Botschafter Dirk Böhling_Querformat
SOS-Botschafter Dirk Böhling

20 Jahre SOS-Kinderdorf Bremen: „Der Einsatz für Kinder darf nicht aufhören“

Botschafter Dirk Böhling im Interview

Dirk Böhling ist Schauspieler, Regisseur, Autor und seit 2013 Botschafter für das SOS-Kinderdorf Bremen. Das feiert in diesem Jahr seinen 20. Geburtstag in der Hansestadt. Im Interview erzählt Böhling, wie er mit SOS-Kinderdorf in Berührung gekommen ist, was er durch sein Engagement gelernt hat und warum in Bremen die Arbeit von SOS für viele Kinder nach wie vor sehr wichtig ist.

Herr Böhling, wann haben Sie das erste Mal von SOS-Kinderdorf gehört?

Das war vor mehreren Jahren auf einer Benefizveranstaltung für SOS-Kinderdorf. Die Arbeit, die SOS leistet, hat mich damals wirklich sehr beeindruckt. Ich habe mich dann auch bald mit dem Verein in Verbindung gesetzt und meine Hilfe angeboten. So kam es, dass ich Botschafter für das SOS-Kinderdorf in Bremen wurde und noch im gleichen Jahr das Kinderbuch „Die Geschichte vom kleinen Reiskorn“ schrieb, aus dem später noch ein Kinofilm entstand.
In der Geschichte geht es um eine Spendenaktion des SOS-Gründers Hermann Gmeiner. Er verschickte einzelne Reiskörner und bat im Gegenzug um Spenden von einem Dollar für das erste Kinderdorf in Südkorea. Was ist für Sie das Besondere an dieser Geschichte?
Ich finde, sie veranschaulicht einfach wunderbar Gmeiners zeitlose Botschaft: ‚Gutes tun ist leicht, wenn viele helfen. ‘ Es passt so gut, dass man fast meinen könnte, die Geschichte wäre ausgedacht - ist sie aber nicht. Und ich mag es sehr, wenn Kinder in meinen Büchern Geschichten nachvollziehen können und wissen, es ist wirklich passiert.

Gruppenbild Vorlesetag

Motiv: Gruppenbild vom Vorlesetag (mit Botschafter Dirk Böhling)

Wie würden Sie Ihre Aufgaben als SOS-Botschafter beschreiben?

Ich glaube, das wichtigste, was ich tun kann, ist für Öffentlichkeit zu sorgen. Ich will, dass möglichst viele von der Idee von SOS-Kinderdorf erfahren und wie konkret vor Ort geholfen wird. Deswegen spreche ich auch immer viel über mein Engagement. Das wirkt auch im Kleinen. Mich macht es zum Beispiel sehr stolz, dass viele meiner Freunde inzwischen bei Geburtstagen oder ähnlichem statt Geschenken eine Spendenbox von SOS aufstellen.

Sie sind nun schon seit sechs Jahren Botschafter für SOS-Kinderdorf. Warum ist Ihnen dieses Engagement nach wie vor wichtig?

Kindern helfen zu wollen, ist tief in mir verwurzelt. Selbst als ich selber noch klein war, hat es mir das Herz gebrochen, wenn es anderen Kindern nicht so gut ging wie mir. Ich habe dann auch schon mal im Sandkasten dafür gesorgt, dass solche Kinder auch ein Stück Kuchen abbekamen. Heute bin ich selber glücklicher Vater und sehe meine drei Kinder in großer Geborgenheit aufwachsen. Gleichzeitig sehe ich aber auch, dass das vielen nicht vergönnt ist. Deshalb finde ich die Arbeit von SOS so wichtig. Der Einsatz für Kinder darf nicht aufhören.

Haben Sie ihre eigenen Kinder auch schon mit der Arbeit von SOS-Kinderdorf in Kontakt gebracht?

Ja. Mein Sohn ist sehr künstlerisch begabt und macht demnächst einen Mal-Workshop für das SOS-Kinderdorf in Bremen. Meine Tochter war auch schon öfter mit mir im SOS-Kinderdorf-Zentrum und hat zum Beispiel mitgeholfen, wenn wir beim Tag der offenen Tür Kaffee und Kuchen verkauft haben. Auch diverse Spielsachen meiner Kinder sind über die Jahre im Second-Hand-Laden von SOS gelandet. Da denken sie auch gar nicht groß drüber nach, ich habe ihnen das so mitgegeben.

Als langjähriger Bremer, was ist Ihrer Meinung nach das größte Problem der Kinder hier?

In Bremen ist die Schere zwischen Arm und Reich recht groß, und es gibt überdurchschnittlich viel Kinderarmut. Eltern, die wenig Geld zur Verfügung haben, müssen logischerweise zunächst die Grundbedürfnisse der Familie sicherstellen, viele Aktivitäten für Kinder kommen dann leider oft zu kurz. Ich finde es daher großartig, dass Familien im SOS-Kinderdorf-Zentrum in der Bremer Neustadt so viele Angebote nutzen können, ohne dafür bezahlen zu müssen. Eltern können sich hier kostenlos von Fachkräften beraten lassen, Kinder können spielen, basteln oder ihr Sprachverständnis im Bilderbuchkino ausbauen und die etwas älteren Jungs und Mädchen mit Werder bolzen. Das Angebot ist sehr umfangreich und das ist auch gut so!

Gibt es ein Erlebnis aus Ihrer Zeit als Botschafter, an das Sie sich besonders gerne erinnern?

Ja, das ist auch noch gar nicht so lange her. Am bundesweiten Vorlesetag letztes Jahr waren der Bürgermeister von Bremen, Carsten Sieling, und ich zum Vorlesen im SOS-Kinder- und Familienzentrum Huckelriede. Wir haben dort auf Hoch- und Plattdeutsch aus meinem Buch „Pummel Plüschmoors“ vorgelesen. Die Moral der Geschichte ist, dass man alles, was man möchte, ausprobieren sollte und nicht vorschnell entscheidet, dass etwas nicht geht. Die Kinder hatten das sehr schnell verstanden und schmetterten uns das „Geiht nich gifft’t nich“ an jeder Stelle in voller Lautstärke entgegen. Das hat uns beiden unheimlich viel Spaß gemacht.

SOS-Kinderdorf Bremen feiert dieses Jahr sein 20. Jubiläum. Welche Entwicklungen würden Sie sich für die nächsten 20 Jahre wünschen?

Ich würde mir wünschen, dass jeder Bremer die drei Buchstaben SOS kennt und weiß, wofür sie stehen und welche Arbeit hier geleistet wird. Außerdem würde ich mir wünschen, dass es völlig normal wird, sich hier Hilfe zu holen und die Angebote in Anspruch zu nehmen. Dazu brauchst es noch mehr Aufklärung und ich hoffe, dass ich als Botschafter auch weiter dazu beitragen kann.

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Sylvia Schikker

Sylvia Schikker

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