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Kinder putzen sich die Zähne
Rituale, Rituale, Rituale

Wie Familienleben gelingt

Rituale, Rituale, Rituale

Immer wieder berichten Eltern stolz, dass sie verschiedene Dinge mit ihrem Baby oder Kleinkind hinbekommen, weil sie ein „Ritual“ veranstalten. Sie meinen damit, dass es immer dieselben Abläufe gibt für eine bestimmte Situation und ihr Kind sich schon daran gewöhnt hat und mit- „arbeitet“. Ich möchte hiermit alle Eltern bestärken, das auch in Ihrem Familienleben und bei Ihrer Kindererziehung von Anfang an auszuprobieren. Rituale fördern nämlich den Zusammenhalt und das Gemeinschaftsgefühl.

Wir sind alle Gewohnheitstiere. Auch ohne eigene Kinder haben wir in unserem Alltag wiederkehrende Zeitabläufe und Handlungen, die wir natürlich verändern und anpassen können, falls nötig. Sei es privat oder bei der Arbeit, in der Schule, im Verein usw. Rituale geben uns Sicherheit, wir brauchen nicht mehr nachdenken und entscheiden, wie wir bestimmte Dinge tun wollen - es „läuft“. Rituale können auch ohne Herz und Verstand, nur rein formal gehandhabt werden (z.B. die Wie-geht`s-Frage ohne eine ehrliche Antwort zu erwarten...). Ein starres Korsett sollte das natürlich nicht sein. Rituale lassen sich ändern und anpassen, sie müssen „mitwachsen“, sonst werden sie altmodisch, albern oder bizarr..... Beispielsweise werden frisch gebackene Eltern auf bisherige Single-Rituale wie das lange Zeitungsfrühstück am Samstagmorgen vielleicht verzichten und lieber mit der ganzen Familie im großen Bett kuscheln. Spätestens in der Pubertät ist das (zumindest mit dem Kind) Geschichte, dann müssen neue Rituale entwickelt werden, um sich zutreffen und zu zeigen, dass sich alle mögen.

Rituale fördern den Zusammenhalt und das Gemeinschaftsgefühl

Manchmal bemerken wir gar nicht, was wir alles für Rituale haben, sie führen uns durch den Alltag. Es gibt Gruß- und Abschiedsrituale, Essensrituale, Pflege –und Hygienerituale und und und... Auch für die besonderen Gelegenheiten (Hochzeit, Jubiläum, Geburtstag, 1. Schultag, Wettkampf, Beerdigung, religiöse Feste usw.) gibt es die bestimmte Kleidung, das bestimmte Essen, den genauen Zeitplan und so weiter, woran wir uns halten. Alles kann ein Ritual sein. Wir erlernen so unsere Traditionen und Kultur aus der Gesellschaft, aus der Region, von der Familie.

Wir bringen den Kindern Gesten bei, die Abschied bedeuten (winke-winke); wir sagen „Prost“ und lassen unseren Becher mit dem Kinderbecher zusammenstoßen; wir ziehen unsere Schuhe an, wenn wir raus gehen; wir hängen unsere Jacke an den Haken, wenn wir heimkommen; wir sagen „Guten Appetit“ zum Beginn der Mahlzeit; wir umarmen die Freundin zur Begrüßung; wir waschen die Hände nach dem Toilettengang; es gibt einen Gute-Nacht-Kuss usw.. „Wir sind den Kindern ein Vorbild - egal wie wir sie erziehen wollen, sie machen uns sowieso alles nach“ (Zitat Albert Einstein).

Neue Rituale erfinden

Das lässt sich auch nutzen! Immer dann, wenn etwas Neues beginnt oder beginnen soll, können wir Rituale ein- führen. Wenn wir das Neue immer gleich ablaufen lassen, wird das Kind bald wissen, was kommt und sich vielleicht schon freuen, falls es ein Spiel ist; es wird sich abfinden, wenn es weiß – das wird so durchgezogen; es wird mit- helfen, sobald es das kann. Dann ist schon bald Teil des Alltages. Lassen Sie sich was einfallen, was Sie mit Ihrem Kind im- mer gleich machen, so können auch manchmal schwierige Situationen besser verlaufen – z.B. im Straßenverkehr (an der Hand gehen), beim Einkaufen (Waren in den Korb legen), beim Kinderarzt (wir schauen ein Buch an), beim Busfahren (wir zählen draußen die Bagger).

Ein Ritual muss nicht lang sein, aber es kann!

Ich weiß noch, dass ich mit meiner Tochter als Baby im Übergang zum Kleinkind ein Einschlafritual hatte, das locker 30 Minuten dauerte, denn ich habe alle Schlaflieder mehrmals gesungen, die ich kannte….
Wenn Sie also frischgebackene/r Mutter/Vater „schnell“ Ihr Kind zum Schlafen bringen wollen, brauchen Sie neben einem Ritual auch den Mut, sich zu verabschieden und die gute Beobachtung Ihres Kindes, was es ohne Sie schafft.

Tipps und Tricks von unserer Expertin

Ulrike Glingener,

Ulrike Glingener ist Dipl.-Sozialpädagogin in der Frühberatungsstelle Süd des SOS-Kinderdorf Bremen und ist dort seit über 20 Jahren beschäftigt.

Sie hat Erfahrungen in der Erziehungsberatung und Familienhilfe, im Familienkrisendienst, als PEKIP®-Gruppenleiterin für Eltern-Baby/Kind-Gruppen. Ulrike Glingener ist zudem SPIN® Video-Home-Trainerin und in der entwicklungspsychologischen Beratung tätig.

So erreichen Sie uns

Frühberatungsstelle Süd
Niedersachsendamm 20a
28201 Bremen

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Ulrike Glingener, Astrid Schwarz, Hildegard Wältermann, Fethiye Töngel, Petra Hock, Ruby Ebel

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