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Aktuelles

Alle sind zu Hause. Wir bleiben in Kontakt.

Berlin, 3. April 2020

SOS-Kinderdorf Berlin ist auch in der Corona-Zeit ein verlässlicher Partner für Kinder, Jugendliche und ihre Familien

Die Corona-Pandemie hat Deutschland und die ganze Welt weiterhin fest im Griff und die Einschränkungen insbesondere für Familien sind umfassend: Keine Kita, keine Schule und nur wenig Möglichkeiten, sich außerhalb der eigenen Wohnung zu bewegen. Das SOS-Kinderdorf Berlin hat daher vielseitige und kreative Wege gefunden, um dennoch mit den Familien in Kontakt zu bleiben und in Notlagen zu helfen.

„Eine der wichtigsten Aufgaben von SOS-Kinderdorf Berlin ist es,  soziale Nähe zu den Menschen in unserer Gesellschaft herzustellen, die Unterstützung dringend brauchen. Das ist unsere DNA. Die Corona-Pandemie macht in dieser Hinsicht vieles schwerer, aber sie hindert uns nicht daran, die Nähe weiter zu halten“, fasst Kirsten Spiewack, Einrichtungsleiterin des SOS-Kinderdorf Berlin, die Situation zusammen.

Offene Angebote bieten vertrauten Kontakt

Diese Nähe wird nicht nur weiterhin  den Kindern in den fünf SOS-Kinderdorffamilien und –wohngruppen gegeben, sondern vor allem durch die kreativen Ideen der sonst offenen Angebote  in Moabit: Im Familienzentrum, in der Kita, in den vielen Kursen der Familienbildung oder in der  Erziehungs- und Familienberatung. Die Kitakinder und -eltern stehen mit ihren Erzieher*innen in regelmäßigen Kontakt und erhalten Anregungen zur Beschäftigung, wie Rätsel oder Bastelideen. „Das Wichtigste ist gerade, zu zeigen: Diejenigen, die dir vertraut sind, die du kennst, sind weiterhin für dich da. Du bist nicht allein“, erläutert  Christina Schulz, Bereichsleiterin der offenen Angebote.

Anrufen oder Karten schreiben: Wir sind weiter für euch da.

Auch im Familientreff bleibt der Kontakt zu den Familien ganz eng. Mariam, eine langjährige Mitarbeiterin aus dem Treff,  ruft fast täglich „ihre“ Familien an, von denen sie weiß, dass sie beengt wohnen und auch in normalen Zeiten mit verschiedenen Belastungen umgehen müssen. „Für viele ist der Familientreff das zweite Wohnzimmer, wo sie sich austauschen können und bei Bedarf Hilfe bekommen. Das fällt gerade weg und deshalb komme ich zu ihnen – zumindest per Telefon oder Skype“, beschreibt Mariam ihre momentan wichtigste Aufgabe.

Die Senior*innen, die sonst im Familienzentrum/Mehrgenerationenhaus ein und aus gehen, erhalten nun jede Woche eine selbst geschriebene  Karte mit guten Wünschen,  aber auch Ideen, sich den Alltag zu Hause etwas zu verschönen. „Für viele alte Menschen ist der Austausch über Whatsapp und Co. immer noch die Ausnahme. Wir zeigen, dass wir da sind, indem sie regelmäßig Post von uns bekommen. Eine selbst geschriebene Karte ist für viele ein echter Schatz“, sagt Beate Löwe, die im Mehrgenerationenhaus die ältere Generation betreut.

Auch in den Kooperationsschulen: Hilfe per Telefon oder digital

Ähnlich machen es auch die Pädagog*innen in den drei Kooperationsschulen des SOS-Kinderdorf Berlin (Carl-Bolle-Grundschule, Heinrich-von-Stephan-Gemeinschaftsschule und Theodor-Heuss-Gemeinschaftsschule). Sie halten den  persönlichen Kontakt zu den Familien, von denen sie wissen, dass es dort aufgrund der  andauernden Enge problematisch werden könnte und lenken die Kinder mit Beschäftigungsanregungen vom Corona-Alltag ab. Andersherum können sie auch von den Kindern und Jugendlichen direkt kontaktiert werden. Gemeinsam mit den Lehrer*innen und den Schulleitungen ist ein noch engeres Netzwerk als vor Corona-Zeiten geknüpft worden, damit niemand vergessen wird.

Aktiver Gewaltschutz: Telefonische Erziehungs- und Familienberatung

Auch die Erziehungs- und Familienberatung hat auf telefonische Beratung umgestellt. Die Psychologin Anisa Saed-Yonan und ihre Kolleg*innen sind täglich am Telefon erreichbar und sie geben Unterstützung für bereits bekannte Klient*innen, aber auch neue Beratungen. „Wir appellieren an die Familien: Holt euch Rat, wenn die Belastungen zu hoch werden. In einigen Familien kommt es derzeit vermehrt zum „Lagerkoller“ und Eltern kommen an Grenzbereiche. Wir möchten daher dazu aufrufen, vor dieser Grenze stehen zu bleiben und uns anzurufen“, sagt Anisa Saed-Yonan. Zum Interview mit Anisa Saed-Yonan.

Unterstützung für Azubis und die Jugendlichen in den Projekten

So vielfältig wie das SOS-Kinderdorf Berlin so vielfältig sind nun auch die Umsetzungen, um den Widrigkeiten der Corona-Krise zu trotzen. Die Ausbildung und Qualifizierung junger Menschen kann nicht mehr in der gewohnten Weise vor Ort realisiert werden. Daher werden der Unterricht, die sozialpädagogische Begleitung, die psychologische Betreuung und sogar die berufliche Fachpraxis nun mit angepassten Maßnahmen durchgeführt, die direkt auf die Bedarfe und Möglichkeiten der Jugendlichen abgestimmt sind. Im Bereich Bildung nutzen einige Lehrkräfte beispielsweise einen virtuellen Klassenraum, um die verschiedenen Gruppen zu unterrichten oder die jungen Menschen erhalten ihre Aufgaben per Email, die sie beantwortet zurücksenden und darauf ein Feedback erhalten. Das gilt insbesondere für die Auszubildenden, die kurz vor Prüfungen stehen und auf diesen Wegen in vorgegebenen „Tagesportionen“ ihr Lernpensum erfüllen können. Dazu gibt es kleine Videos zur Auflockerung und um zu zeigen: Wir sind weiter an Deiner Seite.