterreihen im Schnitt etwa 17 Wochen im Geschwisterhaus betreut. Besonders herausfordernd gestalten sich die Inobhutnahmen, die sich länger als sechs Monate hinziehen, da das Konzept einer Inobhutnahme darauf nicht ausgelegt ist. 

Diese Fälle kommen leider immer wieder vor. Die Ursachen sind vielfältig. Häufig zieht sich die Suche nach einer geeigneten Anschlussmaßnahme durch das fallzuständige Jugendamt hin, in anderen Fällen werden auch Gutachten von Familiengerichten abgewartet, deren Erstellung sich wiederum über Wochen zieht. 

Anschlussmaßnahme

Etwa die Hälfte der Kinder und Jugendlichen kehren nach der Betreuung im Geschwisterhaus wieder in ihre Herkunftsfamilie zurück, während die andere Hälfte in andere stationäre Maßnahmen übergeleitet wird.

Die Arbeit mit den jungen Kindern, die eine große Verunsicherung spüren, ist eine Herausforderung für alle Mitarbeitenden im Geschwisterhaus. „Die Kleinen denken anfangs oft, sie wären in einer neuen Kita“, beschreibt ein Mitarbeitender die Herausforderung. Eine Woche brauche es häufig, bis sie besser verstanden haben, was mit ihnen passiert ist.

Das kommt auf die Kinder und ihre Vorgeschichte an, aber wir erleben häufig eine Phase von Wut und Angst, denn die emotionale Belastung ist riesig!

Anders als in regulären stationären Betreuungsformen, in denen die pädagogischen Fachkräfte häufig dieselben Aufgaben übernehmen, gibt es im Geschwisterhaus verschiedene Aufgabenprofile.

Bereichsleitung

Die Bereichsleitung der Inobhutnahme ist i.d.R. an drei Wochentagen im Geschwisterhaus präsent, an den anderen beiden Tagen arbeitet sie von der Geschäftsstelle des SOS-Kinderdorfs Bremen aus. Sie trägt u.a. die Fallverantwortung und übernimmt die Personalauswahl und -führung.

Koordination

Im Geschwisterhaus sind zwei Fachkräfte eingesetzt, die jeweils zur Hälfte ihrer Arbeitszeit in der Koordination und in der Kinderbetreuung eingesetzt sind. Als Koordinator*innen sind sie die ersten Ansprechpersonen für die fallführenden Jugendämter sowie für die Familien der Kinder und Jugendlichen. Auch das Verfassen von Berichten liegt bei der Koordination.

Tagdienst

Der Fokus der Betreuungsarbeit liegt auf der pädagogischen Basisarbeit mit Kindern im Vorschulalter. Die Fachkräfte betreuen und begleiten die z.T. schwer traumatisierten und belasteten Geschwister und stellen dabei einen stabilen Rahmen und einen angstfreien Schutzraum sicher. Die Organisation und Durchführung von Freizeitaktivitäten wie z.B. Ausflügen liegen ebenfalls bei ihnen. Die Arbeit zeichnet sich i.d.R. durch einen hohen pflegerischen Anteil aus, da häufig viele Wickelkinder parallel betreut werden.

Im Betreuungsdienst des Geschwisterhauses arbeiten Erzieher*innen, Kinderkrankenpfleger*innen und Sozialpädagog*innen. 

Nachtdienst

In der Nacht sind zwei Mitarbeitende im Einsatz, eine Nachtwache und eine Nachtbereitschaft. Während es sich bei den Nachtwachen um Fachkräfte handelt, die während der gesamten Nacht wach sind, legen sich die i.d.R. studentischen Nachtbereitschaftskräfte nach dem Abendessen und der Zu-Bett-Geh-Zeit, die sie begleiten, zur Ruhe und werden nur im Bedarfsfall geweckt.

Hauswirtschaft

Der Tagdienst wird durch drei Hauswirtschaftskräfte unterstützt. Während eine Hauswirtschafterin die Verpflegung mit Lebensmitteln sicherstellt, reinigen die anderen beiden Hauswirtschaftskräfte die Kleidung und das Haus. Dennoch ist es selbstverständlich und auch notwendig, dass auch die pädagogischen Mitarbeitenden im Tag- und Nachtdienst hauswirtschaftliche Aufgaben übernehmen.

Die unzweifelhaft größte Herausforderung für die Mitarbeitenden des Geschwisterhauses ist es, keine zu starken Bindungen entstehen zu lassen, um dem Charakter der Inobhutnahme als vorübergehende Maßnahme gerechnet zu werden und den Kindern die Übergänge in die Anschlussmaßnahmen bzw. die Rückkehr in die Herkunftsfamilie leichter zu machen.

Für die Mitarbeitenden bedeutet dies immer wieder einen Spagat zwischen empathischer Zugewandtheit und reflektierter Abgrenzung – professionelle Beziehungsgestaltung eben.

Das Geschwisterhaus ist zudem anerkannte Praxisstelle für Fachkräfte im Anerkennungsjahr.

Bei Interesse an der Mitarbeit bzw. Ausbildung im Geschwisterhaus empfehlen wir einen Blick in unsere Stellenbörse:

Mit weiteren Fragen zum Geschwisterhaus wenden Sie sich bitte an den zuständigen Bereichsleiter, Marko Meisel. 

Bereichsleitung HzE-Angebote für Kinder

Marko Meisel, SOS-Kinderdorf Bremen

Marko Meisel

SOS-Kinderdorf Bremen
Kinder-, Jugend- und Familienhilfe
Friedrich-Ebert-Straße 101
28199 Bremen

Telefon 0421 59712-286

marko.meisel@sos-kinderdorf.de


Sie sind interessiert? Dann los…

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Anika Teßmann
Leitungsassistenz

SOS-Kinderdorf Bremen
Kinder-, Jugend- und Familienhilfe
Friedrich-Ebert-Straße 101
28199 Bremen

Telefon 0421 59712-285

anika.tessmann@sos-kinderdorf.de