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Heimatgefühl kommt mit der Sprache

3. September 2019

In diesem Jahr besuchten die Frauen mit Kursleiterin Veneta Lübkert das Herkomer-Museum.

In diesem Jahr besuchten die Frauen des Deutschkurses mit  Kursleiterin Veneta Lübkert (untere Reihe, Zweite von rechts) das Herkomer-Museum.

Anmeldung für die neuen Kurse startet im September.

Die Frauen des Deutschkurses im SOS-Familientreffpunkt MiniMax besuchten zum Abschluss das Herkomer-Museum in Landsberg.

Was haben der berühmte Sohn der Stadt Landsberg, Hubert von Herkomer, und die Frauen des Deutschkurses des SOS-Familien- und Beratungszentrums gemein? Um dies herauszufinden, besuchte die aus dem Kosovo, Brasilien, Bulgarien und dem Senegal stammende, bunt gemischte Frauengruppe mit ihren Kindern und Kursleiterin Veneta Lübkert zum diesjährigen Abschluss das Herkomer-Museum am Mutterturm in Landsberg. Feinfühlig und in leichter Sprache erzählte eine Museumspädagogin den Frauen über das Leben des vielseitig begabten Landsberger Künstlers, der Mitte des 19. Jahrhunderts in Waal geboren wurde, mit seiner Familie in die USA und nach England siedelte, bis er in späteren Jahren wieder viel Zeit in Landsberg verbrachte. In den Ausführungen ging es daher um die Heimatfrage, mit der sich die ausländischen Frauen, genauso wie Herkomer, viel beschäftigen.

Feinfühlig und in leichter Sprache erzählte die Museumspädagogin den Frauen über das Leben des Landsberger Künstlers

Feinfühlig und in leichter Sprache erzählte die Museumspädagogin den Frauen über das Leben des Landsberger Künstlers

Um in der Fremde anzukommen, sich zurechtzufinden und Kontakte knüpfen zu können, ist das A und O die Landessprache zu verstehen und zu sprechen. Daher treffen sich die Frauen einmal wöchentlich zum Deutschkurs zur Integration ausländischer Frauen, der von SOS-Kinderdorf im Familientreffpunkt MiniMax in Landsberg angeboten wird. Kursleiterin Veneta Lübkert holt die Frauen dort ab, wo sie stehen und schaut, was sie benötigen, um sich zurechtzufinden. „Kürzlich haben wir die Bezeichnungen von Spielzeugen und Spielgeräten besprochen. So erhalten sie zum Beispiel nach und nach das Rüstzeug für kleine Alltagsunterhaltungen mit anderen Müttern auf den Spielplätzen.“ Die Kurse sind kostenlos für die Kursteilnehmerinnen, bedürfnisorientiert und ganz ohne Leistungsdruck und Prüfungsstress. Die Frauen können ihre Kinder mit zum Kurs bringen. Dort werden sie betreut. „Ziel des Kurses ist, die Frauen zu ermutigen die Sprache besser zu lernen, Sprachbarrieren und auch Sprachhemmnisse abzulegen“, so Lübkert. Ganz nebenher entsteht oft eine wertvolle Gruppendynamik, in der die Frauen sich gegenseitig helfen, ermuntern und sich neue Kontakte oder sogar Freundschaften bilden. Die Themen, die besprochen werden, orientieren sich am Alltag der Familien, wie Kleidung, Essen, Einkauf, aber auch Behördengänge und Telefonate. Auch die kulturellen Gemeinsamkeiten und Unterschiede kommen oft zur Sprache. Daher lag es nahe, zum Kursabschluss das Herkomer Museum zu besuchen. Die Frauen stellten neugierige Fragen zum Leben des Künstlers und waren insbesondere von dem Gemälde der wunderschönen dritten Ehefrau Herkomers, Margaret Griffiths, begeistert. Fröhlich, lachend, sich gegenseitig sprachlich unterstützend und mit Hilfe der Museumspädagogin beschrieben sie gemeinsam das Gemälde „Der Wilderer“ und kamen anhand dessen ins Gespräch über kulturelle Gemeinsamkeiten und Unterschiede ihrer Heimatländer. Zuletzt erklommen sie den zu Ehren von Herkomers Mutter erbauten Mutterturm und bestaunten den Ausblick auf die Stadt Landsberg. Anschließend feierten sie im SOS-Familientreffpunkt MIniMax ihren Abschied. Dabei gab es eine reiche Palette an selbstgemachten Speisen aus den verschiedenen Herkunftsländern.

Die Kursteilnahme ist kostenlos.

Einige der Frauen werden auch im kommenden Schuljahr wieder beim Deutschkurs mit dabei sein. Er ist offen für alle ausländischen Frauen, die ihre Deutschkenntnisse mit Freude und ohne Druck verbessern möchten. Da es Veneta Lübkert wichtig ist, für jede Frau den richtigen Kurs zu finden, möchte sie die Teilnehmerinnen gerne vorher kennenlernen. Daher bittet sie interessierte Frauen, sich am 9. oder am 11. September 2019 zwischen 15 und 18 Uhr persönlich bei ihr im MiniMax in der Spöttinger Str. 2a anzumelden.