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Ein rundes Jubiläum fürs Kinderkino

24. Oktober 2018

Zum 100. Mal mit Räuber Hotzenplotz

"Ich raube mir, was mir gefällt, dafür bin ich bekannt". Räuber Hotzenplotz, der berühmteste Räuber Deutschlands durfte beim einhundertsten Film des Kinderkinos im SOS-Kinderdorf in Dießen über die Leinwand poltern – natürlich auch im aktuellsten Gewand. Der Film von 2006 mit Armin Rhode als Hotzenplotz und Rufus Beck als Zauberer Zwackelmann ist einer von acht Filmen, die in den Kinderkinos des Landkreises Landsberg in der neuen Staffel zwischen September und Mai gezeigt werden - und damit auch im SOS-Kinderdorf.

Adrian Schmidt präsentiert das Plakat zum Jubiläumsfilm

Adrian Schmidt präsentiert das Plakat zum Jubiläumsfilm. Er organisiert seit über zehn Jahren das Kinderkino im SOS-Kinderdorf

Das Kinderkino ist seit 1989 eine Institution der Kommunalen Jugendarbeit im Landkreis. Im SOS-Kinderdorf gibt es die Einrichtung seit 2006. Sie ist inzwischen so etwas wie ein Steckenpferd für Adrian Schmidt vom Fachdienst Herkunftsfamilien des SOS-Kinderdorfs geworden, der das Kinderkino hier verantwortet. „Das Kino ist eine gute Möglichkeit, die Begegnung zwischen den Kindern aus dem Kinderdorf und Dießener Kindern zu fördern. Die hier lebenden Kinder können zum Beispiel ihre Klassen- oder Kindergartenkameraden zum Film einladen.“

Ein Euro - für Eintritt und Süßes

Grundsätzlich sind natürlich alle Jungen und Mädchen, die sich für den jeweiligen Film interessieren, eingeladen zu kommen. Und sie kommen zahlreich. „Im Durchschnitt sind es rund 30 Kinder“, so Schmidt. Ein Euro kostet der Eintritt und Süßes, Getränke sowie Popcorn gibt es zum Selbstkostenpreis. Die Preise sind bewusst niedrig gehalten, damit das Taschengeld reicht. Am Eingang sitzen zwei junge Helfer aus dem SOS-Kinderdorf, die Adrian Schmidt bei der Vorbereitung und beim Ablauf unterstützen. Ein bisschen gehört es für ihn mit zur Entwicklungsförderung, denn hier lernen die involvierten Kinder Selbstvertrauen, Verantwortung zu tragen, etwas für andere Kinder zu tun, Besuch im SOS-Kinderdorf zu empfangen und mit Geld umzugehen. So gestand kürzlich ein Mädchen aus der ersten Klasse, dass sie extra am Morgen nochmal rechnen geübt hatte, um am Nachmittag richtig abkassieren zu können. Aber auch die Eintrittskarten ausschneiden, die Stühle aufstellen, die Leinwand und die Technik auspacken, Strichlisten der Zuschauer führen und den Kiosk vorbereiten, ist Aufgabe der Helferlein.

Spannend wird es dann jedes Mal, wenn es in der Popcorn-Maschine anfängt zu knallen und es nach Popcorn duftet. Der Saal füllt sich mit aufgeregtem Geplapper, dann wird es dunkel und der Film beginnt. „Natürlich bin ich bei jeder Vorstellung dabei und bleibe in der letzten Reihe sichtbar“, so Schmidt. Das gebe den Kindern, die schließlich noch im Kindergarten- und Grundschulalter sind, Sicherheit, vor allem, wenn jemand im Dunkeln auf Toilette muss, der Film doch etwas zu spannend ist oder der Popkorn-Becher nachgefüllt werden soll.

Bei Räuber Hotzenplotz, dem einhundertsten Film des SOS-Kinderdorf-Kinderkinos war es jedenfalls spannend. 54 mutige Räuber, Feen, Zauberer, Großmütter, Kasperln, Seppeln und Hauptkommissare zitterten mit ihren Protagonisten und erlebten das wie bei allen Kinderfilmen gute und fröhliche Ende!

Der 101. Film ist Paddington 2 und wird am Samstag, 17.11., um 15 Uhr im Haus Mosaik im SOS-Kinderdorf gezeigt.