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Aktuelles

Alles auf Anfang

28. Mai 2021

Die erste Kinderdorffamilie im SOS-Kinderdorf Berlin startete 2003 mit der Kinderdorfmutter Birgit Kramm und dem Erzieher Andre Gaatz. Damals nahmen sie Kinder im Alter von zwei, dreieinhalb und zehn Jahren auf, die heute junge Erwachsene sind und bereits ausgezogen sind. Zeit, wieder neuen Kindern die Chance auf ein behütetes Zuhause zu geben, aber auch die Herausforderung, mit der zweiten Generation wieder ganz von vorne anzufangen. Wie fühlt sich das an? Was bedeutet das in Corona-Zeiten?

Im SOS-Kinderdorf Berlin finden notleidende Kinder ein liebevolles Zuhause

SOS-Kinderdorfmutter Birgit Kramm

„Als wir uns entschieden haben, wieder ganz kleine Kinder aufzunehmen, waren das schon gemischte Gefühle“, erzählt Birgit Kramm, „die Großen kennst du ja in- und auswendig, das ist wie eine richtige Familie. Mit ihnen kannst du ganz anders reden und plötzlich geht alles wieder von vorne los.“ Windeln wechseln, anziehen, ausziehen, auf den Spielplatz begleiten – das alles gehört plötzlich wieder zum Alltag. 

„Körperlich merkt man das schon, das habe ich früher einfacher weg gewuppt“, sagt die 54-jährige Kinderdorfmutter, „aber es kommt auch ganz viel zurück. Allein durch das Vorlesen und ins Bett bringen entsteht eine viel größere Nähe.“

Die zweite Familien-Generation

Die Kinderdorffamilie ist seit Dezember 2020 wieder voll besetzt, mit einem 14-jährigen, der noch aus der ersten Familien-Generation stammt, vier Jungen im Alter von zwei bis zehn Jahren sowie dem bald 5-jährigen Mädchen. Seit 18 Jahren führen Birgit Kramm und Andre Gaatz (48) die Kinderdorffamilie gemeinsam und sind in den Jahren zu einem unschlagbaren Team zusammengewachsen. „Das ist ja eigentlich wie bei einem Ehepaar. Wir wissen genau, wie der andere tickt. Die Kinder können uns nicht gegeneinander ausspielen. Wenn Andreas* sagt, ich hätte ihm erlaubt bis 23 Uhr fernzusehen, auch wenn am nächsten Tag Schule ist, weiß Andre genau, dass da was faul ist,“ erzählt Birgit Kramm schmunzelnd.

Was sind aktuell die größten Herausforderungen?

„Natürlich Corona“, seufzt die Kinderdorfmutter, „durch die häufigen Schließungen und Öffnungen in der Kita und der Schule haben wir streckenweise alle Kinder zu Hause, die beiden Großen mussten im Home Schooling betreut und die Kleinen beschäftigt werden.“

Eine große Hilfe sei die unkonventionelle Unterstützung durch SOS-Kolleginnen gewesen, die coronabedingt im Home Office waren und umfassend mit unterstützt hätten, natürlich immer mit allen Hygienevorgaben. „Wenn alle da sind, hat man gerade mal das kleine Zeitfenster „Mittagsschlaf“, bei dem wir Büroarbeit erledigen können, z. B. die Abstimmung mit der Herkunftsfamilie und Terminvereinbarungen.“

Und was sind die besonders schönen Momente?

„Es ist toll zu sehen, wie schnell sich vor allem die ganz Kleinen entwickeln, sie saugen alles auf wie ein Schwamm. “Im vergangenen Sommer gab es sogar die Möglichkeit, für zwei Wochen gemeinsam an die Ostsee zu fahren. Das habe die Familie richtig zusammengeschweißt. „Ganz besonders war der Moment, als Marvin* mit uns zum ersten Mal an den Strand gegangen ist. Er hatte noch nie das Meer gesehen und hat richtig Schnappatmung bekommen,“ freut sich Birgit Kramm noch im Nachhinein und weiß, dass sich der ganze Kraftaufwand auch mit der „neuen“ Familie hundertprozentig lohnen wird. 

*Namen geändert

Erfahren Sie mehr über unsere SOS-Kinderdorffamilien