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Zeltlager zu Hause
Soziales Verhalten

Im Spiel Neues ausprobieren

Müssen Eltern mit ihren Kindern spielen oder lässt man sie besser allein machen? Für die Kleinen bis drei Jahre sind die Eltern wichtigste Spielpartner, dann werden Gleichaltrige bedeutsamer.

Mama und Papa sind wichtige Spielpartner

Spielen ist für Kinder von Geburt an so notwendig wie Essen und Schlafen und das beste Spielzeug ist zunächst Mama oder Papa. Spielen ist für das Kind eine Welterfahrung mit allen Sinnen. Anfangs geht die wichtigste Information durch den Mund, aber auch schauen und lauschen, bewegt und berührt werden, sind Babys liebste Beschäftigungen. Es lernt auf diese Weise viel für seine geistige, emotionale und soziale Entwicklung. Es schmeckt, wie Dinge beschaffen sind; es testet, wie es Aufmerksamkeit bekommt und lernt viel über sich und die Welt mit ihren räumlichen, zeitlichen und materiellen Dimensionen. Es bekommt eine Gewissheit, die jeder Mensch braucht: Ich kann etwas bewegen in dieser Welt, ich kann sie verstehen und sie ist mir wohl gesonnen.

Dazu braucht das Kind Eltern,

  • die Acht geben, wann das Kind zum Spielen aufgelegt ist,
  • die seine Wünsche nach Pause erkennen, Zeit lassen und nicht zu viel auf einmal anbieten,
  • die seine Grundbedürfnisse nach Essen, Kontakt, Nähe, Schlafen erfüllen und
  • mit freundlicher Ermunterung und Schutz vor Gefahr (Verletzungen, Verschlucken) viele Gelegenheiten für Selbsterfahrung geben.

Fertige „Spielsachen“, die nur auf eine bestimmte Weise gebraucht werden können, sind eigentlich für die Entwicklung des Kinder nicht nötig. Kinder wollen herausfinden, wie etwas funktioniert. Oft sind die Gegenstände, die wir Erwachsene benutzen, für Kinder interessant.

Gestalten Sie die Spielumgebung

Anfangs ist neben dem Arm und dem Schoß der Eltern der flache, feste Boden ein guter Platz zum Spielen. Da kann es aus eigener Kraft mobil werden und seine Umwelt erkunden. Besonders interessant sind Dinge, die zum Bewegen anregen und in den Mund wandern dürfen, unterschiedlich groß, hart, glatt, dick und aus verschiedenen Materialien sind, die knistern, rasseln, quietschen, blinken usw.. Diese Materialen finden sich im Haushalt oder sind leicht herzustellen. Zum Beispiel kleine PET-Flaschen, die mit Reis gefüllt sind oder ein zugebundener Waschhandschuh mit Knisterfolie. Später sind es die Töpfe, Siebe und Kochlöffel aus der Küche, mit denen die Kinder experimentieren und dabei Größen, Formen, Gewichte, Farben kennenlernen.

Für die Kinder ist es wichtig, dass die Eltern als vertraute Basis in der Nähe sind, Spielmaterial zur Verfügung stellen und für einen sicheren Ort sorgen. Tauschen Sie die Dinge, mit denen das Kind spielt ab und an aus und lassen Sie die Wohnung an bestimmten Spielplätzen mitwachsen (Lampenkabel verstecken, Schubladen klemmsicher machen, Wertvolles nach ganz oben legen, eine Höhle mit Decken bauen usw.). Eltern werden auch zum Ausruhen gebraucht, denn manche kleine Rackerin schafft das nicht allein und kann nur mit einem Schoßlied oder einem Bilderbuch innehalten. Ansonsten, freuen Sie sich daran, wie ausdauernd und konzentriert ein Kochlöffel von allen Seiten erforscht werden kann oder die Rolle von Bauch- in Rückenlage trainiert wird. Zeigen und sagen Sie ihrem Kind, wie prima es das macht! Das bestärkt es für die nächsten Entwicklungsschritte wie Klettern, Hüpfen und  Balancieren.

Im Spiel verarbeiten Kinder das Erlebte

Schließlich kommt im Spiel die soziale Komponente zum Tragen. Es fasst anderen in den Mund, will genau das Spielzeug des anderen haben, es ahmt Gesten und Tiergeräusche nach. Und es übt dabei die Rollen seiner Umgebung ein.: “Ich bin jetzt mal die Mama und  du bist ein Baby“. Dabei ahmt es nach, was es beobachtet. Geben Sie Ihrem Kind ruhig Aufgaben wie Wäsche in die Maschine füllen, Löffel sortieren, Becher spülen, Holz schleppen. Beim Spielen aber seien Sie Partner, lassen Sie sich führen und geben Sie nur ab und an Impulse, um das Spiel weiter zu führen. Sie lernen auf diese Weise viel über das innere Erleben und die Gedankenwelt Ihres Kindes. Puppen und Spieltiere, aber auch Kartons, Tücher, Bälle, Hüte sind geeignete Spielsachen dafür.

Beim Spielen kann das Kind eigene Lösungen für Probleme finden („der Teddy passt auf, dass kein Räuber kommt“) oder neues Verhalten ausprobieren („ich bin der Opa und  bestimme“). Sie bekommen Hinweise, was ihr Kind erlebt hat und worüber es sich nicht in Worten ausdrücken kann. Vielleicht lernen Sie so auch von Ihrem Kind, wie Spielen geht.

Tipps und Tricks von unserer Expertin

Ulrike Glingener,

Ulrike Glingener ist Dipl.-Sozialpädagogin in der Frühberatungsstelle Süd des SOS-Kinderdorf Bremen und ist dort seit über 20 Jahren beschäftigt.

Sie hat Erfahrungen in der Erziehungsberatung und Familienhilfe, im Familienkrisendienst, als PEKIP®-Gruppenleiterin für Eltern-Baby/Kind-Gruppen. Ulrike Glingener ist zudem SPIN® Video-Home-Trainerin und in der entwicklungspsychologischen Beratung tätig.

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