SOS-Kinderdorfzentrum: Café

Ein Bücherbaum erinnert an die alte Stadtteilbibliothek

Bücherbaum im SOS-Kinderdorf-Zentrum

Der Bücherbaum im SOS-Kinderdorfzentrum

Der Bücherbaum im SOS-Kinderdorfzentrum

Jahrzehnte lang stand die Adresse „Friedrich-Ebert-Straße 101“ für die Statteilbibliothek Neustadt. Als 2004 die neue Zentralbibliothek Am Wall eröffnet wurde, bedeutete dies gleichzeitig das Aus für die Stadtteilbibliothek.

Seit 2011 steht die Adresse nun für das SOS-Kinderdorf-Zentrum, das zum Verbund dezentral angesiedelter Angeboten der SOS-Kinder- und Jugendhilfe gehört. Das Gebäude wurde dabei ganz auf die Bedürfnisse des Vereins zugeschnitten. Neben Büros für die Verwaltung und Leitung der Einrichtung, gibt es dort, wo früher Regale voller Bücher standen, nun einen Kreativraum, einen Secondhand Laden, einen Bewegungsraum, einen Computerraum und noch einiges mehr.

Im Erdgeschoss lädt das offene Café zum Verweilen ein. Der Raum wirkt dabei mit den sonnengelben Wänden, Regalen mit Büchern und Spielen fast wie ein großes Wohnzimmer. Spätestens ab 12 Uhr wird es hier voll, denn dann lockt der täglich wechselnde Mittagstisch sowohl Eltern mit Ihren Kindern, aber auch Berufstätige aus der Nachbarschaft sowie Senioren an einen Tisch.

Die große Spielecke begeistert vor allem die Kinder, aber auch die Eltern genießen es, einen Ort zu haben, an dem Kinder ausdrücklich willkommen sind.
Neben konkreten Angeboten der Kinder- und Jugendhilfe hat es sich SOS-Kinderdorf mit dem Stadtteil- und Familienzentrum zum Ziel gemacht Familien zu stärken, psychische Gesundheit zu fördern und Bildungschancen zu eröffnen. Das umfangreiche Veranstaltungsprogramm bietet deshalb unterschiedlichste Angebote zum Thema Bildung, Familien und Gesundheit.

Die 12 Säulen der ehemaligen Stadtbibliothek stehen noch immer, aber ansonsten erinnert inzwischen kaum noch etwas an die frühere Bibliothek. Das soll sich nun ändern. Von der Idee eines öffentlichen Bücherschrankes inspiriert entstand ein ganz besonderes Bücherregal. Tischlermeister Lutz Rabe hat dem SOS-Kinderdorf-Zentrum einen individuelle Bücherbaum gebaut. In den Ästen des Baumes haben an die 100 Bücher Platz, die hier regelmäßig den Besitzer wechseln sollen. „Die Idee ist ganz einfach, jeder, der ein Buch ins Regal stellt, darf sich ein anderes nehmen. Ganz unkompliziert und natürlich kostenlos“ erzählt Sylvia Schikker vom Kinderdorf-Zentrum.

Nur bei einem Buch würden sich die SOS-Mitarbeiter sehr freuen, wenn es immer wieder den Weg zurück in den Bücherbaum finden würde: die Entstehungsgeschichte der SOS-Kinderdörfer ist die Geschichte von Hermann Gmeiner und seine Biographie sollen möglichst viele Menschen lesen.