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Schreiben und Malen – Kinder bauen ein Buch

17. Mai 2019

Die Kinder lesen vor einer gut gefüllten oberen Etage des Taubenturms konzentriert aus ihren Werken vor.

„Es war einmal…“: Die Kinder lesen vor einer gut gefüllten oberen Etage des Taubenturms konzentriert aus ihren Werken vor.

Kinder der Kunstwerkstatt des SOS-Kinderdorfs Dießen präsentierten ihre Bilder im Taubenturm und lasen aus ihren Büchern. Für Kunstwerkstattleiter Roger Kretschmann ist es die 15. Ausstellung in 18 Jahren. Andreas Brommont stellt sich als neuer Einrichtungsleiter von SOS-Kinderdorf Ammersee-Lech vor.

„Es war einmal ein blauer Wal, und der hieß Paul!“ Mutig und entschlossen lasen die sechs Kinder der Kunstwerkstatt des SOS-Kinderdorfs Dießen den Besuchern ihrer Ausstellung im Taubenturm aus ihren Werken vor. Seit einem halben Jahr haben die Sechs- bis Neunjährigen Geschichten ersonnen, niedergeschrieben und dazu Collagebilder erarbeitet. Aus aktuellem politischem Anlass ging es um die Umwelt, um saubere Erde und saubere Ozeane. Aber in den Bildern und Geschichten erzählen sie auch von Freundschaft und Zusammenhalt. Entstanden sind 30 Collagebilder, die am Wochenende im Taubenturm ausgestellt wurden, und drei Bücher. Zu Getränken und Häppchen lauschten die Eltern, Freunde und Betreuer, wie der Panda Pauli zunächst einsam wurde, der blaue Wal fröhlich mit seinen Freunden im Meer herumplantschte, bis etwas dramatisches geschah und das Mädchen Lilly auf ein wunderschönes Pferd stieß und damit ein Abenteuer begann.

„Lest immer nur die ersten paar Seiten, damit die Leute auf eure Bücher neugierig bleiben“, riet Roger Kretschmann, Leiter der Kunstwerkstatt, den Kindern, während er ihnen ihre Bücher feierlich unter den Toren des Taubenturms übergab. Dass er ihre Geschichten und Bilder als richtige Bücher drucken ließ, war eine besondere Überraschung für die jungen Künstler und Autoren. Jedes Kind erhielt drei Freiexemplare und die übrigen 90 Bücher waren ruck-zuck gegen eine kleine Spende an verteilt.

Kretschmann, der während der feierlichen Eröffnung der Ausstellung mit seiner „Karacho-Band“, der Kinderband aus dem SOS-Kinderdorf, ein paar fröhliche Lieder spielte, wurde dann selbst überrascht: Eine ehemalige SOS-Kinderdorfmutter war extra für die Ausstellung aus Sachsen-Anhalt angereist. „Du hast noch jedes Kind aus der Reserve locken können“, lobte sie seine Arbeit. Für den Kunsttherapeuten ist es die 15. Ausstellung mit Kindern der Kunstwerkstatt, die er vor 18 Jahren ins Leben gerufen hat.

Ein Neuanfang ist es hingegen für Andreas Brommont, der ab Juni die Einrichtungsleitung des SOS-Kinderdorfs Ammersee-Leich übernimmt. Er begrüßte die Gäste zum ersten Mal in seiner neuen Funktion, war beeindruckt von den Werken der Kinder und betonte, wie sehr er sich auf seine neue Aufgabe freue.