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Schlafgewohnheiten

Die erste Nacht ohne Mama!

Wann das richtige Alter ist oder wie das Kind es gut schlafen kann, hängt mit grundlegenden Schlafgewohnheiten zusammen.

Schlafen hat sehr viel mit Entspannung und dem Gefühl von Sicherheit und Geborgenheit zu tun. Babys sind nicht zum allein schlafen geboren. Sie sind auf die Nähe von anderen Menschen angewiesen, die sie vor Gefahren beschützen und sie fühlen sich geborgen, wenn ihnen alles vertraut ist. Um vom Tag und vielen Eindrücken zu entspannen, braucht ein kleines Kind manchmal Hilfe: Eltern erkennen die Müdigkeitszeichen und legen ihr Kind alsbald an einen bestimmten Ort, sie schotten es von Reizen für Augen und Ohren ab und gewöhnen ihr Kind an kleine Rituale. So lernt das Kind: Jetzt ist Schlafenszeit! Auch äußere Taktgeber (Dunkelheit, weniger Aktivitäten) helfen dabei zu erkennen, wann diese Zeit gekommen ist.

Viele Babys brauchen anfangs Hilfestellungen wie singen, vorlesen, wiegen, stillen, Hand halten, um zur Ruhe zu kommen. Doch je mehr Hilfen gegeben werden, umso weniger werden oft die eigenen Fähigkeiten des Babys gefördert, sich zu beruhigen, wie zum Beispiel am eigenen Finger (oder Schnuller) saugen, vor sich hin brabbeln, an der Kleidung zupfen, die Hände und Füße zusammen legen. Eltern sind also gut beraten, nicht zu viel Aufwand zu betreiben, um das kleine Schätzchen zu beruhigen. Sie sollten immer wieder probieren, es auf eigene Weise in den Schlaf finden zu lassen. Hilfreich sind wiederkehrende Abläufe, wie und wo das Kind einschläft, wie der Tag verläuft, welche Zeiten es gibt für Aktivitäten und Mahlzeiten oder wieviel und wie häufig es über den Tag verteilt schlafen kann. Je mehr es bei Tage erlebt, “meine Leute kümmern sich um mich und verstehen mich“ – umso sicherer wird es sich fühlen, umso mehr kann es kleine Wartezeiten aushalten und lernen, mit seinen eigenen Möglichkeiten in den Schlaf zu kommen.

Schlafen hat sehr viel mit Entspannung und dem Gefühl von Sicherheit und Geborgenheit zu tun

Ein konkretes Alter für die erste Nacht ohne Mama gibt es nicht. Doch früh übt sich, wer sich wünscht, das Kind möge mal ohne Mama schlafen. Denn dazu muss es sich mit anderen Menschen und an anderem Ort sicher fühlen können. Das wird es, wenn das andere Bett, der andere Einschlafpartner, die anderen Rituale gewohnt (geworden) sind.

Manche Eltern halten es von Anfang an so, sie wechseln sich als Eltern ab oder spannen die Großeltern ein. Etwas schwerer ist es, wenn die erste Trennung um den 6./7. Monat herum erfolgt, aber das werden nur einige Wochen sein. In dieser Zeit macht es dem Kind Angst, ohne Mama (oder die andere wichtige Bezugsperson) zu sein, es fühlt sich leicht existentiell vernichtet ohne sie, weil es nur allmählich begreift, dass es ein eigenständiges Individuum ist und die Mama ein anderes. Dann sollten sich Eltern nicht heimlich wegstehlen, das befördert nur den Kontrollzwang des Kindes. Finden Sie leichte Möglichkeiten sich zu verabschieden ohne Drama (...“tschüss bis gleich/ morgen/ heute Nachmittag...“). Das Kind hat zwar noch keine Zeitvorstellung, aber es lernt aus Ihrem Wiederkommen, dass es sich auf Sie verlassen kann.

Entwicklungsphasen, in denen das Kind neues lernt (krabbeln, laufen lernen), gehen häufig mit größerem Rückversicherungsverhalten des Kindes einher, manchen Eltern erscheint ihr Kind dann klammernder als sonst, besonders nachts. Dann ist diese Phase eher abzuwarten als jetzt Gewohnheiten zu ändern. Nur bekannte Personen und Orte bieten dem Kind Vertrautheit und Sicherheit, also machen Sie sie bekannt!

Kleine Helferlein, die nach Vertrautem riechen

  • Kleine Helferlein sind zum Beispiel Stoffe, die nach Vertrautem riechen, ob das Mamas getragenes T-Shirt ist oder der eigene Schlafsack, das Schmusetuch oder ein Kuscheltier aus dem eigenen Bett. Bei Übernachtung in fremden Räumen hilft eigene Bettwäsche oder das Reisebettchen, welches das Kind schon kennt. Auch die geliebte Spieluhr oder sonst ein gewohnter Trostspender sollten mitgegeben werden.
  • Ältere Kinder ab etwa zwei Jahren können beim Packen des Köfferchens mithelfen. So überlegen sie, was sie für den Übernachtungsbesuch brauchen und stellen sie sich innerlich darauf ein.
  • Viele Kinder zwischen zwei und drei Jahren fürchten sich vor der Dunkelheit. Hier kann ein kleines Nachtlicht, ein Kuscheltier als Bewacher oder ein Foto von Mama und Papa helfen.
  • Gewöhnen Sie das Kind an den Übernachtungsbabysitter oder die Großeltern. Verbringen Sie den Tag gemeinsam in vertrauter Umgebung und ziehen Sie sich als Eltern mehr und mehr zurück. Übergeben Sie das Ins-Bett-Bringen übergeben, wobei manche „Babysitter“ eigene Rituale für ihren Abend mit dem Kind entwickeln. Damit müssen die Eltern natürlich leben können (...lange fernsehen oder Tablet spielen eher nicht...)

Manchmal ist es auch die Frage, wie überlebt Mama das? Auch sie muss sich trennen lernen. Einfacher ist es, wenn sie weiß, es ist eine wechselseitig vertraute Beziehung zwischen Kind und der/dem anderen (Ein-) Schlafpartner und wenn sie akzeptieren kann, dass es anders ist als mit ihr...und wenn sie sich etwas Schönes vornimmt für die Trennungszeit.

Tipps und Tricks von unserer Expertin

Ulrike Glingener,

Ulrike Glingener ist Dipl.-Sozialpädagogin in der Frühberatungsstelle Süd des SOS-Kinderdorf Bremen und ist dort seit über 20 Jahren beschäftigt.

Sie hat Erfahrungen in der Erziehungsberatung und Familienhilfe, im Familienkrisendienst, als PEKIP®-Gruppenleiterin für Eltern-Baby/Kind-Gruppen. Ulrike Glingener ist zudem SPIN® Video-Home-Trainerin und in der entwicklungspsychologischen Beratung tätig.

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Niedersachsendamm 20a
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