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Beratungssituation mit Baby
Beikost und Abstillen

Bindung neu gestalten

Nächtliches Stillen und Erschöpfung beschäftigt viele Eltern um den ersten Geburtstag des Kindes. Ist es Zeit abzustillen, war es falsch nach Bedarf zu stillen oder gar mit dem Baby in einem Bett zu schlafen? Deshalb an dieser Stelle ein paar grundsätzliche Überlegungen dazu.

Häufige Fragen zum Abstillen

Kinderärzte raten zur Einführung von Beikost, wenn das Baby 5 Monate, spätestens 6 Monate alt ist. Die Muttermilch reicht nicht mehr, um das Kind mit Mineralien zu versorgen und es wird ein Gemüse-Fleisch-Brei als Eisenspender empfohlen. Das Baby soll jetzt nach und nach an festes Essen gewöhnt werden, wenn der Zungenstreckreflex sich allmählich verliert. Die Gewöhnung an Beikost während des Stillens beugt einem Allergierisiko vor und bei Infekten ist Muttermilch zum Glück die beste Heilnahrung.

Manche Babys zeigen früh Interesse am Essen, andere kaum. Die einen lieben Karotten aus dem Glas, andere mögen am liebsten Selbstgekochtes oder Milchbrei. Es gibt so viele Wege zum Satt werden, auch kulturell verschiedene. Einige Babys brauchen mehr Zeit sich an Löffel, neue Konsistenz und Geschmack zu gewöhnen. In diesem Fall wechseln Sie nicht täglich die Speisen. Bleiben Sie am Ball. Essen soll Spaß machen und wird durch gutes Vorbild gelehrt. Das Baby bestimmt die Mengen und sie können variieren, von einem Tag zum anderen, vom Morgen zum Abend, von Kind zu Kind.

Wichtige Entwicklungsschritte des Babys

Beim Abstillen geht es auch um die Frage der Bindung und der Gesamtentwicklung des Babys. Es zeigt neue Bewegungsmuster beim Robben, Krabbeln, Hinsetzen und manchmal werden in diesem Alter die ersten Schritte erprobt. Der Bewegungsradius ohne Hilfe anderer wird ausgeweitet. Das Kind entdeckt neue Räume, die Welt wird spannender aber auch gefährlicher. Treppen, Kabeln, Tischdecken –  setzen Sie dem Krabbelkind nun Grenzen zu seinem Schutz. Es lernt, dass manches erlaubt ist, anderes nicht.

In dieser Zeit hat das Baby erste bewusste kleine Trennungen von der Bezugsperson geschafft. Fremden gegenüber verhält sich das Baby vielleicht ablehnend, hat sich sogar bei Oma oder Onkel reserviert benommen oder es ist beim Treffen der Krabbelgruppe die erste Viertelstunde ganz still und klebt am Elternteil? Keine Sorge, das ist eine vorübergehende Phase. Die Kinder entwickeln gerade ein inneres Bild von ihrer Bezugsperson, das noch nicht ganz stabil ist. Bis vor Kurzem hat das Baby noch „gedacht“, die Mutter existiert nicht mehr, wenn sie nicht zu sehen ist. Darum sind auch Abschiede wichtig - schleichen Sie nicht heimlich weg, sagen Sie kurz „tschüs, ich bin bald wieder da“, damit das Kind aus ihrem verlässlichen Wiederkommen lernt, was das bedeutet. Sonst können Ängste vor dem Verlassensein verstärkt werden.

Andere Bindungsrituale schaffen

Wie bisher im Leben des Babys gehen auch diese neuen Schritte in der Entwicklung oft mit dem Bedürfnis einher, sich der sicheren Basis zu versichern und das ist der Kontakt mit seiner Bindungsperson. Mit dem Menschen, der am meisten für das Kind da ist. Bei den Stillkindern ist das Bindungsbedürfnis vom Stillen schlecht zu trennen, aber es ist nicht immer Hunger, was der kleine Mensch da verspürt, sondern der Wunsch nach Nähe und Geborgenheit. Reicht es dann vielleicht, wenn Sie das Kind „nur“ fest halten, wiegen und mit ihr/ihm sprechen? Könnte es auch Papa übernehmen?

Wenn nun eine Mutter nicht mehr länger stillen kann, aus körperlichen oder psychischen Gründen, halte ich das für legitim. Viele Mütter wünschen, ihr Baby solle sich selbst abstillen, aber das kann dauern. In einigen Kulturen werden die Kinder zwei Jahre gestillt, selbst mit neuem Baby ist weiteres Stillen möglich. Die Stillbeziehung ist eine Zweierbeziehung, in der es beiden gut gehen muss. Ich möchte daher Frauen ermutigen, auch an sich zu denken. Immer 24 Stunden für ihr Baby da zu sein, kann keine Mutter schaffen!

Holen Sie sich Rat!

Versuchen Sie, die gegenwärtige Entwicklungsphase des Kindes einzuschätzen und Ihre eigenen Wünsche damit zu vereinbaren. Seien sie konsequent, wenn Sie das Kind an Ihre neuen Grenzen gewöhnen wollen. Bücher, Broschüren, Blogs von Hebammen können Hilfestellung geben oder beanspruchen Sie die persönliche Beratung in Stillcafés, bei Ihrer Nachsorge-Hebamme oder in den Frühberatungsstellen!

Tipps und Tricks von unserer Expertin

Ulrike Glingener ist Dipl.-Sozialpädagogin in der Frühberatungsstelle Süd des SOS-Kinderdorf Bremen und ist dort seit über 20 Jahren beschäftigt.

Sie hat Erfahrungen in der Erziehungsberatung und Familienhilfe, im Familienkrisendienst, als PEKIP®-Gruppenleiterin für Eltern-Baby/Kind-Gruppen. Ulrike Glingener ist zudem SPIN® Video-Home-Trainerin und in der entwicklungspsychologischen Beratung tätig.

So erreichen Sie uns

Frühberatungsstelle Süd
Niedersachsendamm 20a
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