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Aktuelles

Auf einem wichtigen Gipfel angekommen.

Berlin, 2. Dezember 2019

Modellprojekt Everest SOS-Kinderdorf Berlin

Was interessiert mich? Wo liegen meine Talente? Ein EVEREST-Teilnehmer in der beruflichen Orientierungsphase.

Das dreijährige Modellprojekt EVEREST für junge Geflüchtete wird zum Regelangebot der Jugendberufshilfe

Die Freude ist groß bei den Projektpartnern ebenso wie bei den Teilnehmenden, denn EVEREST gilt seit dem 01.11.2019 nicht mehr nur als ein erfolgreiches und in Berlin einzigartiges Modellprojekt, sondern ist in den Status eines regelfinanzierten Angebots  der Jugendberufshilfe erhoben worden. Das Projekt, unterstützt von der Berliner Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie, mit den Kooperationspartnern SOS-Kinderdorf Berlin, der Berliner Stadtreinigung (BSR), Vivantes – Netzwerk für Gesundheit GmbH, Charité CFM GmbH sowie der Volkshochschule Berlin Mitte gibt damit jungen Geflüchteten zwischen 17 und 27 Jahren die Sicherheit, dass sie sich auch in Zukunft beruflich orientieren und in Ausbildung bzw. Arbeit gehen können. Insgesamt 27 bisherige Teilnehmende haben das bereits geschafft.

Anne Merfert und Joachim Gröschke aus der Jugendabteilung der Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie freuen sich: „Wir können nur sagen: Ziel endlich erreicht! Im November  haben wir mit dem SOS-Kinderdorf Berlin den Leistungsvertrag abgeschlossen und können damit EVEREST als eine regelfinanzierte Sonderform der teilstationären Jugendberufshilfe an den Start schicken, die sich an die ‚sozialpädagogisch begleitete Berufsvorbereitung‘ anlehnt.“

Modellprojekt Everest SOS-Kinderdorf Berlin

Gemeinsam vorankommen: Teamwork ist ein wichtiges Element im Projekt EVEREST.

EVEREST bietet den jungen Menschen in einer 12-18-monatigen Projektphase die Chance, sich grundsätzlich beruflich zu orientieren. „Gesundheit/Soziales/Pflege“, „Gastronomie/ Hauswirtschaft“, „Handwerk“ oder „Logistik“: Was interessiert mich? Was passt zu mir? Wo habe ich besondere Talente? Erst wenn die Teilnehmer*innen nach mehrmonatiger individueller Orientierungsphase wissen, wo ihre Stärken und Interessen liegen, beginnt die Praxisphase in den Kooperationsunternehmen BSR, Charité CFM und Vivantes.

„Die Gefahr, dass es nach dieser intensiven Vorbereitung doch nicht passt, ist gering“, weiß Virginia Scharkowsky, Leitende Koordinatorin von sozialen Maßnahmen der BSR Nachwuchsentwicklung. „Das haben wir bei vielen bisherigen EVEREST-Teilnehmer*innen gesehen. Hier möchte ich besonders Ali und Gebri erwähnen. Die beiden jungen Männer absolvierten im Herbst 2018 erfolgreich ein Praktikum bei der BSR. Aufgrund ihrer Zuverlässigkeit, ihrer Motivation und ihres Engagements erhielten sie ab April 2019 einen Arbeitsvertrag.“

Ein schönes Beispiel für den gelungenen beruflichen Einstieg ist auch Munaf, 20 Jahre, der 2015 aus Syrien flüchten musste. Im Dezember 2017 hatte er den ersten Kontakt mit EVEREST und formulierte von Anfang an den Berufswunsch Gesundheits- und Krankenpfleger. „Mit einem Praktikum konnte sich Munaf mit dem Berufsfeld vertraut machen“, sagt Dr. Hagen Tuschke, Diplompflegepädagoge am Institut für berufliche Bildung im Gesundheitswesen bei Vivantes. „Und schnell stellte sich heraus, dass er hier auch genau richtig war. Seit April 2019 absolviert Munaf bei uns seine Ausbildung. Er hat die Probezeit erfolgreich bewältigt und wir sind mit seinen Leistungen echt zufrieden.“

Bei Munaf und bei allen anderen Teilnehmer*innen von EVEREST ist der Spracherwerb ein wesentlicher Baustein. Dagmar Müller, die im Auftrag der Volkshochschule Berlin Mitte die Sprachkurse der EVEREST-Teilnehmenden koordiniert, weist darauf hin: „Die deutsche Sprache öffnet den jungen Leuten natürlich die Türen zur Ausbildung und für eine berufliche Tätigkeit. Aber ihr Beherrschen gibt ihnen auch das gute Gefühl des Angekommenseins. Das ist immens wichtig.“ 

Das Gefühl, angekommen zu sein, hat auch Zeeshan, 19 Jahre, der als unbegleiteter minderjähriger Flüchtling aus Afghanistan nach Deutschland kam. Für ihn erschien der Logistikbereich in der Charité Facility Management ein verlockendes Ziel und er startete dort im November 2017 mit einem Praktikum. „Zeeshan hat sich voller Tatendrang in das Praktikum geworfen und schnell gelernt“, erzählt Monika Wilczek, Stabsstelle Ausbildung von der Charité CFM GmbH. „So viel Motivation muss belohnt werden. Daher hat er bereits seit Juli 2018 einen festen Vertrag bei uns.“

Und sie fügt an: „2019 ist ein weiterer EVEREST-Teilnehmer, Omest aus Ghana, den Weg gegangen und verstärkt ebenfalls das Logistik-Team als fester Mitarbeiter.“

Die Regelfinanzierung von EVEREST gibt den Kooperationspartnern Planungssicherheit. Das bedeutet aber nicht, dass sie nicht auch schon in die Zukunft schauen und überlegen, was man noch besser machen kann.

Nicole Bethke, Bereichsleiterin Ausbildung & Qualifizierung im SOS-Kinderdorf Berlin, hat einige der neuen Ziele schon fest im Blick: „Momentan haben wir bei den 29 Teilnehmenden nur fünf Frauen. Das können gerne noch mehr werden. Mit gezielterer

Ansprache und Ausbau des Netzwerkes werden wir zum einen mehr Frauen erreichen, aber auch weitere Zielgruppen ansprechen. Zum Beispiel junge Menschen, die selbst nicht geflüchtet sind, sondern z.B. im Rahmen des Familiennachzuges oder als EU-Binnenmigrant*innen zu uns gekommen sind.“

Und auch eine Erweiterung der Berufsfelder und damit der Unternehmenspartner ist eine Richtung, in die nun mit der sicheren Regelfinanzierung geblickt werden kann. Denkbar wäre zum Beispiel der Bereich Handel, der für einige junge Menschen in dem Projekt als berufliche Perspektive reizvoll ist. Das sind gute Aussichten mit viel Potenzial. 

Das SOS-Kinderdorf Berlin dankt allen Beteiligten für die großartige Initiative, das tatkräftige Engagement und die fortlaufende Unterstützung in der dreijährigen Modellphase dieses besonderen Projektes für junge Geflüchtete in der Berliner Jugendberufshilfe.

Ihre Ansprechpartnerin

Tina Vielmuth
Koordinatorin EVEREST

SOS-Kinderdorf Berlin
Oudenarder Str. 16
Aufgang C07, 4. Etage
13347 Berlin

Tel.: 030 330993-772
tina.vielmuth@sos-kinderdorf.de


Nicole Bethke
Botschaft für Kinder; Bereichsleitung Ausbildung & Qualifizierung

Lehrter Straße 66
10557 Berlin

Tel.: 030 330993 712
nicole.bethke@sos-kinderdorf.de