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Bindung und Rituale

Schlaf Kindchen, schlaf!

Das Thema Schlafen beschäftigt viele Eltern. Viele sind stolz, wenn das Baby durchschläft. Eine realistischere Erwartungshaltung kann den Eltern helfen, die Bedürfnisse ihres Babys und ihre eigenen in Einklang zu bringen. Kurz: Nächtliches Aufwachen ist normal.

Das Baby am Anfang seines Lebens

Neugebore haben sehr unregelmäßige Wach-Schlaf-Rhythmen. Es schläft meist noch sehr viel, aber bereits das kann von Kind zu Kind sehr unterschiedlich sein. Alles zwischen 11 und 19 Stunden ist normal bei einem Neugeborenen, sagt Kinderarzt Remo Largo in seinem Buch “Babyjahre“. Die Zustände zwischen Schlafen und Wachen beim jungen Baby sind fließend. Eben noch wach und aufmerksam, wird das Kind plötzlich unruhig oder schäft nach kurzem Schreien tief ein.

Schlafzyklen wechseln sich ab

Alle Menschen, auch Erwachsene, schlafen in Zyklen. Die der Babys dauern ca. 50 Minuten, bei Erwachsenen ca. 90 Minuten, sagen die Schlafforscher. Dazwischen gibt es kurze Aufwachphasen. Verschiedene Stadien des Schlafes lassen sich dabei unterscheiden: Einschlafen, leichter Schlaf, Traum-Schlaf, Tief-Schlaf, Aufwachen. Erwachsene brauchen länger, bis sie in tiefen Schlaf fallen, Babys schaffen das schneller.

Mit zunehmender Reife des Gehirns verändern und verlängern sich die Wach- und Schlafphasen beim Baby. Nach und nach verringert sich der Schlafbedarf, die Phasen werden regelmäßiger, die Kinder passen sich an den Tag-Nacht-Wechsel an. Sie als Eltern nehmen auch durch die Gestaltung des Tagesablaufes mit bestimmten Abläufen Einfluss darauf. Stillkinder sind in der Regel häufiger nachts wach. Der Kinderarzt Renz-Polster hält dies für sinnvoll, denn eine zusätzliche Portion Muttermilch auch nachts nach dem 6. Monat sei wichtig für die Gehirnversorgung.

Ab etwa 6 Monaten sind viele Kinder in der Lage, ungefähr 6 Stunden am Stück zu schlafen. Wenige schlafen länger. Manche brauchen mehr Entwicklungszeit dafür, einige sind schon mit 3 Monaten damit durch. Die meisten Kinder, auch im Kleinkindalter noch, haben später vorübergehende Phasen, in denen sie nicht mehr durchschlafen „können“. Neue Entwicklungsschritte, Krankheiten oder familiärer Stress bewältigen die Kinder oft mit einer erneuten Rückbesinnung auf ihre Bindungspersonen, deren Nähe sie verstärkt in der Nacht benötigen, weil am Tag so viel los ist.

Bindung und Rituale

Grundsätzlich hilft den Kindern beim Durchschlafen ein starkes Gefühl von Sicherheit: „Es ist alles in Ordnung, ich kann weiter schlafen, es ist alles so, wie ich es kenne“. Das hat mit den Bindungsbedürfnissen der Kinder zu tun. Wir alle haben noch Verhaltensbereitschaften in uns, die uns früher beim Überleben geholfen haben wie Weglaufen oder Angreifen bei Gefahr. Babys können nur weinen oder schreien,  um eine Bindungsperson herbeizurufen, die ihnen hilft und sie schützt. Daher ist das Baby nicht zum Allein-Schlafen gemacht, es braucht die Nähe seiner Bezugspersonen, ihre Wärme, ihre Atemgeräusche, ihren Geruch, eine bekannte Umgebung, das gibt ihm Sicherheit. Dass keine wilden Tiere lauern, Schneestürme oder sonstige Gefahren drohen, kann es ja nicht wissen. Es lernt dies erst durch uns und unsere Fürsorge, Ruhe und Nähe.

Für das Einschlafen steht meist nur ein kurzes Zeitfenster zur Verfügung. Wird dies nicht genutzt, dauert es wieder einen weiteren Zyklus, bis das Baby müde wird. Stattdessen überreizt es und muss mehr Dampf ablassen, bevor es zur Ruhe kommen kann. Zeigt das Kind erste Anzeichen für Müdigkeit, beginnen Sie mit den Vorbereitungen für das Schlafen. Kleine Rituale sind auch hier Gold wert. Doch als Eltern Sie können nur (wichtig genug-!) für Entspannung sorgen, einschlafen muss das Kind selbst.

Wenn die Eltern erschöpft sind

So viel Nähe wie das Baby als Optimum für sich einfordert, ist für Mama oder Papa möglicherweise aber störend für den eigenen erholsamen Schlaf. Interessanterweise haben die Schlaflaborforschungen auch eine gewisse Angleichung der Schlafrhythmen von Müttern und Babys nachgewiesen, wenn sie zusammen schlafen und besonders, wenn sie stillen.
Dennoch - Vielleicht brauchen Sie Ihr Bett oder wenigstens einen Meter für sich, dann ist möglicherweise eine Verbreiterung des Familienbettes die Lösung. Manchmal liegt es am Bedürfnis nach gelegentlichem Abstand zur Mutter- /Vaterrolle (kann durch Sport, Babysitter, Berufstätigkeit geschaffen werden) oder am Wunsch nach intimer Zweisamkeit mit dem Partner, der Partnerin aber auch da lassen sich neue Orte finden und gestalten.

Schlafen ist wichtig für unser aller Gesundheit und für die Entwicklung des Gehirns. Mamas und Papas Ruhe und Entspannung helfen dem Baby selbst darein zu finden. Sprechen Sie über Ihre Nöte mit anderen Eltern, Früh- und Erziehungsberaterinnen, Hebammen, Kinderärztinnen, Ihr Kind braucht Sie noch eine ganze Weile einigermaßen bei Kräften und Laune!

Tipps und Tricks von unserer Expertin

Ulrike Glingener,

Ulrike Glingener ist Dipl.-Sozialpädagogin in der Frühberatungsstelle Süd des SOS-Kinderdorf Bremen und ist dort seit über 20 Jahren beschäftigt.

Sie hat Erfahrungen in der Erziehungsberatung und Familienhilfe, im Familienkrisendienst, als PEKIP®-Gruppenleiterin für Eltern-Baby/Kind-Gruppen. Ulrike Glingener ist zudem SPIN® Video-Home-Trainerin und in der entwicklungspsychologischen Beratung tätig.

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Niedersachsendamm 20a
28201 Bremen

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