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Aktuelles

SOS-Kinderdorf Bremen eröffnet Inobhutnahmestelle für Geschwisterkinder 

7. April 2020

Am 10. April wird auf der ganzen Welt der Tag der Geschwister gefeiert. Dieser Gedenktag stellt eine ganz besondere Beziehung in den Mittelpunkt, denn Geschwister spielen eine sehr wichtige Rolle in unserem Leben. Außer den Eltern gibt es kaum jemanden, der uns so nah ist und uns so lange im Leben begleitet. Damit Geschwisterkinder auch im Fall einer Inobhutnahme zusammen bleiben können, eröffnet das SOS-Kinderdorf Bremen im Sommer 2020 das „SOS-Geschwisterhaus“.

Geschwister - eine besondere Beziehung

Geschwister teilen viele Erfahrungen miteinander, sie kennen sich gut und können sich in der Regel aufeinander verlassen“ weiß Silke Höppner, die selbst eine ältere Schwester hat. Höppner ist als Bereichsleiterin im SOS-Kinderdorf Bremen für das SOS-Geschwisterhaus zuständig. Die Vorbereitungen für diese besondere Inobhutnahmestelle laufen auf Hochtouren. „Der Bedarf des Jugendamtes nach Geschwisterplätzen ist hoch. Wir möchten zukünftig dazu beitragen, dass Kinder in dieser extrem belastenden Situation gemeinsam untergebracht werden können“, berichtet Höppner. Aktuell werden noch letzte Baumaßnahmen abgeschlossen, bevor die ersten Kinder im Sommer kommen können. „Jedes Kind hat bei uns ein eigenes Zimmer, damit es sich bei Bedarf zurückziehen kann. Gleichzeitig haben wir eine offene Küche mit einem großen Esstisch, an dem Kinder und Betreuer gemeinsam essen können. Allein sein muss bei uns niemand.“

Gewalt, mangelnde Hygiene, unzureichend versorgt oder komplett auf sich allein gestellt sein – es gibt viele Gründe für eine Inobhutnahme. 2018 haben Jugendamtsmitarbeiter über 40.000 Kinder in Deutschland in Obhut genommen.* Sind größere Geschwistergruppen betroffen, werden die Kinder häufig getrennt voneinander untergebracht. Im neuen Geschwisterhaus von SOS-Kinderdorf wird dies anders sein. Die Kinder können hier gemeinsam mit ihren Geschwistern leben, bis das Jugendamt die weiteren Maßnahmen geklärt hat. Die Altersspanne der Kinder kann zwischen zwei Jahren und der Vollendung des 18. Lebensjahres liegen. Fachkräfte betreuen die Kinder sieben Tagen in der Woche, rund um die Uhr.

*1995 gab es noch 23.432 Inobhutnahmen wegen Kindeswohlgefährdungen oder auf Bitte der Kinder, 2018 bereits 40.389.  Hiervon ausgenommen sind 12.201 Fälle nach unbegleiteter Einreise i.e. Aufnahmen minderjähriger Flüchtlinge. (Statistiken der Kinder- und Jugendhilfe: Vorläufige Schutzmaßnahmen, 2017, Statistisches Bundesamt (Destatis), 2018