Sicherheitsvorkehrungen: Die Spielplätze im SOS-Kinderdorf Ammersee sind verwaist.
Einblicke

Der Alltag im SOS-Kinderdorf in Corona-Zeiten

„Wir sind auf das Worst-Case-Szenario vorbereitet“

Seit Tagen arbeiten die Mitarbeiter im SOS-Kinderdorf Ammersee auf Hochtouren. Dienstpläne werden neu geschrieben, die Öffnungszeiten der Mediathek diskutiert, einheitliche Regeln für die SOS-Kinderdorffamilien formuliert. Ziel aller Aktivitäten ist es, die Mitarbeitenden und die Kinder so gut wie möglich zu schützen.

Normalerweise ist der Spielplatz der Kita ein beliebter Platz zum Toben - wegen Corona herrscht hier gähnende Leere.

Normalerweise ist der Spielplatz der Kita ein beliebter Platz zum Toben - wegen Corona herrscht hier gähnende Leere.

„Wir haben die Ausgangssperre bereits kommen sehen und den Kindern daher schon sehr früh nahegelegt, Kontakte nach außen zu vermeiden. Auch haben wir persönlich Kontakt zu den Eltern aufgenommen und ihnen erklärt, dass wir persönliche Besuche derzeit zum Schutz der Kinder einschränken müssen“, erklärt Bereichsleiter Christoph Rublack. Er lobte das große Verständnis und die Disziplin an allen Stellen. Der Publikumsverkehr ist somit komplett eingeschränkt – lediglich die Kindertagesstätte hat eine Notfallgruppe mit derzeit drei Kindern geöffnet.

Klare Regeln geben Struktur und Sicherheit

Für die Kinderdorffamilien gelten derzeit dieselben Regeln wie für alle Familien in Bayern auch: Der Kontakt ist auf den Familienverbund beschränkt. Auch wenn es besten Freundinnen, die in verschiedenen Kinderdorffamilien aufwachsen, anfangs schwergefallen ist, auf gemeinsame Spielplatz-Ausflüge und Treffen verzichten. „Viele Familien sind dankbar, dass wir die Regeln sehr klar und für alle einheitlich formuliert haben, denn umso besser kann man diese an Kinder kommunizieren.“

Das Miteinander im Kinderdorf läuft bislang sehr harmonisch ab – „gerade auch wegen des langjährigen pädagogischen Hintergrunds aller Mitarbeiter.“, lobt Einrichtungsleiter Andreas Brommont. „Ich finde es fantastisch, wie alle zusammenhalten und wie konstruktiv, ruhig und lösungsorientiert alles abläuft. Ich habe das Gefühl, das SOS-Kinderdorf Ammersee ist krisenerfahren.“

Besonders beliebt: Bücher und DVDs aus der Mediathek

Die SOS-Kinderdorfmütter versuchen weiterhin, Struktur zu vermitteln, kümmern sich um die Hausaufgaben- und Lernpläne, welche die Kinder von den Schulen bekommen und organisieren gemeinsame Bastel- und Spielerunden. Besonders beliebt dieser Tage ist ein Ausflug in die Mediathek: Dort können weiterhin Bücher, Spiele und DVDs ausgeliehen werden. Die Zeitfenster verhindern Kontakte zwischen den Familien.

Um auch die Mitarbeiter zu schützen, wurden schnell und unkompliziert Notfallpläne geschrieben. „Theoretisch existieren bereits Pläne, dass Einkaufslisten zentral verwaltet werden, so dass nur noch eine Person aus dem SOS-Kinderdorf einkaufen gehen müsste. Aber derzeit schätzen die Kinderdorfmütter die Möglichkeit, diese Dinge noch selbst erledigen zu können“, weiß Christoph Rublack.

Beratung – per E-Mail oder Telefon

Die Beratungsstelle für Kinder, Jugendliche und Eltern (Erziehungsberatungsstelle) in Landsberg ist für Publikumsverkehr leider geschlossen, aber telefonisch weiterhin unter der Nummer  08191 – 911 890 von 9 bis 12 und 13 bis 17 Uhr erreichbar. Des weiteren helfen die Mitarbeitenden gerne per E-Mail unter fbz-landsberg@sos-kinderdorf.de weiter.