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Portrait

Freiburger StraßenSchule

Was macht die Freiburger StraßenSchule eigentlich konkret? Im Kurzfilm „Zwischen Freiheit, Problemen und Orientierung“ können Sie sich über einige unserer wichtigsten Projekte informieren. Danke an das Team von Gute Laune Furtwangen TV (glftv.de), dem Hochschulfernsehen von Studierenden der Hochschule Furtwangen!

Leitbild

Wer wir sind

Die FreiburgerStraßenschule ist eine Kooperation und wird gemeinsam durch SOS-Kinderdorf e.V. und den Freiburger StrassenSchule e.V. getragen. Beide Vereine sind dem Paritätischen angeschlossen. Mit qualitativ hochwertiger Arbeit positionieren wir uns in der Freiburger sozialen Landschaft.Die Basis unserer Arbeit bilden die Mitglieder der Vereine sowie ehrenamtlich Engagierte. Zur Erfüllung unserer Aufgaben arbeiten wir mit Personen und Organisationen aus Gesellschaft und Staat zusammen. Dabei sind wir konfessionell und politisch nicht gebunden.

Wie fing alles an

Die ansteigende Zahl von Schulverweigerern und jungen Menschen auf den Straßen Freiburgs war der Auslöser für die Gründung des Vereines Freiburger Straßenschule e.V. im Jahre 1999 durch Dr. Uwe von Dücker. Der Name Freiburger Straßenschule war und ist Ausdruck für das pädagogische Konzept: Gemeinsam mit den Kindern und jungen Menschen verstehen wir uns als Lernende und Lehrende, die in einem von Respekt getragenen Dialog nach neuen Perspektiven suchen. Seit der Gründung des Vereines sind wir sowohl in der präventiven Arbeit als auch in der konkreten Arbeit auf der Straße tätig.
Um wen geht es eigentlichUnsere Arbeit bezieht sich auf Kinder, Jugendliche und junge Menschen, deren Lebensmittelpunkt die Straße ist, die dort leben oder sich in unsicheren Wohnverhältnissen befinden. Zudem setzen wir einen Schwerpunkt auf die Prävention bei schulpflichtigen Kindern und Jugendlichen, um ein Wegdriften von ihren Familien, Jugendhilfeangeboten oder der Schule zu vermeiden.

Das sind unsere Grundsätze

Wir achten die Würde und Einzigartigkeit eines jeden Menschen unabhängig von seiner persönlichen Leistung oder seiner gesellschaftlichen Stellung. Wir helfen unabhängig von Geschlecht, Religion oder ethnischer Zugehörigkeit.
Die Freiburger Straßenschule tritt ein für ein gerechtes, menschenwürdiges Leben von Kindern, Jugendlichen und Heranwachsenden am Rande unserer Gesellschaft. Im Sinne der UN-Kinderrechte auf Schutz, Förderung und Beteiligung engagieren wir uns für positive Entwicklungs- und Lebensbedingungen und unterstützen ihre Eigenverantwortung und Teilhabe.

So arbeiten wir

Wir unterstützen Kinder, Jugendliche und junge Heranwachsende in dem Umfeld, in dem sie leben und erkennen dabei vielfältige Lebensentwürfe an. Um ihre Situation individuell und strukturell dauerhaft zu verbessern gehen wir auch neue Wege und passen unsere Angebote rasch und flexibel an. Dabei ist der Beziehungsaufbau die wichtige Grundlage für alle weiteren Schritte zur Beratung, Befriedigung von Grundbedürfnissen sowie zur Förderung von Bildung. Innerhalb der Freiburger Strassenschule pflegen wir einen vertrauensvollen und partnerschaftlichen Umgang und achten die unterschiedlichen Rollen. Wir unterstützen unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in ihrer fachlichen und persönlichen Weiterentwicklung. Weiteres Ziel ist es, die Gesellschaft auf die Situation gefährdeter oder betroffener junger Menschen aufmerksam zu machen und an die Verantwortung für Ihre Kinder zu erinnern.

Unsere Finanzen

Wir setzen Treuhandmittel zielgerichtet ein und garantieren eine sorgsame, transparente und ökonomische Verwendung. Eine unabhängige Kontrollinstanz überprüft jährlich den korrekten Mitteleinsatz. Öffentliche Mittel werden, wo möglich, in Anspruch genommen. Besonders verpflichtet sind wir unseren Förderern und Spendern sowie Stiftungen, die unsere Arbeit zu einem großen Teil finanzieren.

Finanzierung

Die Arbeit der Freiburger StraßenSchule ist weitestgehend spendenfinanziert und als gemeinnützig und mildtätig anerkannt (Freistellungsbescheid vom Finanzamt Freiburg Stadt vom 26. Oktober 2010). Der Verein ist zur Rechenschaft verpflichtet und kommt dieser Verpflichtung gemäß Vereinsrecht nach. Die Mittelverwendung wird ordnungsgemäß dokumentiert, der Jahresabschluss professionell erstellt. Unabhängige Kassenprüfer kontrollieren die Richtigkeit der Buchungen und damit der korrekten Mittelverwendung und geben in den turnusmäßig stattfindenden Mitgliederversammlungen einen ausführlichen Prüfbericht. Das jeweils aktuelle Protokoll der Mitgliederversammlung können Sie im Sekretariat bestellen.

Die Stadt Freiburg finanziert einen Teil des Wohnprojektes mit Betreuungspauschalen und unterstützt die Freiburger StraßenSchule mit einem jährlichen Zuschuss.

Von Zeit zu Zeit gelingt es uns, die Finanzierung von Projekten und Stellenanteilen über die Zusammenarbeit mit Stiftungen zu sichern.

Organisationsstruktur

Die Freiburger StraßenSchule ist eine Einrichtung des SOS-Kinderdorfs Schwarzwald in Kooperation mit Freiburger StraßenSchule e.V.

Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Freiburger StraßenSchule werden vom SOS-Kinderdorfes Schwarzwald gestellt, die Einrichtungsleiterin des Kinderdorfes hat Dienst- und Fachaufsichtsfunktion und trägt die Verantwortung für die Projekte.

Der Freiburger Straßenschule e.V. zeichnet sich als Förderverein für die Finanzierung der Freiburger StraßenSchule verantwortlich.

Historie

Die Freiburger StraßenSchule wurde 1997 vom Freiburger Pädagogen Uwe von Dücker als Pilotprojekt in der Arbeit mit jungen Menschen der Straße gestartet.

Uwe von Dücker war in den 80er Jahren als Straßensozialarbeiter und Lehrer in Peru tätig. Anschließend führte er Studien der Straßenkinder-Sozialarbeit in zehn lateinamerikanischen Ländern durch und legte dazu mehrere Veröffentlichungen vor. Ende der 90er Jahre kam er nach Freiburg zurück und fand dort ebenfalls junge Menschen auf der Straße vor. Gemeinsam mit anderen Fachleuten übertrug er seine Konzeption des partizipativen Lernens auf die Freiburger Verhältnisse. Von Dücker hatte beobachtet, dass alle Straßenkinder mangelnde oder sehr schwierige Beziehungen zu Erwachsenen aufwiesen. Er sah in den jungen Leuten Suchende nach vertrauenswürdigen Bindungen zu Erwachsenen, nach neuen Perspektiven ihres Lebens und nach der Bewältigung ihrer Vergangenheit. Die Mitarbeiter der Freiburger StraßenSchule wirkten deshalb von Beginn an nach dem Grundsatz, den jungen Menschen auf Augenhöhe zu begegnen, sie vorbehaltlos anzunehmen und als allerersten Schritt eine tragfähige Beziehung zu den jungen Wohnungslosen aufzubauen. Die Arbeit verlief sehr erfolgreich. Einzig, die finanzielle Situation blieb ungewiss, obwohl das Pilotprojekt 1999 in einen eingetragenen Verein übergegangen war. Daher übernahm nach einer zweijährigen Kooperationsphase das SOS-Kinderdorf Schwarzwald im Jahr 2009 die Trägerschaft der Freiburger StraßenSchule, um die wertvolle Arbeit mit den jungen Menschen zu erhalten.

Die Freiburger StraßenSchule ist heute einer von insgesamt fünf Fachbereichen des SOS-Kinderdorf Schwarzwald. Der Freiburger StraßenSchule e.V. besteht weiterhin als eigenständiger, gemeinnütziger und mildtätig anerkannter Förderverein mit dem Satzungszweck, die Arbeit der Freiburger StraßenSchule finanziell zu sichern. Mit dem Übergang der Freiburger StraßenSchule in den Tätigkeitsbereich des SOS-Kinderdorf wurde gemeinsam ein Leitbild für die Freiburger StraßenSchule erarbeitet, an welchem die Arbeit bis heute ausgerichtet ist.

Dass die Zusammenarbeit von Freiburger StraßenSchule und SOS-Kinderdorf Schwarzwald dabei besonders gut gelingt, mag in den jeweiligen Ansätzen begründet liegen. Bereits der Begründer der SOS-Kinderdörfer Hermann Gmeiner, nahm sich vor rund 60 Jahren vorbehaltlos jener Kinder an, die keiner mehr haben wollte. Sie hatten auf irgendeine Weise ihre Eltern verloren, was sinngemäß auch auf die Besucher der Freiburger StraßenSchule zutrifft. Hermann Gmeiner war überzeugt davon, dass die allein aufgefundenen Kinder dringend Menschen benötigen, die an sie glauben, um im Leben Fuß fassen können. Wie die Sozialarbeiter der Freiburger StraßenSchule setzte so auch Gmeiner auf vertrauensvolle und verlässliche Beziehungen als wichtigster Grundpfeiler der Arbeit mit den jungen Leuten. „Vermutlich haben wir deshalb so gut zueinander gefunden, weil die Grundsätze beider Vereine passen“, resumiert deshalb Jo Schaarschmidt, der sich seit langem für den Freiburger StraßenSchule e.V. engagiert.

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